Karabag 500 E: Elektroauto im Museum


Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München ist um ein Exponat reicher: Der Karabag 500 E wird nach drei Jahren Einsatz beim ADAC zum Ausstellungstück, das die schnelle Entwicklung der Elektromobilität dokumentiert.

Schlüsselübergabe (v.l.n.r.):  Dr. August Markl, Erster Vizepräsident des ADAC, Sylvia Hladky, Ausstellungsleiterin Landverkehr, Michael Ramstetter, Chefredakteur der ADAC  Motorwelt.

Schlüsselübergabe: Dr. August Markl, Erster Vizepräsident des ADAC, Sylvia Hladky, Leiterin der Ausstellungen Landverkehr, Michael Ramstetter, Chefredakteur der ADAC Motorwelt (v.l.n.r.).

So schnell kann ein Auto Geschichte schreiben: Der nur drei Jahre alte Karabag 500 E, eines der ersten vom ADAC getesteten und eingesetzten Elektroautos, ist ab sofort im Verkehrszentrum des Deutschen Museums ausgestellt. In einer feierlichen Zeremonie überreichte Dr. August Markl, Erster Vizepräsident des ADAC, die Schlüssel des Karabag 500 E an Sylvia Hladky, Leiterin der Ausstellungen Landverkehr. Der Karabag 500 E ist ein zum Elektroauto umgebauter Fiat 500; der Verbrennungsmotor wurde durch einen Elektromotor ersetzt. Frau Hladky freut sich über das Geschenk des ADAC: „Wir möchten in unserem Verkehrszentrum auch auf gegenwärtige Technologien eingehen.“

Dass der Karabag bereits museumsreif ist, zeigt die rasante Entwicklung der Elektromobilität seit dem Umbau des Fiat 500 im Jahr 2010. Reichweiten, Ladezeiten und Geschwindigkeit der E-Autos wurden optimiert, die Sicherheitsstandards verbessert. Um aber auf den heutigen Erkenntnisstand kommen zu können, brauchte es Leute wie den Hamburger Nutzfahrzeughändler Sirri Karabag, der zunächst einmal „nur“ den Verbrennungsmotor durch den Elektromotor ersetzte. Für den ADAC war der E-Fiat ein Versuchskaninchen, ein groß angelegter Test der Elektromobilität im täglichen Leben.

Fazit: Für einen „Elektro-Erstling“ hat sich der Karabag 500 E nicht schlecht geschlagen. ADAC Mitarbeiter und ADAC Präsident Peter Meyer nutzten den Karabag hauptsächlich in der Stadt; Landstraße oder Autobahn sind für dieses Auto weniger geeignet. Mit maximal 105 Kilometern pro Stunde und 41 PS erreicht der Karabag gerade einmal die Geschwindigkeit eines Reisebusses, für den „Spurt“ von 60 auf 100 km/h benötigt das Elektroauto ganze 26,7 Sekunden.

Im Vergleich: Ein aktuelles Elektroauto wie der BMW i3 mit 170 PS schafft es, in 3,2 Sekunden von 60 auf 100 km/h zu beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Auch in Sachen Sicherheit hat sich einiges getan: Der Karabag erhielt im ADAC Autotest nur die Note 4,1, weil ihm sogar ESP fehlt. Der BMW i3 hingegen ist mit allen Assistenzsystemen ausgestattet, die der Markt hergibt. Hier eine kleine Auswahl: ESP, Park-, Stau-, Lade-, Reichweiten- und Mobilitätsassistent.

Was die Reichweite betrifft, kann aber auch der BMW (noch) nicht glänzen: Nur bei effizienter Fahrweise hat er mit 130 bis 160 Kilometern die Nase vorn. Der Karabag schafft knapp 140 Kilometer.

5 Antworten zu “Karabag 500 E: Elektroauto im Museum

  1. Pingback: Elektroauto-Modelle - Weblinks - sedl.at

  2. onlyelectrodriver

    Hat der ADAC zuviel Geld ? Ich fahre meine Autos bis der TÜV uns scheidet
    Langzeittest nach 5 / 10 / 15 Jahre das würde uns mehr interessieren

  3. Pingback: Renault-Batteriemietvertrag mit Fußangeln Seite 2 : Die Innovationszyklen bei Elektroautos werden deutlich kürzer ...

  4. „41 PS „???
    muss man doch wirklich nicht so schlecht machen.
    Ich hab Autos mit unter 30PS gefahren und die waren Tauglich und machten Spass!
    Der Renault 4 war das genialste Auto überhaupt: 34 PS und der Innenraum eines Wohnzimmers!
    Und bei 110 km/h kam man sich vor, wie „der Rennfahrer himself“…😉

    Ok, beim Chrash-Test hätte ihn noch jeder Schuhkarton geschlagen… aber egal, das war trotzdem ein geniales Auto!
    Und wenn einer von den Top-SUV´s einen von den aktuellen Kleinwagen auf die Hörner nimmt, wird man sehr schnell merken, dass die „CrashTestUnterschiede“ gar nicht so steinzeitmäsig sind…
    Im Gegentum: vollkommen irrelevant!

    Und dann noch: „…nur die Note 4,1, weil ihm sogar ESP fehlt. “
    Na und? ESP braucht kein richtiger Mensch.
    LERNT ENDLICH AUTOFAHREN!!!

  5. Die Zeiten von elektrischen Kabinenrollern und Bastlerfahrzeugen ist endlich vorbei. Bin mal gespannt, ob die heutigen E-Autos in 3 Jahren auch im Museum sind. (Wenn dann Tesla Mittelklassewagen mit 500 km Reichweite zum Standard geworden sind)

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