Überholter Vorreiter: Mitsubishi i-MiEV


Kompaktes Stadtauto mit vier vollwertigen Sitzen: Mitsubishi i-MiEV.

Kompaktes Stadtauto mit vier vollwertigen Sitzen: Mitsubishi i-MiEV.

Im Jahr 2010 galt Mitsubishi noch als Vorreiter in Sachen Elektromobilität – war der i-MiEV doch das erste in Großserie gebaute Elektroauto. Heute zeigt der ADAC Autotest des i-MiEV, dass bei der Entwicklung der Elektrofahrzeuge inzwischen viel passiert ist.

Mit einer ermittelten Reichweite von lediglich 90 Kilometern schneidet der japanische Kleinwagen im Vergleich zu ganz neuen Elektroautos deutlich schlechter ab. Die geringe Reichweite liegt zum einen an den kleinen Akkus (16,0 kWh), zum anderen zeigt sich der 49 kW (67 PS) starke Elektromotor bei höheren Geschwindigkeiten nicht besonders effizient. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h wird man zwar auch auf der Autobahn nicht zum Verkehrshindernis, die Reichweite schrumpft dann aber nochmals deutlich. Der i-MiEV kann serienmäßig mit der normalen Haushaltssteckdose in rund acht Stunden oder mittels Schnellladung in rund einer halben Stunde an einer Stromtankstelle aufgeladen werden.

In der Summe zeigt er sich dank seiner fünf Türen und den kompakten Abmessungen als brauchbares, viersitziges Stadtfahrzeug, kann aber sonst keine Glanzpunkte setzen. Der Fahrkomfort ist mau, im Winter friert man aufgrund der zu schwachen Heizung, und die Verarbeitung lässt Wertigkeit vermissen. Für das Gebotene ist ein Grundpreis von 29.300 Euro schlicht inakzeptabel. Da hilft es wenig, dass der i-MiEV bereits voll ausgestattet ist und Mitsubishi eine Garantie für fünf Jahre (oder bis 100.000 Kilometer) auf alle Elektrokomponenten gewährt.

Karosserievarianten: keine
Konkurrenten: Smart ED, VW e-up!

Stärken:
 kompakte Abmessungen
 agiler Elektroantrieb mit ausreichender Höchstgeschwindigkeit
 lokal emissionsfrei

Schwächen:
 stark eingeschränkte Reichweite
kein dreiphasiges Laden möglich
 schlechte Wirtschaftlichkeit
 mäßige Verarbeitung
 schlechter Fahrkomfort
 zu schwache Heizung

Hier finden Sie den ausführlichen Test (pdf) des Mitsubishi i-MiEV mit allen Details.

8 Antworten zu “Überholter Vorreiter: Mitsubishi i-MiEV

  1. Pingback: Kosten von Elektroautos - sedl.at

  2. Hier mal ein schönes Beispiel zur Objektivität der Berichterstattung des ADAC:

    „Der Nissan Leaf stößt beim Fahren selbst zwar keine Schadstoffe aus, bei der Stromerzeugung entstehen diese jedoch schon. Setzt man auch hier wiederden durchschnittlichen Schadstoffausstoß bei der Stromerzeugung in Deutschland an, kann der Elektro-Nissan trotzdem gute 42 von 50 möglichen Punkten erreichen. Zusammen mit den CO2-Punkten erzielt der Leaf 84 Punkte und damit vier von fünf Sternen beim ADAC EcoTest.“

    „Da der BMW i3 beim Fahren selbst keine Schadstoffe ausstößt, erhält er in diesem Kapitel volle 50 Punkte.
    Zusammen mit den CO2-Punkten kommt er auf 98 Punkte – das entspricht den vollen fünf Sternen.“

