Der Rocket Man war da: Elon Musk in München


In den USA sprechen sie vom Rocket Man, die Süddeutsche Zeitung titulierte ihn nach seinem Auftritt als „Rockabilly-Entertainer der Elektromobilität“. Tesla-Chef Elon Musk war höchstpersönlich nach München gekommen, um seinen deutschen Fans und Kunden ein paar Neuigkeiten zu überbringen.

Tesla Motors greift an. Und das auf einem Terrain, das als das anspruchsvollste der Welt gilt: dem deutschen Automobilmarkt. „Wir werden uns jetzt auf Deutschland fokussieren“, sagte Elon Musk am Abend des 21. Oktober. Es klang, als würde er damit ein Heilsversprechen verkünden. Der Mann ist ein Phänomen. Nicht nur als Unternehmer – sondern auch als Verkäufer. Wenn Elon Musk einen Verkäufer-Satz sagt, wirkt der nämlich gar nicht strategisch überlegt und einstudiert. Die Sätze verlassen wie zufällig seinen Mund. Sie passieren ihm irgendwie.

Ob die Ankündigungen von Elon Musk genau so wahr werden, wie sie bei ihm klingen, muss sich noch zeigen. Aber eines steht fest: Bisher hat Tesla Wort gehalten. Auch wenn nicht immer alles im Zeitplan verlief. Niemand weiß das besser als das hier versammelte Auditorium. Alle haben sie ihr Model S schon vor Langem bestellt. Alle wurden sie immer wieder auf einen späteren Liefertermin vertröstet. Trotzdem gibt es eine große Vertrauensbasis. Tesla-Besitzer reden stets völlig begeistert von ihrem Auto. Besonders vom Model S. Und selbst die bekannt trocken analysierenden ADAC Ingenieure ließ das revolutionäre Auto aus den USA nicht kalt. Abseits der Emotionen haben sie dem Model S die Testnote 2,0 verliehen. Das ist nicht überragend, aber verdammt gut. Nämlich auf Augenhöhe mit den Oberklasse-Fahrzeugen von Audi, BMW und Mercedes. Der Unterschied ist nur: Das Model S fährt rein elektrisch und das (im ADAC Messzyklus) 415 Kilometer weit!

Die Botschaften, die Elon Musk mitbrachte, schaut und hört man sich am besten hier im Original an. Kurz und trocken zusammengefasst lauten sie: Tesla baut in Deutschland ein eigenes Versorgungsnetz mit Schnellladesäulen auf. In nur 25 Minuten soll ein annähernd leerer Akku per Supercharger wieder gefüllt sein. Die werden so verteilt, dass etwa alle 200 Kilometer einer zur Verfügung steht. Und: Tesla-Kunden bekommen den Strom kostenlos. Nicht für ein paar Monate oder so. Sondern solange sie einen Tesla fahren. Zweitens will Tesla ein Service-Netz aufbauen in Deutschland. Alle 100 Kilometer soll ein Tesla-Support-Punkt erreichbar sein. Drittens wird Tesla in Kürze ein Highspeed-Kit für alle Model-S-Besitzer anbieten. Damit das Fahren auf der Autobahn noch „cooler“ werde. Im Großraum Los Angeles, wo Musk wohnt, schaffe er es selten über die 50 km/h hinaus. Das ist ja auch irgendwie gar nicht cool.

So soll das Tesla-Netz in Deutschland und den Nachbarländern bis Ende 2014 ausgebaut werden.

So soll das Tesla-Netz in Deutschland und den Nachbarländern bis Ende 2014 ausgebaut werden.

Eine Antwort zu “Der Rocket Man war da: Elon Musk in München

  1. Elon Musk, viel show, viel Dampf, rocket man halt. Aber das Elektroauto braucht auch das, nicht nur den Unternehmer, um zu wachsen und zu wachsen. Zu welchen Marktanteilen es in den USA und auch in der BRD unterwegs ist zeigen meine jüngsten posts auf http://elektroautomanifest.blogspot.de/ . Überraschend bei der berechneten Vorhersage für Deutschland ist, wie sie das politische Ziel der einen Million Elektroautos in 2020 illustriert.

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