Brennendes Tesla Model S: Unfallursache geklärt


Der Tesla Model S forderte nach dem Einschlag eines Metallteils im Unterboden den Fahrer freundlich auf, anzuhalten und auszusteigen.

Zunächst brannte wohl nur die Batterie. Als die Feuerwehr Löcher in den Unterboden bohrte, entflammte die Vorderseite des Tesla Model S.

Ein brennendes Fahrzeug sorgt für Schlagzeilen, weil es nicht irgendein Auto ist, sondern ein überaus erfolgreiches Elektroauto. Ein etwa 70.000 Euro teures Tesla Model S brannte in den USA nach der Kollision mit einem Metallteil. Tesla nimmt nun Stellung zur Ursache des Unfalls. 

Nachdem die Bilder des brennenden Model S um die Welt gingen, richtete sich Elon Musk als Chef des Unternehmens Tesla persönlich an die Öffentlichkeit.  Im Tesla-Blog versucht er nun, den überraschenden Brand so weit wie möglich aufzuklären. Er fasst darin die Ergebnisse der bisherigen eigenen Untersuchungen zusammen.

Ein Metallteil eines Lkw-Anhängers habe den Unterboden des Tesla durchschlagen. Musk beziffert die Kraft des Einschlags: Eine Wucht von 25 Tonnen sei nötig, um in den Schutzraum der Batterie durch den Unterboden einzudringen. Anders sei es nicht möglich, die Panzerplatte der Batterien zu durchstoßen. Diese Platte sei etwa ein viertel Zoll dick (ca. 6 Millimeter). Das Metallteil habe durch den Einschlag ein rund drei Zoll (etwa 7,5 Zentimeter) großes Loch gerissen.

Auch der Eigentümer des brennenden Model S äußert sich

Kurz nach der Kollision habe das Warnsystem des Model S den Fahrer aufgefordert, das Auto anzuhalten und auszusteigen. In den Batterie-Einheiten eingebaute Ventilatoren hätten das entstandene Feuer nach unten gedrückt, weg vom Auto, hin zur Straße. Der Tesla habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebrannt, sondern nur die Batterie-Einheit. Musk kritisiert, dass die Feuerwehrleute zusätzliche Löcher in den Batterie-Unterboden gebohrt und gesägt haben, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Erst diese neuen Löcher hätten es dem Feuer ermöglicht, auf den vorderen Kofferraum überzugreifen und den Brand zu vergrößern.

Mittlerweile meldete sich auch Robert Carlson zu Wort, der unverletzte Fahrer des brennenden Tesla. Im genannten Blog wurde eine seiner E-Mails veröffentlicht. Carlson sei überzeugt von der Qualität des Autos. „Ich hoffe, so bald wie möglich wieder in einem Tesla zu sitzen. Solche Unfälle können eben passieren“, schreibt er. Fast wirkt es so, als ob der kontrollierte Ablauf nach der Kollision Carlsons Liebe zum Tesla vergrößert hätte.

Wie groß ist die Brandgefahr bei Elektroautos?

Das Feuer wirft dennoch die Frage auf, ob E-Autos einer größeren Brandgefahr ausgesetzt sind als herkömmliche Autos. Musk beantwortet diese Frage mit Hilfe einer Statistik, die aufzählt, wie viele herkömmliche Fahrzeuge in den USA jährlich in Brand geraten. Demnach sei es genau umgekehrt: „Die Wahrscheinlichkeit, in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ein Feuer zu erleben, ist fünf Mal größer als in einem Tesla!“, schreibt er in seinem Blog.