  3. Da wird ja wieder mal kräftig gegen die Deutsche Konkurrenz geschrieben.
    Einige Angaben sind schlicht falsch. Das Auto gibt es zu großen Mengen für 24900. ungefahren zu kaufen. Die Reichweitenangaben entsprechen meinen praktischen Erfahrungen überhaupt nicht. Es wird in den technischen Angaben mit 150km Reichweite angegeben. Das erreicht er auch unter den dafür angegebenen Bedingungen. Realistisch sind 120km im Sommer und 90 Km im Winter mit gut benutzer Heizung.
    Warum ein Stadtauto an seinen Leistungen auf der Autobahn gemessen wird, werte ich tendenziell eine gewollt negative Aussage.
    Das Auto ist für die Großstadt wie z. B Berlin und das urbane Umland weiterhin höchst geeignet, de 16KW Batterie völlig ausreichend. Es reiht sich damit noch immer eher gleichberechtigt in die heutigen E-Autos ein.
    Das schreibt einer, der nunmehr den dritten Winter mit so einem Auto hinter sich hat, damit 25.000 km gefahren ist, ohne Panne bequem jeden Tag 50 km zum Arbeitsplatz hin und zurückgefahren ist und mehrfach, „obwohl als nicht geeignet bezeichnet“ Fahrten an die Ostseeküste unternommen hat. Die Etappen habe ich übrigens stets mit 110km geplant und durchgeführt, immer einen guten Rest in den Akkus behaltend. Liegengeblieben bin ich übrigens nie!
    Von Anfang, da ich mich selbst für E-Autos interessierte, bemerke ich die tendenziell negative Berichterstattung des ADAC. Da gilt wohl „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich Sing“. Erst recht da es jetzt verspätet die er ersten beiden elektrischen Autos deutscher Hersteller gibt.
    ADAC: Ich kann Euch leider nicht ernst nehmen, solange ihr solcher Art Berichterstattung betreibt.
    Gebraucht gibt C-Zero und Derivate bereits unter 14.000 Euro. Da der Verschleiss lächerlich ist (Eigene Erfahrung) sind das inzwischen gute Angebote.

    • Kann mich Ihren Argumenten nur anschließen. Fahre seit knapp 2 Jahren einen C-Zero und bin sehr zufrieden. Hab neulich einen BMW i3 probegefahren. Natürlich ist der schicker, aber das Reichweiten- und Heizungs-Problem hat er genauso, und bei der Alltagstauglichkeit (hintere Sitzplätze, Lade- und Durchlademöglichkeiten, Wendigkeit) hat er die Nase nicht unbedingt vorne. Ansonsten einige Parallelen (z.B. schmale Reifen, bremst beim Gas-Wegnehmen, Rest-km-Anzeige). Ich kann jedenfalls nicht erkennen, dass da zwischenzeitlich so gewaltig „viel passiert“ wäre.

  4. Warum wird bei diesen City-Flitzern immer die Autobahn als Maßstab der Dinge herangezogen. Tipp: Man könnte auch noch die mangelnde Geländefähigkeit bemängeln. Das wäre allerdings genauso „Sinnbefreit“.

    Viele Nutzer fahren ihre Stadtautos in der Stadt. Da sind die hier aufgeführten Nachteile nicht relevant.

  5. Die Herren ADAC-Journalisten sollen endlich aufhören zu behaupten, dass ein Elektromotor „bei höheren Geschwindigkeiten nicht besonders effizient“ sei. Der Wirkungsgrad des Elektromotors liegt bei 90% (unabhängig von der Geschwindigkeit) und der des Dieselmotors unter 40%.
    Gemeint ist wahrscheinlich das Wort „effektvoll“. Bitte in Zukunft berücksichtigen! Bereits beim ADAC-Test des Smart ed wurde dieser sprachliche Fehlgriff begangen.

  6. Ich frage mich was der Artikel soll. Klar ist der iMiev „alt“. Er wird übrigens bereits seit Juni 2009 produziert und ist seither (fast) unverändert.

    Ist das vielleicht als Aufforderung an Mitsubishi zu sehen, dass sie endlich einen i-Miev 2.0 herausbringen sollen? Wünschenswert wäre es. Die Studie vom Genfer Autosalon im März war ja prinzipiell vielversprechend.

    Das Auto lässt sich mit der verbauten Technik nicht mehr verkaufen. Zumindest nicht zum Listenpreis. Die Schwesternmodelle (Citroen C-Zero / Peugeot iOn) bekommt man als Tageszulassung inzwischen für unter 20.000€.
    Nissan z.B. hat den Leaf bereits nach 3 Jahren vollständig überarbeitet und der verkauft sich ganz gut. Was hindert also Mitsubishi an einer Neuauflage? Wollen die nicht mehr?

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