Erste Ausfahrt im Elektro-Golf


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Jetzt auch mit Elektromotor: Der VW E-Golf kostet mindestens 34.900 Euro.

Elektroautos sind in aller Munde – aber stehen noch lange nicht in jeder Garage. Nun bietet Volkswagen den Bestseller Golf auch in einer Elektrovariante an. Für das Nischenprodukt E-Auto ist das ein wichtiger Schritt zum Volks-Stromer. Eine erste Ausfahrt zeigt, dass mit dem Golf elektrisch Autofahren ungewöhnlich gewöhnlich wird.

Denn der E-Golf ist in erster Linie ein Golf und kein Auto mit einem Antrieb X oder Y. Das beginnt beim Blick auf das Blechkleid des Wolfsburgers. Das Testfahrzeug hat vier Türen, je eine Motor- und Kofferraumklappe, und auf der rechten Seite hinter der B-Säule befindet sich eine Öffnung, durch die der Kraftstoff aufgefüllt werden kann. Dieses Auto ist einfach ein Golf.

Nutzwert oder Komfort entsprechen dem Standardmodell, und die Bedienung ist so unkompliziert und vertraut, dass Autofahrer intuitiv mit dem Kompakt-Stromer zurechtkommen. Wer einen x-beliebigen Golf fahren kann, der kann auch die Elektrovariante bedienen. Einsteigen, Startknopf betätigen, Automatikwahlhebel auf „Drive“ stellen. Mehr ist außer genügend Strom in der Batterie nicht notwendig, um Elektro-Golf zu fahren.

Zügig oder sparsam?

Der verbaute Elektromotor leistet 85 kW, was 115 PS entspricht. Das Drehmoment beträgt 270 Newtonmeter. Damit beschleunigt der Wagen in 10,4 Sekunden auf 100 km/h. Doch bei Bedarf kann der Fahrer Leistung und Beschleunigungsvermögen drosseln, außerdem die Klimatisierung herunterfahren – und so die Reichweite verlängern. Drei Fahrmodi stehen dafür zur Verfügung. Rekuperation, also die Rückgewinnung von Bremsenergie, soll den Wagen zusätzlich weiter fahren lassen. Das mag beim ersten Kontakt mit einem Elektroauto ungewohnt sein. Doch auch Ungeübte lernen schnell den Effekt zu schätzen, dass der Wagen leicht bremst, wenn der Fuß vom Gas geht. Geschickte Fahrer bewegen sich so fast ohne Betätigung der Bremse durch den Stadtverkehr.

Zwischen 130 und 190 Kilometer weit soll der E-Golf fahren können, was für die allermeisten Menschen im Alltagsbetrieb absolut ausreichend wäre. Bei der ersten Probefahrt im Berliner Stadtverkehr konnten diese Zahlen nicht überprüft werden. Das wird ein kommender Alltagstest zeigen müssen.

Ladung dauert bis zu 13 Stunden

Je nach Stromquelle ist der Wagen in einem Zeitraum zwischen knapp einer (spezielle Ladestation) und bis zu 13 Stunden (Haushaltssteckdose) getankt. Das Fahrverhalten ist unkompliziert. 318 Kilogramm wiegt die Batterie im Fahrzeugboden, entsprechend niedrig ist der Schwerpunkt. Das verleiht dem Kompaktwagen eine sichere Straßenlage.

Zu sportlich jedoch ist das Fahrwerk ausgefallen, das in einem Massenmodell deutlich komfortabler sein sollte. Doch eine allzu rasche Ausbreitung des Elektro-Nachzüglers aus Wolfsburg wird sein Preis verhindern. 34.900 Euro kostet die Grundversion. Dafür ist der Wagen schon gut ausgestattet, aber trotzdem immer noch mehr als doppelt so teuer wie das Basismodell – und damit zu teuer, um in absehbarer Zeit zum Massen-Stromer zu werden.

Nichtsdestotrotz wird allein die Tatsache, dass VW ein so unkompliziertes und populäres Auto als E-Fahrzeug anbietet, der Elektromobilität einen Schub geben.

Text: Sascha Gorhau

5 Antworten zu “Erste Ausfahrt im Elektro-Golf

  1. solche autos werden nie ein groser hit weil die akkus sind zu schwer und zu teuer!

  2. Bei Bedarf kann der Fahrer Beschleunigungsvermögen und Motorleistung drosseln und nur noch in 30 er Zonen herumfahren um so die Reichweite zu verlängern. Sinnvoll wäre es auch nur im Sommer nur bei trockenem Wetter zu fahren oder die Klimaanlagen und sämtliche anderen Zusatzgeräte nach Möglichkeit nicht zu benutzen um eine maximale Reichweite von 100 KM eventuell zu erreichen.

    Vorsichtig ausgedrückt: Eine „hirnrissige Technologie“.

  3. Über den Erfolg dieses Modells entscheidet letztendlich auch die Motivation der VW-Händler es zu promoten. Der Umsatz mit dem Service dürfte beim reinen E-Modell deutlich geringer sein als bei den Verbrennern. Wenn jetzt VW auch noch die Marge beim Verkauf drückt (analog Opel beim Ampera) werden ähnlich niedrige Verkaufszahlen wie beim Ampera dabei herauskommen. Aus diesem Grund verkauft Tesla grundsätzlich nicht über Händler, was ja anscheinend funktioniert.

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