ADAC Autotest e-Golf: Der Volks-Elektro-Wagen


Der neue Elektro-Golf ist stark, sicher, umweltschonend und extrem leise. Insgesamt ein recht gelungenes Auto – aber mit Einschränkungen. Der hohe Anschaffungspreis, der starke Wertverlust und die bedingte Alltagstauglichkeit fallen negativ auf. 

Getreu der Firmenphilosophie wird der elektrische Triebstrang in ein vorhandenes Fahrzeug implantiert und kein exklusives Elektroauto konstruiert. Auch im Bereich der Elektromobilität gehört der Golf zum Besten was angeboten wird. Der Fahrer muss die Bedienung kaum erlernen. Serienmäßig wird an Schuko-Steckdosen geladen (Ladezeit bis zu 13 Stunden). Gegen Aufpreis gibt es auch Ladekabel für Ladestationen/Wallboxen (9 Stunden) und Schnellladestationen (0,5 Stunden für 80%).

Der 85kW/115 PS starke Elektromotor sorgt bis 140 km/h für ordentliche Fahrleistungen, danach ist er abgeregelt. Die Geräuschdämmung ist hervorragend – die Antriebseinheit wird im Innenraum kaum wahrgenommen. Realistisch ist eine Reichweite von 130 Kilometern. Dank des sehr niedrigen Stromverbrauchs und des damit verbundenen niedrigen CO2-Ausstoßes bei der Stromgewinnung erzielt der e-Golf mit 103 Punkten ein neues Rekordergebnis beim ADAC EcoTest.

Die negativen Seiten sind typisch für ein Elektroauto: Geringe Reichweite, hoher Anschaffungspreis (34.900 Euro), großer Wertverlust. Die Elektromobilität hat ihre Nachteile, der Golf setzt das Konzept aber bestmöglich um.

Karosserievarianten: keine
Konkurrenten: Ford Focus Electric, Nissan Leaf

Stärken:

 hohes Sicherheitsniveau
 sehr gutes EcoTest Ergebnis
 sehr viel Platz im Innenraum
 sehr niedriger Geräuschpegel im Innenraum
 sehr niedrige Betriebskosten
 gelungene Antriebseinheit

Schwächen:

 sehr hoher Anschaffungspreis
 eingeschränkte Alltagstauglichkeit
 hoher Wertverlust
 Fahrlichtanzeige nur im Lichtschalter
 kein drei-phasiges Laden möglich

Den ausführlichen Test mit allen Fakten und Details (pdf) finden Sie auf unserer Homepage www.adac.de

 

7 Antworten zu “ADAC Autotest e-Golf: Der Volks-Elektro-Wagen

  1. Das ganze Könnte eigentlich viel Fortgeschrittener sein wenn es wirklich im Interesse von Autohersteller wäre.

  2. Ich habe mir den e-Golf die letzten beiden Tage ausgeliehen. Die eingeschränkte Alltagstauglichkeit kann ich nicht nachvollziehen. Der Alltag sieht ja in der Regel so aus, dass man Kurzstrecken fährt oder zur Arbeitsstätte pendelt. Das kann der Golf alles und sogar noch sehr sparsam dazu. Der Preis ist natürlich hoch, aber Privatpersonen kaufen sich ja eher Jahreswagen. Der einzige echte Nachteil sind die fehlenden Schnellademöglichkeiten. Das ist ärgerlich und hätte vermieden werden müssen. An sowas erkennt man aber, wie wichtig das Thema tatsächlich ist.

    Mein Verbrauch in einer Mittelgebirgsregion mit viel Überlandanteil lag übrigens bei 11,9 kWh/100km. Das ist eine Ansage. Natürlich unter guten Wetterbedingungen und möglichst effizienter Fahrweise (wobei das sicher noch besser geht, wenn man das Auto mal länger hat).
    Im Winter werde ich das wiederholen.

  3. Wenn man überlegt was viele an so einen eGolf an Erwartungen gesteckt haben, dann fällt alles etwas ernüchternd aus, aber das ist alles sicherlich noch in den Kinderschuhen und hoffe das es in den nächsten Jahren weiterentwickelt wird.

  4. Möglicherweise ist das ja der bessere Weg…..einfach ein bekanntes Serienmodell zu nehmen und es elektrifizieren. Das hält die Produktionskosten niedriger als bei einer Neuentwicklung. Nun müssen die Preise noch so sein, das sie von den Leuten akzeptiert werden
    Für unsere täglichen Transportbedürfnisse reicht er aus, ob Sommer oder Winter. Einzige Ausnahme, die Urlaubsreise über mehrere hundert Kilometer. Das Angebot für 30 Tage im Jahr einen Verbebner nutzen zu können hilft bei der Entscheidung.
    Inzwischen bin ich über in über drei Jahren 35.000 km privat elektrisch gefahren, mit einem C-Zero und einem LEAF.
    Die „Treibstoffkosten“ jedenfalls und die Wartungskosten sprechen für sich, die Zuverlässigkeit ebenfalls.
    Sollte ein neues Auto notwendig werden, wird es wieder vollelektrisch sein.
    Möglicherweise ist es ja ein Golf, die Probefahrt jedenfalls was fantastisch.
    Allerdings verstehe ich nicht, warum VW auf einphasiges Laden gesetzt hat.
    Das ist Technik von gestern!!! Für die heimische Garage sofern man hat und für den „Notfall“ gut. Zukünftig sollte dringend mehr auf mehrphasiges Laden und Schnellladeverfahren gesetzt werden. Das Schnellladen geht auch mit dem Golf, leider nur mit Aufpreis!!!!
    Andere können das besser, auch LEAF und C-Zero nebst seiner Derivate können das Serienmäßig. Auch finde ich das Chamäleon-Ladesystem von Renault ganz gut.

    Liebe VW“er, macht was am Preis und sorgt für modernes mehrphasiges Laden und für eine gute CCS Ladeinfrastruktur, dann steigt die Akzeptanz auch für etwas längere Strecken. Ich denke, ihr seid auf dem richtigen Weg….allerdings habt ihr auch ein wenig die Zeit verschlafen.
    Nun aber los…..

  5. Für den Großteil der Autofahrer sollte eine Reichweite von 130km im Alltag vollkommen ausreichend sein…

  6. Elektroautofahrer

    Unbrauchbar im Alltag. Besser kann man es nicht zusammenfassen. Ideal für Behörden mit 30-40KM Botenfahrten am Tag. Wenn man so ein Auto am Tag nicht Mittags schnell wieder aufladen kann ist es nur für absolute Kurzstrecken brauchbar. Fahrten an die Ostsee / Nordsee mangels CCS Ladestationen nicht machbar. Laden an 4200 in deutschland vorhandenen öffentlichen 22kw AC Stationen nur mit 3,7kw, wie peinlich. Na ja die neuen Batterien sind von Audi / VW schon angekündigt, da kann der „FAN“ dann sehen wie er die alte Kiste loswird. Privat untragbar, für deutsche Schaufensterprojekte mit Steuergeldvernichtung und teuren ebenfalls geförderten CCS Ladestationen (8 Stück für 3 Millionen € an der A9) ideal.

  7. Der hohe Anschaffungspreis relativiert sich ein wenig, wenn man die niedrigen Betriebskosten und Wartungskosten einrechnet und die Tatsache dass VW für 30 Tage im Jahr ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor kostenlos zur Verfügung stellt, für Fahrten bei denen die Reichweite/Ladevolumen des e-Golf mal nicht ausreicht.
    Beim Wertverlust wird man erst in ein paar Jahren sehen, ob der wirklich so hoch ist. Evtl. kommt es ja ganz anders…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s