Ein Fall für den E-Smart


Ein Elektroflitzer als Polizeiauto? Das gibt es nur in Sachsen!
Die lautlosen Stromer werden derzeit von der Bürgerpolizei getestet.

Keiner ist so wendig wie ein Smart. Mit Elektroantrieb fährt er lokal emissionsfrei. Perfekt für die Stadt.

Keiner ist so wendig wie ein Smart. Mit Elektroantrieb fährt er lokal emissionsfrei. Perfekt für die Stadt.

Schuld war ein Apfelbaum. Besser gesagt dessen Äste. Die wollten sich einfach nicht an die Grundstücksgrenzen halten, wucherten dreist auf das Grundstück des Nachbarn – und sorgten für Streit. Ein Fall für Peter Waurich. Der 47-Jährige ist Polizeihauptmeister bei der Bürgerpolizei in Dresden und kümmert sich um die kleinen und großen Sorgen der Einwohner. Er ist Ansprechpartner, Ratgeber und manchmal auch einfach nur starke Schulter.

Sein neuer Partner: ein Smart fortwo mit Elektroantrieb. Insgesamt zehn davon testet die sächsische Polizei im Rahmen eines Behördenprojekts, drei werden in Dresden genutzt. Ein Kleinstwagen bei der Polizei ist ungewöhnlich, doch sein Einsatzzweck klar definiert: Statt auf Verfolgungsjagd zu gehen, patrouilliert er in der Innenstadt. Streife fahren, Präsenz zeigen, für Bürger und Touristen da sein. Und das Ganze lautlos und emissionsfrei.

„Die Leute freuen sich, wenn sie mich mit dem Smart sehen“, sagt Waurich. „Ich werde häufig angesprochen.“ Das erste Eis ist dann bei vielen schon mal gebrochen – der Polizei-Smart als Sympathieträger baut die Hemmschwelle ab, mit der Obrigkeit in Kontakt zu treten. Auch bei unserem Fototermin ist das so: Kaum taucht der weiß-blaue Fortwo vor der Semperoper auf, ist er das Fotomotiv. 

„Durch Fußgängerzonen fahre ich damit jedoch nicht. Der Smart ist sehr leise und wird oft überhört“, sagt der Polizist. Und auch an die geringere Innenbreite im Vergleich zum Golf IV, den er vorher hatte, musste sich Peter Waurich erst gewöhnen. „Mit voller Montur und Dienstwaffe am Körper wird es zu zweit eng.“ Doch meist ist Waurich ohnehin allein unterwegs. Mit der eingeschränkten Reichweite kommt er gut klar: „Das größte Tagespensum waren bisher 75 Kilometer. In der Regel fahre ich weniger.“ Da bleiben noch genügend Reserven, schließlich schafft der Smart ed laut ADAC EcoTest 110 Kilometer.

Mithilfe eines Strommessgeräts in der Polizeigarage protokolliert Peter Waurich nach jeder Ladung, wie viel Energie in den Smart geflossen ist. Auch das gehört zu dem Projekt. Mit rund 20 kWh auf 100 Kilometer liegt der Verbrauch des Polizei-Stromers bisher ganz nah an dem vom ADAC ermittelten Wert von 19,2 kWh. Obwohl er flott gefahren wird.

„Beim Anfahren an der Ampel macht der Smart Spaß“, berichtet Waurich – sichtlich begeistert vom Sprintvermögen des Zweisitzers. „Er geht richtig ab.“ Aber natürlich nie schneller, als die Polizei erlaubt. Probleme mit dem Laden gab es bisher nicht. Nach seinem Arbeitstag stöpselt Waurich sein Dienstfahrzeug an die Steckdose, und am nächsten Morgen ist es wieder einsatzbereit. 

Ein Extra steht noch auf der Wunschliste von Peter Waurich: ein Blaulicht, damit Unfallstellen besser abgesichert werden können. Hier war die Angst vor zu hohem Stromverbrauch wohl zu groß.

Text: Jochen Wieler

8 Antworten zu “Ein Fall für den E-Smart

  1. Pingback: electrive.net » Horizon 2020, Elektroauto-Sicherheit, E-Smarts im Polizeieinsatz, Termine.

  2. Mit rund 20 kWh auf 100 Kilometer liegt der Verbrauch des Polizei-Stromers bisher ganz nah an dem vom ADAC ermittelten Wert von 19,2 kWh. Obwohl er flott gefahren wird.
    … aaarrrrrggghhhhhhh – wie fahren die denn ???

    … und dann noch der uebliche SCHWACHSINN (auch beim ADAC-BLOG!)

    . Ein Extra steht noch auf der Wunschliste von Peter Waurich: ein Blaulicht, damit Unfallstellen besser abgesichert werden können. Hier war die Angst vor zu hohem Stromverbrauch wohl zu groß.

  3. Ich bin überzeugt das E-Mobilität besser vorankäme, würden staatliche Behörden und halbstaatliche Unternehmungen vorleben, was sich die Bundesregierung an Veränderungen im Zusammenhang mit der Energiewende wünscht. Wer die E-Mobilität von der Energiewende ausnehmen möchte, ist zu kurz gesprungen. Wer eine Mio. E-Autos in 2020 erreichen möchte, soll doch mal bitte mit vorangehen. Gleichzeitig würde so ein Markt von E-Autos entstehen, der wegen der hohen Preise von neuen E-Wagen dringend notwendig scheint.
    In diesem Lande herrscht scheinbarer Stillstand bei der Verbreitung der E-Mobilität . Wie soll man sonst 7000 neu zugelassene E-Autos zu Millionen neu zugelassenen Verbrenner bewerten?

    • Das ist kein spezielles Problem der E-Autos, sondern das generell „unheimliche“ an so „neuen“ Dingen wie Elektromotoren, Akkumulatoren, PV-Anlagen, Windrädern, Stromtrassen, Handymasten…. uswusf.
      Fortschritt bedeutet immer auch Veränderung. Leider haben „die Deutschen“ (die überwiegende Mehrheit zumindest) Angst vor Veränderungen. Oder wie erklärt sich sonst, dass Frau Merkel wieder gewählt wurde?

  4. Mit eingeschaltetem Blaulicht sinkt die Reichweite von 130 km auf 129,8 km. Ich denke, dies könnte man tolerieren.

  5. Für HelmutH bitte die Ironie Tags beim letzten Satz hinzufügen…😉

    • Na klar, „Anonym“ weiss Bescheid…
      NEIN!
      Bei dem „Durchblick“, der bezüglich Elektroantrieb herrscht in diesem unserem Lande ist der letzte Satz definitiv mehr als kontraproduktiv, auch WENN er ironisch gemeint gewesen wäre!
      Der letzte Absatz ist leider NUR dämlich.

  6. Stromverbrauch vom Blaulicht???
    LÄCHERLICH!

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