Wasserstoff für alle!


Um Elektroautos mit Brennstoffzellen in Deutschland zu fördern, haben sich sechs Unternehmen zu einer Allianz zusammengeschlossen. Ziel der Initiative „H2 Mobility“ ist ein deutschlandweit flächendeckendes Netz von Wasserstofftankstellen.

Elektroautos mit Brennstoffzellen wandeln reinen Wasserstoff in Strom um - einzige Emission ist Wasserdampf.

Elektroautos mit Brennstoffzellen wandeln reinen Wasserstoff in Strom um – einzige Emission ist Wasserdampf.


Sechs Industrieunternehmen, eine Vision: Der Autobauer Daimler, die Mineralölkonzerne Shell, Total und OMV sowie die Gashersteller Linde und Air Liquide wollen die derzeitige Zahl der Wasserstofftankstellen von gerade mal 15 bis 2023 auf 400 erhöhen. Die ersten 100 Stationen sollen bis 2017 in Betrieb sein.

Die sechs Partner planen, an Autobahnen alle 90 Kilometer eine Station zu errichten. Auch ländliche Gegenden sollen von der Wasserstoffversorgung nicht ausgeschlossen bleiben. Die Absicht hinter dem schätzungsweise 350 Millionen Euro teuren Projekt ist, Anreize für den Kauf eines Elektroautos mit Brennstoffzellen zu schaffen. Bisher gibt es kaum Möglichkeiten, Wasserstoff zu tanken.

Parallel zum Ausbau der Tankstellen sollen ab 2015 die ersten Wasserstoff-Fahrzeuge in Serie auf den Markt kommen. Daimler beispielsweise will in Kooperation mit Ford und Nissan Autos mit Brennstoffzellen entwickeln.

8 Antworten zu “Wasserstoff für alle!

  1. Diese Nachricht verdeutlicht, wie uninteressant BEVs für die deutsche Industrie sind. Man stelle sich folgende fiktive Nachricht aus dem Jahre 2010 vor:

    „1.10.2010: Sieben Industrieunternehmen, eine Vision: Die Autobauer Daimler, VW, BMW, die Energiehersteller EON, RWE sowie die Elektronikunternehmen Siemens und VARTA wollen die derzeitige Zahl der Schnellladestationen von gerade mal 15 bis 2014 auf 400 erhöhen. Die ersten 100 Stationen sollen bis 2013 in Betrieb sein.

    Die sieben Partner planen, an Autobahnen alle 90 Kilometer eine Station zu errichten. Auch ländliche Gegenden sollen von der Schnellladestation nicht ausgeschlossen bleiben. Die Absicht hinter dem schätzungsweise 2 Millionen Euro teuren Projekt ist, Anreize für den Kauf eines Elektroautos zu schaffen. Bisher gibt es kaum Möglichkeiten, Strom zu tanken.

    Parallel zum Ausbau der Tankstellen sollen ab 2014 die ersten Elektro-Fahrzeuge in Serie auf den Markt kommen. VW beispielsweise will in Kooperation mit Siemens und VARTA Elektroautos entwickeln.“

    Stattdessen kommen schleppend wenige überteuerte Fahrzeuge auf den Markt. Und ein solches Statement zum Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ward nie gehört.

  2. Hier versuchen ganz bestimmte Kreise eine Technologie zu vertreiben, die ihnen die Milliarden an Fehlinvestitionen zurück bringen soll.
    Die einfachste Technologie der Energiespeicherung ist das Erhitzen von Wasser und Speichern in einem Kessel, um dann mittels Dampf Turbinen anzutreiben. Mit Sonnen- und Windenergie geht das ganz einfach. Man hat dann auch noch einen Speicher für Wärme. Wozu soll ich mir ein BZ Auto kaufen, wenn ich mit einem „Teekessel“ Strom erzeugen kann, den ich an jeder Steckdose abrufe.
    Es ist schon erstaunlich, wie konsequent das Hinterweltlerdenken in veralteten Industriestrukturen steckt. Sie wollen nicht begreifen, dass wir auf dem Weg zur relativen Unabhängigkeit von solchen Firmenstrukturen sind und diesen Klüngel nicht mehr wollen.

    Tesla ist neu und vielleicht geht es deshalb so rasant mit der Akzeptanz in der Bevölkerung. Da steht bereits eine Technologie, die überzeugend einfach und gut ist. Der Kunde ist bereits beim Umdenken und weiß, dass er für die Urlaubsreise mit einem PKW eben keinen „Verbrenner“ für das ganze Jahr benötigt (kann man ja mieten). Das E- Auto als Allttagsfahrzeug, aufgeladen an der Steckdose – schnell oder langsam – ohne BZ, ist genau der richtige Weg.

