Auf den Spuren des Wechselstromers: Nikola-Tesla-Elektro-Rallye durch Kroatien


Blick auf die kroatischen Inseln. Das Model S wartet am Straßenrand (Quelle: Reiner Riedler/ADAC Reisemagazin).

Blick auf die kroatischen Inseln. Ein Tesla Model S wartet am Straßenrand (Foto: Reiner Riedler/ADAC Reisemagazin).

Dass der Name Tesla für den Hersteller teurer und schneller Elektroautos aus Kalifornien steht, wissen inzwischen nicht nur Fans der E-Mobilität, sondern auch viele Autofahrer, die (noch) Benzin im Blut haben. Den Umstand, dass der Namenspatron des umtriebigen US-Autoherstellers ein Wissenschaftler aus dem heutigen Kroatien war, kennen jedoch nur wenige.

Nikola Tesla (1856 bis 1943) ist als Erfinder des Wechselstroms in die Geschichte eingegangen – ohne ihn würde es Wechselstrom-Elektromotoren oder Radios in ihrer heutigen Form nicht geben. Dem Innovator zu Ehren findet vom 27. bis 30. Mai 2014 die „Nikola Tesla Rallye“ statt. Zugelassen sind rein elektrisch angetriebene Autos, daher heißt die Veranstaltung offiziell auch EV-Rallye (steht für Electric Vehicle). Schirmherren der elektrischen Wettfahrt sind unter anderem das kroatische Wirtschafts- und das Tourismusministerium.

Internationale Wettfahrt für Stromer

Ausgangspunkt der Rallye ist Pula in Istrien. Am Meer entlang geht es in mehreren Etappen nach Zagreb, über Smiljan, den Geburtsort von Nikola Tesla im Hinterland.

Tesla kommt zu Hause an: An der Statue von Nikola Tesla vor dessen Geburtshaus (Quelle: Christian Buric, privat).

Tesla zuhause: An der Statue von Nikola Tesla vor dessen Geburtshaus (Quelle: Christian Buric, privat).

Insgesamt werden um die 850 Kilometer zurückgelegt. Die Teilnahmegebühr für Elektromobilisten, die mit ihrem privaten E-Auto starten wollen, beträgt 150 Euro, Unternehmen zahlen 750 Euro. Ziel der Rallye ist es, das Bewusstsein für Ökologie und nachhaltigen Tourismus in Kroatien zu schärfen. Dementsprechend soll auch eine “grüne, touristische Magistrale” mit Ladestationen entlang der Küste entstehen.

E-Rennwagen mit über 1000 PS: Das Concept One ist bei der Rallye dabei (Quelle: Rimac Automobili und kilovatmedia)

E-Rennwagen mit über 1000 PS: Das Concept One ist bei der Rallye dabei (Foto: Rimac Automobili und kilovatmedia)

Es ist die erste derartige Veranstaltung in Kroatien, im Anschluss soll die Rallye jährlich stattfinden. An den Start gehen Elektroautos unterschiedlichster Bauart. Das exotischste E-Mobil ist sicher der Concept One mit 1088 PS. Der kleinste E-Renner im Starterfeld dürfte der Loox des kroatischen Herstellers Dok-Ing sein.

Elektrischer Kleinstwagen Loox (Quelle: Dok-Ing und kilovatmedia)

Elektrischer Kleinstwagen Loox (Foto: Dok-Ing und kilovatmedia)

Diverse Elektro-Umbauten herkömmlicher Serienfahrzeuge und E-Autos von Mitsubishi sind ebenso angemeldet wie das kalifornische Tesla Model S.

Vorgefahren: Tesla Model S im ADAC Reisemagazin Kroatien

rm_2014_02_174x225Für eine Reportage im ADAC Reisemagazin Kroatien, das im Februar 2014 erschienen ist, haben wir einen Teil der Strecke bereits im September 2013 abgefahren, und zwar mit der Elektro-Limousine Tesla Model S (hier die Ergebnisse des ADAC Autotests im pdf). Damals ging es auf der landschaftlich reizvollen Strecke von Opatija nach Smiljan. Die Fahrt über die Küstenstraße ist ein Genuss – von den steilen Klippen hat man einen atemberaubenden Blick auf das türkisfarbene Wasser der Adria.

Inzwischen stehen für die E-Rallye genügend Ladestationen entlang der Strecke zur Verfügung. 2013 war noch besondere Akribie bei der Tankstellenplanung nötig. Beim Laden war man damals noch auf Yachthäfen oder auf die Starkstromanschlüsse an Feuerwehrhäusern angewiesen.

Laden in der Marina von Opatija (Quelle: Christian Buric, privat)

Laden in der Marina von Opatija (Foto: Christian Buric, privat)

Nikola Tesla wäre von den modernen Elektroautos, die sich nun auf seine Spuren begeben, begeistert. Mit der Innovation des Wechselstromsystems hat der in Kroatien geborene Serbe, der später in die USA auswanderte und Amerikaner und Kosmopolit wurde, die ganze Welt revolutioniert. Falsche Geschäftspartner, das Desinteresse an Eigenmarketing und viele nicht dokumentierte Erfindungen brachten dem Elektrotechniker allerdings den Ruf eines verrückten Professors ein.

Als Visionär war er dagegen der Auffassung, dass die Natur der Energieversorger der Zukunft sei. Quellen waren für ihn vor allem Sonne, Wasser und Wind. Beim Thema erneuerbare Energien war er also ein Vordenker. Die Verbrennung von Öl war für ihn jedenfalls Barbarei. Ein Gedanke, der in Zeiten knapper fossiler Brennstoffe aktueller denn je ist.

Text: Dr. Christian Buric

2 Antworten zu “Auf den Spuren des Wechselstromers: Nikola-Tesla-Elektro-Rallye durch Kroatien

  1. Leider hat Dok-Ing den Bau des LOOX aufgegeben, mit Minenräumgeräten verdient man anscheinend besser….

  2. Aleksandar Lukin

    Sehr interessante Geschichte im Stile des „back to the roots“.
    Die Destination Kroatien kann sich hier sicher zum ersten Elektroreiseland entwickeln, zumal die Distanzen an der Küste von Ort zu Ort meist unter 100 km liegen. Mit dem entsprechenden „Tanknetz“ wäre es definitiv hoch interessant.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s