Renault Twizy: So gefährlich ist das Elektro-Leichtmobil


Elektroauto, Crashtest, Renault Twizy

Am Limit: Beim Seitencrash wird der Kopf des Renault-Twizy-Fahrers nach außen geschleudert.

Erschreckendes Ergebnis beim Euro NCAP-Crashtest des Renault Twizy: Schon ein Zusammenstoß bei 50 km/h (statt sonst im Test üblichen 64 km/h) kann für den Insassen des Elektro-Leichtmobils schlimme Folgen haben.

Bei schlechtem Wetter machen Pedelecs oder Elektroroller wenig Spaß. Eine Alternative, um trocken von A nach B zu kommen, sind Leichtkraft-Elektromobile wie der Renault Twizy. Seine Karosserie bietet in erster Linie einen Wetterschutz, sicherheitsrelevant ist sie offensichtlich kaum. Aktuelle Crash-Versuche nach Euro NCAP-Norm zeigen nun, wie dramatisch die Verletzungen bei Unfällen ausfallen können.

Schlechter Seitenschutz

Der Renault Twizy erreicht das beste Resultat von vier getesteten Leichtmobilen – allerdings mit nur 13 von maximal 32 Punkten für die Insassensicherheit. Er besitzt als einziger einen Fahrerairbag und einen 4-Punkt-Sicherheitsgurt. Trotz stabiler Insassenzelle kam es aber beim Fahrerdummy zu sehr hohen Halskräften sowie hohen Belastungen an den Oberschenkeln und Knien. Durch die offene Struktur im Seitenbereich ist auch kein guter Seitenschutz gewährleistet.

Die Ergebnisse sind – wie zu befürchten war – sehr schlecht. Trotz reduzierter Frontaufprallgeschwindigkeit schaffte kein Proband ein zufriedenstellendes Ergebnis. Bei allen Modellen musste ein hohes Verletzungsrisiko festgestellt werden.

Sicherheit wie auf einem Motorrad

Das Sicherheitsniveau von Leichtmobilen wie dem Renault Twizy ist insgesamt immer noch deutlich unter dem von kleinen Pkw. Es ist grob vergleichbar mit dem von Motorradfahrern. Das sollten Fahrer und Käufer bei der Kaufentscheidung unbedingt berücksichtigen.

Der ADAC fordert den Gesetzgeber auf, auch für Leichtmobile Mindestsicherheitsanforderungen vorschreiben, die die Hersteller zum Einsatz von besseren Sicherheitstechniken zwingt. Es dürfen weder beim Front- noch beim Seitenaufprall so gravierende Verletzungsrisiken auftreten wie in diesem Test dargestellt.

Hier finden Sie den ausführlichen Crashtest der Leichtmobile inklusive Video.

5 Antworten zu “Renault Twizy: So gefährlich ist das Elektro-Leichtmobil

  1. Pingback: Elektro-Leichtfahrzeuge - sedl.at

  2. Schön ist das sicherlich nicht. Aber fangmer doch mal von GANZ vorne an:

    Ist es wirklich aus jedem Blickwinkel betrachtet notwendig für den Transport von 1, maximal 2 Personen 1-1,5 Tonnen Gewicht durch die Gegend zu beschleunigen? Ist nicht im minimalen Falle bereits ein Fahrrad – entsprechende Bedingungen vorausgesetzt – bereits ein adäquates Fortbewegungsmittel? Oder ein Motorroller?

    Und ist nicht aus eben jenem Blickwinkel betrachtet ein Fahrzeug, welches 500 anstelle 1.500 kg Gewicht auf die Wage bringt und 2 anstelle 5 Personen + Gepäck aufnimmt – in 80% aller Fälle aber nur durch eine einzige Person ohne Gepäck besetzt wird – ein guter Schritt in diese spezielle Richtung?

    Daß ein 1,5-2 Tonnen Geländewagen theor. – und sicher auch praktisch – massiver gebaut ist als ein 500kg Hüpfer – oder gar ein 12kg Fahrrad – ist da zwangsläufig logisch.

