Angeblich marktreif: Karabag entwickelt kabelloses Ladesystem


Anfahren, andocken, fertig: Sirri Karabag präsentiert seine induktive Ladesäule auf dem Airbus-Werksgelände.

Anfahren, andocken, fertig: Sirri Karabag (links) präsentiert seine induktive Ladesäule auf dem Airbus-Werksgelände.

Wochenlang testete der Elektroauto-Spezialist Karabag induktives, kabelloses Laden am Airbus-Standort Hamburg. Nun ist das System laut Hersteller serienreif. Zusammen mit Kooperationspartnern soll bald der Marktstart folgen. 

Wer ein E-Auto fährt, muss bekanntlich von Zeit zu Zeit die Batterie im Fahrzeug aufladen. Und das funktioniert meist so: Ein dickes Kabel wird aus dem Kofferraum geholt, am Fahrzeug und an der Ladesäule eingesteckt,  nach dem Ladevorgang wieder abgeklemmt und zusammengerollt. Beim anschließenden Wiederverstauen macht man sich meist am Kabel die Hände schmutzig. Insgesamt also manches Mal ein eher lästiges Prozedere.

Der Ladevorgang könnte künftig deutlich einfacher ausfallen: Vorwärts an die Ladesäule fahren, andocken und abwarten, bis das Fahrzeug aufgeladen ist. Alles vollkommen kabellos – also induktiv. So ähnlich funktioniert das seit Langem zum Beispiel bei elektrischen Zahnbürsten. Sollten auch Autos mit E-Antrieb ohne Kabel zu laden sein, wäre das eine große Erleichterung für deren Fahrer, denn manch potenzieller Käufer eines Elektroautos scheut eventuell noch davor zurück, ständig mit Kabeln und Starkstrom zu hantieren. Bislang existierte allerdings noch kein serienreifes, induktives Ladesystem für E-Autos.

Die Hamburger Firma Karabag erklärte nun, ihre induktive Ladestation sei markt- und serienreif. Man habe sie am Airbus-Standort Hamburg mehrere Wochen mit dem teilweise elektrischen Fuhrpark des Flugzeugherstellers problemlos getestet. Und so funktioniert das induktive Laden mit der Karabag-Station: Fährt man frontal nahe genug an die Ladesäule und dockt an, baut sich ein Magnetfeld auf, und die Batterie wird über eine Platte hinter dem Nummernschild aufgeladen. Das induktive Ladesystem ist grundsätzlich nachrüstbar. Dabei muss sich der Kunde nicht für ein System entscheiden. E-Auto-Fahrer können beide Systeme (induktives oder konduktives Laden mit Kabel) in ein und demselben Fahrzeug abwechselnd nutzen.

Momentan kostet eine induktive Ladesäule von Karabag etwa 5000 Euro. Wird das Ladesystem in Serie produziert, fällt der Preis laut Hersteller auf etwa 2000 Euro. So viel kostet derzeit auch eine herkömmliche Ladesäule mit Kabelanschluss.

Die Homepage des E-Auto-Tüftlers Sirri Karabag finden Sie hier.

6 Antworten zu “Angeblich marktreif: Karabag entwickelt kabelloses Ladesystem

  1. Pingback: EU beschließt einheitliche Stecker für E-Autos | Das elektrische Fahrtenbuch

  2. Hallo und Guten Tag,

    es gibt kein Problem mit Herzschrittmachern. Die magnetische Strahlung ist gering und auf wenige Zentimeter rund um das Nummernschild reduziert.

    Die Lösungen unter dem Wagenboden müssen das Magnetfeld meist über einen Luftspalt übertragen. In diesem Fall wäre die Strahlung größer.

  3. Hinter dem Nummernschild ???
    Gibt es da keine Probleme wenn Personen mit Herzschrittmacher sich am Auto vorbeiquetschen ? Das Magnetfeld wird schon recht groß sein.

    Besser finde ich die Lösungen die unter dem Wagenboden installiert werden.

  4. Es ist schon seltsam dass das Hantieren mit einem Kabel als Nachteil empfunden wird. Haben wir doch die letzten 100 Jahre auch gemacht. Nur dass das Stromkabel nicht stinkt und spritzt (wenn man nicht aufpasst). Gegen Dreck helfen übrigens Handschuhe. Gibt es auch an jeder Tankstelle, damit man sich am Zapfhahn zumindest nicht die Hände dreckig macht.

    Nicht falsch verstehen. Ich finde jeden Pluspunkt, den die Elektromobilität gegenüber flüssigen bzw. gasförmigen Kraftstoffen bekommt, gut. Die Vorteile überwiegen aus meiner Sicht zwar jetzt schon, das induktive Laden könnte aber bei der Marktdurchdringung schon ein Stück weit helfen. Elektroautos (ab einer bestimmten Größe) sind halt derzeit nur Spielzeug für Besserverdiener. In 5-10 Jahren sieht das sicher anders aus.

  5. „… wieder abgeklemmt und zusammengerollt. Beim anschließenden Wiederverstauen macht man sich meist am Kabel die Hände schmutzig.“
    Tatsächlich?
    Dachte eig., Standard wäre ein automatischer Aufroller, Sowas wie beim Staubsauger??
    Wenn nein, warum nicht?

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