  3. leider muss ich auch den Vorgängern zustimmen: Wasserstoff wird nichts werden – zu gefährlich (Knall-Gas!), zu schwierig zu lagern und speichern, die Tanks zu schwer – egal ob Druckflaschen oder Metall-Hydrid-Speicher, der Tank-Vorgang ein Abenteuer (tiefkalt, Druckschläuche, …..
    Brennstoffzellen werden der Durchbruch, sobald Methanol oder Ethanol-Zellen besser funktionieren.

  4. Ich sehe die BZ eher kritisch. Lassen wir mal den Wirkungsgrad bei der Wasserstoff-Herstellung außen vor, bleiben immer noch einige Probleme übrig, die in den letzten 20+ Jahren keiner wirklich lösen konnte.

    1. Wasserstoff ist extrem flüchtig. Wer sein Auto mit vollem Tank eine Woche lang stehen lässt, muss damit rechnen, dass bei der nächsten Fahrt der Tank (fast) leer ist.
    2. Ein BZ-System ist sehr komplex und sehr teuer, was auch ein Grund dafür ist, warum es bisher keine Serienfahrzeuge gibt bzw. diese nicht verkauft werden. So schnell wird sich das auch nicht ändern. In dieser Dekade werden wir da wohl keinen Durchbruch erleben und nach 2020 bin ich auch noch recht skeptisch.
    3. Verschleiß: Beim heutigen Stand der Technik wird eine Lebensdauer von 2500-5000 Betriebsstunden angenommen, was ~125.000-250.000km entsprechen dürfte. Für ein PKW-Leben vielleicht ausreichend, aber das fährt ein LKW locker in einem halben Jahr runter.
    4. H2 tanken ist deutlich „gefährlicher“ als Strom tanken. H2 reagiert sofort mit Luft. Wenn es die ersten Toten gibt, werdet ihr an mich denken.
    5. Festhalten an bestehenden Abhängigkeitsstrukturen. Ist zwar nicht wirklich als Problem zu werten, aber ich finde es angenehm, wenn ich jeden Morgen in mein Auto einsteigen kann und die Batterie ist voll geladen. (Bitte keine Diskussion über Laternenparker…) Der Strompreis ändert sich nicht mehrmals am Tag, sondern höchstens einmal im Jahr. An H2-Tankstellen dürfte es irgendwann die gleiche Leier sein wie bei Diesel/Benzin. Im Stundentakt auf und ab. Zudem hab ich ja nicht überall gleich eine Tankstelle auf meinem Weg, ich muss also Umwege und Zeit zum Tanken investieren.

    Wenn man also die vielen versenkten H2-Milliarden in die Batterieforschung gesteckt hätte, wären wir inzwischen bei Elektroreichweiten von >500km. Bei der individualmobilität sehe ich keine Chance für die BZ, hier werden BEV in ein paar Jahren dominieren. Für den stationären Betrieb bzw. für ÖPNV oder Schwerlastverkehr dagegen sehe ich schon eher ein Einsatzgebiet für die BZ.

  5. Dann haben wir demnächst ja 40 potenzielle Hindenburg Desaster in Deutschland. Herzlichen Glückwunsch

  6. Endlich mal die einzig richtige Umsetzung, um große Reichweiten und schnelle Betankung der Autos, umweltfreundliche Herstellung des „Treibstoffs“ bei emmissionsfreien Ausstoß und leisem Antrieb zu erreichen.
    Glückwunsch!

    • Ich war auch lange Zeit Fan dieser Technologie – ein nachfüllbarer Treibstoff dessen Endprodukt Wasser ist – perfekt. Mittlerweile bin ich eher skeptisch.
      Das Problem sind die physikalischen Eigenschaften von Wasserstoff.
      Der nötige technische Aufwand, sei es durch komprimieren oder verflüssigen um eine ausreichende energiedichte im Tank und damit eine adäquate Reichweite zu erzielen, ist enorm. Und damit sind die Probleme des verflüchtigen noch nicht gelöst.

      Auf die umweltfreundliche Herstellung würde ich nicht hoffen, oder warum sind im oben genannten Projekt die Mineralölkonzerne Shell, Total und OMV dabei?

      Wikipedia Wasserstoffherstellung: „Die Dampfreformierung ist derzeit die wirtschaftlichste und am weitesten verbreitete (~90 %) Methode, Wasserstoff zu erzeugen. Durch die Verwendung fossiler Energieträger wird dabei aber genauso viel des Treibhausgases Kohlendioxid CO2 freigesetzt wie bei deren Verbrennung.“

  7. Baut lieber vernünftige ELEKTRO-Autos!
    Und: für lange Strecken gibt’s auch z.B. Diesel…

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