Die Allgäuer auf E-Mission


Saftige Wiesen, frische Landluft, Bergpanorama: Das Allgäu gilt nicht umsonst als eine der beliebtesten Tourismusregionen Deutschlands. Damit die Luftkurorte in Zukunft auch solche bleiben, setzt das Allgäu auf Elektromobilität: Die Allgäuer Überlandwerke gründeten zusammen mit sechs anderen Stadtwerken aus ganz Deutschland einen Forschungsverbund. Ziel: Elektromobilität zukunftsfähig gestalten.

Lautlos und sauber das Allgäu erkunden: So sieht Urlaub mit gutem Gewissen aus.

Lautlos und sauber das Allgäu erkunden: So sieht Urlaub mit gutem Gewissen aus.

Angefangen hat alles im Jahr 2009 mit dem  Pilotprojekt „eE-Tour Allgäu“. Mit 50 grün-weißen Elektroflitzern stellte das Allgäu die größte, E-Flotte Deutschlands. Touristen wie Einheimische konnten sich die Stromer bei Touristeninformationen, Carsharing-Unternehmen oder Hotels mieten. „eE-Tour Allgäu“ sorgte vor allem dafür, dass die potenziellen Nutzer der Elektroautos ihre anfängliche Skepsis gegen E-Mobilität über Bord werfen konnten: Die Reichweite der Autos  reichte für alltägliche Fahrten aus, und auch die einfache Bedienung überzeugte.

Der Erfolg des Pilotprojekts motivierte für einen weiteren Schritt Richtung elektrisches Allgäu. Das  Projekt „econnect Germany“ des Forschungsverbundes der Allgäuer Überlandwerke mit sechs anderen Stadtwerken aus ganz Deutschland gewann beim Technologiewettbewerb „IKT für Elektromobilität II“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und bekam als eines von fünf Projekten eine finanzielle Förderung zugesprochen. Am 01. Januar 2012 startete „econnect Germany“.

Oberstes Ziel des Forschungsverbundes ist es, ein ganzheitliches, bezahlbares Geschäftsmodell für Elektromobilität in Deutschland zu gestalten. Der Vorteil des Bündnisses  ist, dass neue Erkenntnisse geteilt werden können und nicht alles mehrfach erforscht werden muss, außerdem kann sich jede Forschungsregion auf ein Thema spezialisieren. Im Rahmen von „econnect Germany“ wurde die bestehende Flotte von „eE-Tour Allgäu“ erneuert und Umbaufahrzeuge durch Serienfahrzeuge ersetzt. Jetzt stehen Einheimischen wie Touristen 30 E-Fahrzeuge zur Verfügung.

Ein spezielles Computersystem in den Fahrzeugen zeigt dem Fahrer die energetisch optimale Route an, also die mit dem wenigsten Verbrauch,  und berechnet die  Entfernung bis zur nächsten Ladesäule. Derzeit existieren im Allgäuer Raum 12 Ladesäulen, die von den Allgäuer Überlandwerken mit 100 Prozent Ökostrom gespeist werden. Die E-Autos sind somit richtig sauber unterwegs.

Das Allgäu ist als „econnect Germany“ – Partner vor allem dafür verantwortlich, das E-Mobilitätsangebot für Touristen zu erweitern, verschiedene Carsharing-Modelle zu testen und das Computersystem zur Reichweitenoptimierung in den Elektrofahrzeugen an Consumer Devices (wie z.B. Smartphones) anzuschließen. Hierzu wird es bald eine App für das Smartphone geben. Desweiteren unterstützt das Allgäu den Aufbau eines bundesweiten Stromtankstellennetzes. Die Allgäuer machen sich dabei vorrangig Gedanken darum, wie beispielsweise Ladeinfrastruktur und Abrechnung aussehen könnten.

Das Projekt „econnect Germany“  läuft noch bis Mitte 2014 und wird deutschlandweit mit 23 Millionen Euro gesponsert. So bleibt die Luft im Allgäu hoffentlich noch lange frisch.

Bildnachweis: econnect eE-Tour Allgäu

Eine Antwort zu “Die Allgäuer auf E-Mission

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