Infrastruktur für E-Mobilität: „Da hapert es leider noch“


1408_Annette_WinkleR_960x640
Autohersteller brauchen dringend Elektrofahrzeuge, um die strengen CO2-Vorgaben der EU zu erfüllen. Daimler-Managerin Annette Winkler fordert deshalb eine neue „Förderkultur“.

Die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge reicht nach Ansicht von Smart-Chefin Annette Winkler bei Weitem nicht aus. „Ich rufe nicht nach finanziellen Subventionen“, sagte die 54-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Natürlich helfe das, um die Ausbreitung von E-Mobilität zu beschleunigen. Das zeige sich in Ländern wie Norwegen oder Frankreich. „Gerade in Norwegen sieht man aber auch, dass die Kombination aus finanziellen und nicht finanziellen Anreizen am besten wirkt.“

Der Städtetag hatte sich jüngst gegen die Idee ausgesprochen, Busspuren in den Städten für Elektroautos freizugeben. Der gemeinsame Gesetzentwurf von Verkehrs- und Umweltministerium soll den Kommunen das Recht einräumen, kostenlose Parkplätze für E-Autos zu reservieren und ihnen die Nutzung von Busspuren zu erlauben. Der Entwurf ist bereits in Arbeit. Das Gesetz könnte laut Plan ab 1. Februar 2015 greifen.

„Ein ganz wichtiges Förderungsmittel für Elektromobilität wäre, eine Haltung für Elektromobilität, zu schaffen“, sagt Winkler. „Da hapert es leider noch.“ Bislang seien die Hindernisse noch groß: „Wenn wir unseren Mitarbeitern kostenlosen Strom zum Laden anbieten wollten, müssten wir das als geldwerten Vorteil ausweisen“, sagte die Smart-Chefin. Solche bürokratischen Hürden seien das Gegenteil von Förderung.

Der Autohersteller Daimler bemüht sich, selbst Anreize für sein E-Auto Smart zu schaffen. „Wir schaffen mit Projekten wie Parkplatz-Apps oder Kooperationen mit Parkhausbetreibern und Mietwagenfirmen viele Zusatzdienste für Smart-Fahrer“, sagt Winkler. Aktuell gibt es allerdings nur das alte Modell des Smart als E-Variante. Der neue Smart, der in diesem Jahr auf den Markt kommt, wird erst 2016 als E-Variante zu kaufen sein. „Ein positiver Effekt könnte sein, dass der Markt dann auch reifer ist“.

Quelle: dpa

11 Antworten zu “Infrastruktur für E-Mobilität: „Da hapert es leider noch“

  1. Soso, also die „Smart-Chefin“ begreift nicht, dass es schon eine Frechheit ist, den eSmart zum DOPPELTEN Preis eines VerbrennerSmarts ZUZÜGLICH Batteriemiete zu verkaufen.
    Und trotzdem wird er gekauft, dass die mit der Produktion nicht hinterher kommen.

    Was wäre wohl, wenn der zu einem REELLEN Preis (das heisst OHNE z.B. die ganzen künstlich dazugerechneten zig-Millionenschweren Alibistudien!) verkauft werden würde???

    Ein Elektrofahrzeug ist WESENTLICH billiger herzustellen als ein Verbrenner!

    Soviel zum Thema „“Da hapert es leider noch”…

    • Ich weiss nicht, woher die Information stammt, ein E-Fahrzeug wäre billiger als eines mit Verbrennungsmotor. Es mag für den Produktions(Montage) Durchlauf stimmen. Nicht aber für die Einzelteilkosten. Für eine 24kwh Batterie kann man wahrscheinlich 10 Motoren kaufen. Sicher noch 5 komplette Triebstränge. Für die Leistungselektronik plus das Ladegerät plus den HV-Klimakompressor plus den HV-PTC bekommt man sicher auch einen Verbrennertriebstrang. LIegt daran, dass Verbrennerumfänge Massenware sind, hinter den anderen aber nur marginale Stückzahlen hängen.
      Und E-Fahrzeuge sind nicht teurer wegen der Studien, sondern billiger. Weil was bisher aus den Studien rauskam ist gelinde gesagt wenig und die Zuschüsse sind doch ordentlich.

      • Selten so nen Schmarn gelesen.

        Ein E-Motor ist ein bisschen Kupferdraht mit ein bisschen Eisen und ner Batterie, hab ich schon als 10-Jähriger gebaut.
        Kein Vergleich mit der Komplexität eines VerbrennerMotors.