Die ADAC Tests mit Elektroautos, wie dem Mitsubishi iMiev und dem Opel Ampera, sowie zahlreichen Hybridfahrzeugen haben ergeben, dass diese Fahrzeuge sicher sind, und zwar sowohl im Frontal-, Seiten- als auch im Heckcrash. Die Batteriepacks dieser Autos waren bei den Tests nicht gefährdet. Dennoch kann ein Fahrzeugbrand entstehen, zum Beispiel durch einen Kurzschluss. Auch bei Fahrzeugen mit herkömmlichem Antrieb kann das nie vollkommen ausgeschlossen werden. Jeder Fall von Fahrzeugbrand sollte deshalb genau analysiert werden. ADAC Tests mit Erdgas- und Autogasfahrzeugen haben für diese Antriebssysteme ebenfalls keine erhöhte Gefährdung ergeben.

Die Untersuchung des Tesla-Brandes durch die US-Behörde für Verkehrssicherheit (NTSB) steht noch aus. Bekanntlich herrscht in den USA derzeit Stillstand im öffentlichen Leben, viele Beamte sind zwangsbeurlaubt. Durch den sogenannten „Government Shutdown“ können die Beamten des NTSB den Tesla-Brand noch nicht analysieren.

5 Antworten zu “Brennendes Tesla Model S: Unfallursache geklärt

  1. „Kurz nach der Kollision habe das Warnsystem des Model S den Fahrer aufgefordert, das Auto anzuhalten und auszusteigen.“ –
    Das würde ich mir auch von anderen Autos wünschen. Den Fahrer klare Ansagen zum verhalten nach einen Unfall zu geben ist schon toll. Viele sind geschockt und überfordert, wenn das Auto hier helfen kann ist das Super.

  2. Und jetzt müssen nur noch Crashtests für den Unterboden bei allen Fahrzeugen eingeführt werden. Schließlich schlägt ja jeden Tag ein Teil eines anderen Fahrzeugs mit 25 Tonnen in den Unterboden ein. Gut, dass das passiert ist. Mein Auto würde wohl total auseinander fliegen, wenn das mal geschieht. Abgesehen davon käme das Teil garantiert oben wieder raus ohne das es brennt. Der Halter hat wirklich Glück gehabt, dass es nur die Batterie getroffen hat. Ihn hätte es zerfetzt, wenn es unter dem Fahrersitz eingeschlagen hätte. Da ist bekanntlich das Blech nicht so dick. Wer hier jetzt einen Anlass sieht ein E- Mobil zu verdammen ist auf dem Holzweg.
    Würde echt mal einen Test sehen wollen wo ein Teil von unten mit dieser Kraft einschlägt während das Auto fährt.
    Hallo ADAC: Nehmt doch mal ein entsprechendes Auto mit Verbrennungsmotor und jagt ein Stahlteil eines LKW mit dieser Kraft durch den Unterboden. Ich wäre begeistert.
    Stellt sich nur noch die Frage, ob das bei jeder Variante von Akkus passieren kann der mit 6 cm dicken Platten eingemauert ist.

  3. … ein Viertel Zoll sind keinesfalls 60 mm (2,54 cm / 4 = 0,635 cm)
    Wenn die Akkukistengrundplatte wirklich 60 mm stark ist, ist es wirklich eine Panzerplatte und es wäre sicherlich nichts passiert ….

  4. „ADAC Tests mit Erdgas- und Autogasfahrzeugen haben für diese Antriebssysteme ebenfalls keine erhöhte Gefährdung ergeben.“
    Naja, mag ja sein: nicht für die Möglichkeit der Entzündung.
    Aber WENN es brennt, ist doch wohl trotzdem bei Bränden bei solchen Kfz (oder erst bei Wasserstoff..) WESENTLICH höhere Explosionsgefahr gegeben!

    Übrigens vermisse ich einen Hinweis darauf, was beim Tesla für eine Klimaflüssigkeit verwendet wird. DAS ist nämlich z.Zt. wohl der wirkliche Horror: Klimaflüssigkeit die zum ätzenden Säuregas wird!
    Anscheinend hat hier Tesla (wieder ´mal!) das geschafft, wozu unsere Hersteller derzeit UNFÄHIG sind, sonst wäre etwas davon im Bericht gestanden und der Feuerwehrmann wäre gewiss nicht so relaxed gewesen!

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