Der Euro-Elektro-Plan


In der gesamten EU sollen Elektroautofahrer 2020 genügend Lademöglichkeiten finden.

In der gesamten EU sollen Elektroautofahrer 2020 genügend Lademöglichkeiten finden.

Flächendeckend Ladestationen mit einheitlichen Steckern – dieses Ziel will das Europäische Parlament bis Ende 2020 in der ganzen EU verwirklichen. Allein in Deutschland soll die Zahl der Elektro-Tankstellen von heute etwa 1500 auf 86.000 steigen.

Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments hat einer Richtlinie zugestimmt, die allen Mitgliedstaaten genaue Vorgaben zum Ausbau von Lademöglichkeiten für Gas, Elektrizität und Wasserstoff macht. Bis Ende 2020 soll es demnach in der gesamten Europäischen Union 450.000 öffentliche Ladesäulen für E-Autos geben, darunter in Italien 72.000, in Frankreich 55.000 und in Spanien 47.000.

Mit einem Maximalabstand von 300 Kilometern sind Wasserstoff-Tankstellen einzurichten, wobei sich Länder, die heute noch gar keine Tankmöglichkeit für Brennstoffzellen aufweisen, damit bis Ende 2030 Zeit lassen können. Bezahlen sollen den Ausbau der Infrastruktur in erster Linie die Betreiber selbst. Über Steuervorteile oder günstige Kredite wären aber auch die Steuerzahler beteiligt.

Als einheitlichen Steckertyp zum Schnellladen will das EU-Parlament das System „Combo 2“ durchsetzen. Das Ziel formuliert der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug: „Ein französisches Elektrofahrzeug muss auch an einer deutschen Ladesäule problemlos betankt werden können, ohne dass zusätzliche Kosten für Adapter anfallen.“

Koalitionsvertrag ohne konkrete Vorgabe

So konkret wie die Richtlinie des Europäischen Parlaments, die noch vom Ministerrat bestätigt werden muss, ist der Koalitionsvertrag von Union und SPD nicht. Er bestätigt zwar das Ziel „eine Million Elektroautos in allen unterschiedlichen Varianten für Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020“, doch zu den Lademöglichkeiten heißt es nur: „Den Aufbau der entsprechenden Lade- und Tankstelleninfrastruktur treiben wir voran.“

Statt auf Kaufprämien für Elektroautos setzt die zukünftige Bundesregierung auf „nutzerorientierte Anreize“. Zumindest ein konkretes Beispiel, was damit gemeint ist, führt der Koalitionsvertrag auf: „Im Straßenverkehrsrecht schaffen wir die Möglichkeit, dass Kommunen Parkplätze rechtssicher für Carsharing-Autos und Elektroautos ausweisen können.“

Update: EU-Verkehrsminister lehnen feste Zahlenziele ab

Die Verkehrsminister der EU-Mitgliedsstaaten sprechen sich zwar auch dafür aus, die Infrastruktur für die Elektromobilität zu verbessern, konkrete Zahlenvorgaben, wie sie Kommission und Parlament der Europäischen Union fordern, soll es aber nicht geben. Die einzelnen Länder sollen „eine angemessene Anzahl“ von Strom-, Wasserstoff- und Erdgastankstellen bereitstellen. Daher gibt es noch reichlich Diskussionsbedarf zwischen Ministerrat und Parlament, bis ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden kann. Der Vorgabe eines einheitlichen Ladesteckers für Elektroautos stimmten die Verkehrsminister dagegen zu.

6 Antworten zu “Der Euro-Elektro-Plan

  1. Neuer Versuch, da mein Kommentar vom ADAC gelöscht wurde:
    Im Oktober hat der ADAC seine Position zum Thema Elektromobilität veröffentlicht. Zusammengefasst: die E-Autofahrer sollen gefälligst zuhause oder auf der Arbeit laden — das reicht auch völlig. Reservierte Parkplätze im öffentlichen Raum (d.h. auch an öffentlichen Ladestationen) nehmen der Allgemeinheit nur wertvollen Parkraum weg und sind ungerecht. Folgt man dieser Argumentation, müsste man konsequenterweise keine Ladestationen mehr im öffentlichen Raum aufstellen. Denn die Parkflächen an den öffentlichen Stationen werden derzeit nicht nur meiner Erfahrung nach gnadenlos zugeparkt durch Nicht-E-Autos — und das völlig zu-„recht“.

    • „Zusammengefasst: die E-Autofahrer sollen gefälligst zuhause oder auf der Arbeit laden — das reicht auch völlig. “
      RICHTIG!
      Geht doch auch!
      Oder warum denn nun nicht???
      DAS funkt!

      • Lieber HelmutH, der Zahnarzt zum Patienten: „Warum ‚aua‘, ich spüre gar nichts!?“ Weil längst nicht alle Menschen a) zuhause einen festen eigenen Parkplatz haben, an dem sie eine Steckdose anbringen könnten — dies betrifft insbesondere die deutschen Innenstädte, in denen zahlreiche Autofahrer Bewohnerparkausweise beantragen und tagtäglich auf die Parkplatzsuche gehen müssen — und b) einen Arbeitgeber haben, der so nett ist und ihnen eine (kostenpflichtige) Lademöglichkeit anbietet. Aber der typische ADAC-Mitarbeiter, nennen wir ihn Walter Hoppenstedt, wohnt sicher in einem Reihenhaus mit Garage und fährt Diesel. Und immer schön die Rollläden runter lassen.

  2. Elektroautofahrer

    Tanken an Autobahnen schafft nur Tesla. Vielleicht setzt sich ja Teslas Schnelladenetzwerk durch ?

  3. „Statt auf Kaufprämien für Elektroautos setzt die zukünftige Bundesregierung auf “nutzerorientierte Anreize”. Zumindest ein konkretes Beispiel, was damit gemeint ist, führt der Koalitionsvertrag auf: “Im Straßenverkehrsrecht schaffen wir die Möglichkeit, dass Kommunen Parkplätze rechtssicher für Carsharing-Autos und Elektroautos ausweisen können.”

    Blablabla… aber immer schön die Rentabilität sabotieren…
    DAS können die bestens.
    Hauptsache die goldene MelkKuh VerbrennerAuto spühlt noch n bisschen was in die Kasse…

  4. Durch Vorgaben aus der EU wird selbst die Bundesregierung gezwungen sich zumindest ein wenig zu bewegen.

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