    Daß an eben jenem Punkt die Sicherheit leidet ist sicher nicht schön und geradezu schade, aber vielleicht sollte man sich schlicht und ergreifend einen Fakt vergegenwärtigen:

    Mit steigender Fahrzeugmasse steigt theor. die mögliche Sicherheit (und die notwendige Energie das Fahrzeug zu beschleunigen). Was im Umkehrschluß bedeutet, daß alle, die keine hohe Masse durch die Gegend schleppen, einem höheren theor. Risiko ausgesetzt sind.

    Von Schutzlos bis gepanzert – bei proportional steigendem Energiebedarf für Bewegung
    1. Fußgänger (vollkommen schutzlos)
    2. Radfahrer (vielleicht ein Helm – Makulatur, da kaum Schutz)
    3. Mopped- & Rollerfahrer (Helm – kaum Schutz)
    4. Motorradfahrer (zumindest Helm & meist Protektorenkleidung – wenig Schutz)
    5. Leichtfahrzeuge wie Twizy (zumindest leichter Käfig, Front-Airbag, Gurte)
    6. Klein- & Kompaktwagen
    7. Oberklasse & Geländewagen
    8.-n. LKW, …, Panzer

    Bevor sich jetzt niemand zufuß mehr auf die Straße traut, laßt Euch sagen, daß sich ein Panzer wirklich saublöd in der Innenstadt parken läßt und säuft wie 20 Esel, die ne Woche ohne Wasser durch die Wüste mußten…

  3. … man – ihr seid spaet dran … DIE MELDUNG IST SCHON 4 WOCHEN ALT !!!

  4. Man sollte natürlich bedenken-das Leben ist insgesamt-Lebensgefährlich. Jedes Motorrad, jeder Roller insbesondere jedes Fahrrad auch das zu Fuß gehen auf dem Bürgersteig-alles ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Wenn ich mit einem 2 t Monster SUV unterwegs bin habe ich auch das Risiko mit einem großen Schiff irgendwohin hängen zu bleiben. -Fazit egal wie man es macht ist es immer falsch.

  5. Guter Hinweis zum Motorrad! Wie ist das mit den Quad’s? Gibt es Standards bei Motorrädern für Seitenaufprallschutz oder eine vorgeschriebene stabile Fahrgastzelle beim Quad? Hat man bei Motorrädern oder Quad’s schon eine vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt? Ich glaube, das der mündige Bürger schon weiß, dass das leichte E- Mobil eben leicht und zerstörbar ist. Quasi wie ein Fahrrad oder Pedelec. Nicht für jeden Mist muss gleich der Gesetzgeber auf den Plan gerufen werden. Im übrigen sehe ich die mittlerweile übertriebenen Sicherheitseinrichtungen nur im Interesse der Automobilindustrie. Ein ABS, ESP oder sonst ein elektronisches System ist nur so gut wie der Fahrer des Fahrzeugs. Physik kann man damit auch nicht überlisten. Vielleicht kommt noch so eine Idee a’la Geschwindigkeitsbegrenzung für E- Leichtmobile von max. 25 km/h. Der Twizzy ist auch mit einer max. Geschwindigkeit von 45 km/h zu kaufen. Macht übrigens bei einer innerstädtischen Durchschnittsgeschwindigkiet von ca. 30 – 35 km/h sehr großen Sinn. Mehr muss nicht sein und für mehr ist der Twizzy auch nicht gedacht. STADTVERKEHR ist das Thema bei diesem Fahrzeug.
    Wer schon mal mit dem Fahrrad 30 km/h gefahren ist wird wissen was passiert wenn man gegen einen feststehenden Gegenstand fährt oder seitlich von einem Fahrzeug weggerammt wird.

    In einem macht dieser Artikel aber Sinn. Er verdeutlicht, dass die neue Technologie ein ganz neues und besseres Verständnis für Physik mit sich bringt und die Anforderungen an den Fahrer höher werden. Denn er ist schneller als andere Fahrzeuge bei einer Höchstgeschwindigkeit, die schon bei 5 – 8 km/h gefährlich wird, wenn man irgendwo aufprallt.
    Dafür von mir 3 Sterne.

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