Audis neuer Hybrid-Renner für Le Mans


Zwölf Siege bei den vergangenen 14 Rennen: Audi dominiert das 24-Stunden-Rennen von Le Mans seit Jahren. Nun haben die Ingolstädter ihren Hybrid-Rennwagen kräftig überarbeitet.

Komplett überarbeitet: Audi R18 E-Tron Quattro für die 24 Stunden von Le Mans 2014

Komplett überarbeitet: Audi R18 E-Tron Quattro für die 24 Stunden von Le Mans 2014.


Modifikationen für die kommende Saison sind normal, doch das Fahrzeug für die Saison 2014 wurde komplett verändert. Das geschah nicht ganz freiwillig: Das neue Reglement zwingt die Hersteller, fast jedes Bauteil anzufassen.

Limitierte Spritzufuhr für die Motoren

Die Regularien belohnen nicht die größtmögliche Leistung, sondern den möglichst effizienten Umgang mit Energie. Dieser Gedanke ist nicht neu: Auch in der Formel 1 ist der sparsame Einsatz des Treibstoffs inzwischen eine wesentliche Erfolgskomponente. 2014 dürfen die Teams dort pro Wagen und Rennen maximal 100 Liter Sprit verbrennen.

Beim Rennklassiker in Frankreich wird die Spritzufuhr der Motoren begrenzt. So dürfen Benziner nur noch 4,95 Liter pro Runde verbrauchen. Hybridfahrzeuge müssen sich mit 4,8 Litern (Benzin) oder 3,93 Litern (Diesel) begnügen, wenn sie zwei Megajoule Energie zurückgewinnen. Nur 4,42 Liter Benzin oder 3,56 Liter Diesel sind erlaubt, wenn sie acht Megajoule rekuperieren.

Audi hat deshalb den Hybridantrieb des R18 E-Tron Quattro optimiert. Der V6-TDI-Mittelmotor soll mit 30 Prozent weniger Kraftstoff auskommen. Er treibt die Hinterräder an. Dazu baut Audi nun zwei Elektromotoren ein, an jedem Vorderrad einen. „Erstmals ist der Turbolader des Verbrennungsmotors an eine E-Maschine gekoppelt. Durch sie lässt sich die Hitzeenergie des Abgasstroms in elektrische Energie verwandeln – beispielsweise beim Erreichen der Ladedruckgrenze“, so Audi.

Schmaler und leichter

Außerdem haben die Ingenieure die Aerodynamik des Audi R18 E-Tron Quattro überarbeitet. Die Karosserie ist zehn Zentimeter schmaler, und die Räder haben weniger Auflagefläche. Das Reglement zwingt Audi dazu, den R18 E-Tron 20 Millimeter höher zu bauen, 1,05 Meter ist er nun hoch. Um die Sicherheit zu verbessern, müssen die Entwickler die Monocoque-Karosserie stabiler auslegen. Trotzdem wird der neue R18 E-Tron weniger wiegen: 870 anstelle von 915 Kilogramm.

2014 bekommt Seriensieger Audi neue Konkurrenz aus dem eigenen Land: Porsche kehrt nach 16 Jahren Abstinenz zum 24-Stunden-Rennen zurück. Ex-Formel-1-Pilot Mark Webber wird den LMP1 des Sportwagenbauers steuern. Details zu dem Renn-Prototypen gibt es noch keine, doch der Erfolgsdruck auf das Projekt ist groß: Nach wie vor ist Porsche mit 16 Triumphen der Rekordgewinner von Le Mans. Ob diese Erfolgsgeschichte weitergeht, weiß die Motorsportwelt am 15. Juni 2014, wenn die Zielflagge des nächsten Rennens fällt.

Eine Antwort zu “Audis neuer Hybrid-Renner für Le Mans

  1. In diesem Beitrag kommt sehr schön der Effizienzgedanke der Sportwagenweltmeisterschaft WEC, zu der auch die 24h Le Mans zählen, herüber – das ist zeitgemäßer Motorsport!

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