Mehr Reichweite durch hocheffiziente Radnabenmotoren


Kann die Technologie dieses Fahrzeugs die Reichweite von E-Autos entscheidend erhöhen? Der japanische SIM-HAL hat besonders effiziente Radnabenmotoren.

Kann die Technologie dieses Fahrzeugs die Reichweite von E-Autos entscheidend erhöhen? Der japanische SIM-HAL hat besonders effiziente Radnabenmotoren.


Das japanische Unternehmen SIM-Drive hat einen elektrischen Radnabenmotor entwickelt, der deutlich weniger Energie verbraucht als herkömmliche Elektroantriebe. Im neuen Fahrzeug-Prototyp namens SIM-HAL kommen vier dieser Motoren zum Einsatz. Reichweiten um die 400 Kilometer sollen so mit kleinen Batterien möglich sein. 

High-Efficiency-All-Wheel-Link – oder SIM-HAL – nennt der japanische Entwickler SIM-Drive seinen insgesamt vierten Protoytp, der am vergangenen Freitag an der Universität von Tokyo vorgestellt wurde. Die Besonderheit dieses Elektroautos: Pro Reifen wurde ein Radnabenmotor eingebaut, der hocheffizient ist und besonders wenig Strom verbraucht. Ein Jahr Entwicklungsarbeit war nötig, bis SIM-HAL fertiggestellt wurde.

Vor allem die inneren Werte des Prototyps sind beeindruckend. Der elektrische Allradler verfügt über eine Leistung von 352 PS und kann laut Hersteller 404,1 Kilometer weit fahren, bis die Batterie leer ist. Dabei wiegt der SIM-HAL ähnlich viel wie eine Mittelklasse-Limousine: 1510 Kilogramm. In nur 4,7 Sekunden erreicht der E-Flitzer Tempo 100, dank seiner phänomenalen 2480 Newtonmeter (Nm) Drehmoment (620 Nm pro Radnabenmotor). Zum Vergleich: Der aktuelle Top-Sportwagen Porsche 911 GT3 mit 475 PS erreicht ein Maximal-Drehmoment von 440 Nm.

Die Effizienz der Radnabenmotoren könnte die Elektromobilität entscheidend voranbringen: Pro Kilometer verbraucht das E-Auto SIM-HAL 86,9 Wattstunden (Wh) Energie. Bei einer Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie von 35,1 Kilowattstunden (kWh) ergibt das gut 400 Kilometer Reichweite.

Zurzeit gilt das Model S von Tesla mit ebenfalls 400 Kilometern Reichweite als elektromobiles Nonplusultra. Allerdings braucht die Sportlimousine mit Hinterradantrieb dafür eine Batteriekapazität von 85 kWh, denn sie verbraucht pro Kilometer etwa 212 Wh und damit mehr als doppelt so viel Strom wie der SIM-HAL.

Wann oder ob jemals ein Fahrzeug mit der Technologie von SIM-Drive in Serie gehen wird, ist unklar. Doch Toyota hat bereits die Fühler ausgestreckt und eine kleine Kooperation gestartet. Die vier Nabenmotoren von SIM-Drive sind testweise in einen Toyota GT 86 eingebaut worden, der nun SIM-86e heißt. Der E-Sportwagen soll dieselben Daten erreichen wie der SIM-HAL. Im folgenden Video dreht der elektrische SIM-86e seine Testrunden.

Hier finden Sie die englische Homepage von SIM-Drive

4 Antworten zu “Mehr Reichweite durch hocheffiziente Radnabenmotoren

  1. Zu viele Ungereimtheiten!
    1. Ein normaler Elektromotor hat heute einen Wirkungsgrad von ca. 90%. Danach kann die Effizienz um maximal 10% gesteigert werden und nicht um 100%.
    2. Um ein Fahrzeug, egal mit welchem Antrieb auch immer, zu bewegen müssen Roll- und Luftwiderstand überwunden werden. Das ist abhängig von Masse und Cw-Wert. Die gezeigte Limousine mit 1510kg wird bei einem Verbrauch von 86,9 Wh und einem Wirkungsgrad des Motors von 100% nicht schneller als 40 km/h oder verbraucht mehr.
    3. Bei 2480 Nm Drehmoment und 4WD sollten die 100 km/h in unter 3 Sekunden erreichbar sein. Ein Tesla Model S mit 2,2t und 600Nm beschleunigt in 4,4s der SIM-HAL in 4,7s auf 100 – komisch, das muss ja eine lustige Leistungskurve des Motors sein oder der Akku bringt den Saft nicht her – dann stimmen aber auch die Leistungsdaten nicht.

    Fazit: Tolles Konzept – nur die Zahlen im Artikel sind sehr fragwürdig.

  2. Es ist schon erstaunlich, daß eigentlich längst dagewesene sehr gute Ideen, die – warum auch immer wieder in der Versenkung verschwunden (wurden/)sind – nicht nur wieder aufgekocht, sondern auch wieder hochgejubelt werden…

    Wie hieß es doch damals? PML Flightlink versus heut SIM-Drive. Und Hy-Pa Drive versus heut SIM-HAL.

    Die Idee ist gut – keine Frage. Sehr gut sogar. So gut, daß es Zeit wird, endlich mal aus dem Allerwertesten zu kommen. Es ist schon peinlich wie lange offensichtlich alle an der Wand schlafen (wollen), bevor sie endlich mal in die Puschen kommen.

    Und liebe europäischen Hersteller, zieht Euch warm an. Eure Hinhalte-Taktik aus primär wohl Profitmacherei wird Euch evtl. eines Tages schmerzhaft zu stehen kommen…

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