        Batterie hatte ich doch mal aussen vor gelassen: „Batteriemiete“!!!
        Oder sollen wir jetzt auch noch über Spritpreise diskutieren?
        Es geht mir um die REINEN REELLEN BAUKOSTEN der Autos!

        Da sind Stückzahlen der selbe Punkt wie die Studien: reine „Kostenverwaltung“, hat NICHTS mit den REALEN Herstellungskosten zu tun. Zig-Millionen sind verbraten worden um irgendwelche SuperHyperWahnsinnsEAutos zum Angeben und als Alibi zu bauen, die mit Sicherheit niemals zu kaufen sein werden. Und genau DIE Kosten bezahlen Sie beim Kauf eines eSmart z.B.!

        Das lächerlichste ist übrigens Ihre „Leistungselektronik“: das kann jedes Smartphone für unter 100€ heutzutage mit der richtigen Software!

        Vor über 100 Jahren sind in New York mehr eAutos gefahren als Verbrenner (mit Reichweiten bis 350 km!) bis die ÖlLobby ihre „Arbeit“ angefangen hat… und heute noch leider nur zu gut macht!

      • Da ich auf den Beitrag von „DerHelmut“ nicht antworten kann (Link fehlt) Antworte ich mir halt selbst, beziehe mich aber auf den Kommentar vom 21.08.2014 um 01:54.

        Danke dass Sie mein Insiderwissen als Schmarrn bezeichen. Das qualifiziert Sie sehr gut.
        Auch scheinen Sie keine Ahnung zu haben was in einer Leistungselktronik steckt. Ihr Smartphone würde in ca. 0,3 Sekunden verglühen, wenn es diese Leistungen verarbeiten müsste.
        In der mir sehr gut bekannten LE von Bosch (die auf der Landesgartenschau in BaWue beim eCube mit Fiat Chrysler Aufkleber liegt) fliessen Ströme jenseits der 400A. Mit diesen Werten wandelt die LE AC in DC um (um die Batterie bei der Rekuperation zu laden) und umgekehrt (um zu fahren). Nebenbei spielt sie noch „Lichtmaschine“ für das 12V Bordnetz. Das Ganze ist Wassergekühlt damit es überhaupt funktioniert. Ja man braucht auch für ein E-Fahrzeug eine Kühlung wie für einen Verbrenner.
        Und wenn wir schon bei Kühlung sind, der dumme Verbrenner kommt mit einem recht hohen Temperaturniveau klar (ca. 90 Grad). Die LE und die E-Maschine teilen sich auch ein Temperaturniveau (ca. 65 Grad), leider will es die (LiIon) Batterie aber kühler (ca. 40 Grad) haben. So haben wir in einem E-Fahrzeug zwei Temeraturnieveaus und in einem Hybrid sogar drei. Ist natürlich alles billiger als so ein Verbrenner Antrieb.
        Natürlich ist ein Verbrenner mechanisch komplexer als eine E-Maschine. Aber es werden täglich zig Millionen Verbrenner zusammengebaut, aber nur ein paar tausend E-Maschinen für KFZ-Triebstränge. Und die sind auch noch verschieden je Fahrzeug und von verschiedenen Herstellern. Da wissen die ausgepressten Zulieferer, wie sie wieder zu Gewinnen kommen. Auch wenn Sie es nicht glauben, auser Tesla und BMW baut (soweit ich weiss) kein OEM seine E-Maschienen selbst. Und glauben Sie mir oder nicht, alles im Auto kostet im Einkauf mehr als die reinen Herstellkosten, auch die Menschen bei einem Zulieferer wollen am Ende des Monats einen Zahltag haben.

        Ich hab eben nochmal die e-Smart Preisliste angeschaut. Also die Miete ist 65€/Monat, da hat man nach 74 Monaten die Differenz Kauf zu Miete bezahlt. Es handelt sich um eine 17,6kWh Batterie, dürfte also ungefähr diese Differenz wert sein. Wenn da nicht diese Garantie wäre. Bei 80% Leistung gibts ne Neue. Die ist bestimmt schon im Preis mit drin, weil Daimler sicher nix drauflegen will. Also darf ich schon die Kosten der Batterie mit berücksichtigen.

        Einen Kostentreiber habe ich noch gar nicht genannt, die niedlichen HV-Stecker und Kabel. Sie würden staunen, was das Zeug kostet.

        Wie schon gesagt, die ganze „Schaufenster Elektrombilität“ Geschichte ist überflüssig wie ein Kropf, aber die Unternehmen nemen gerne das Geld um die kostspielige Entwicklung zu refinanzieren.

        Noch ein Schmakerl zu Ihrer Geschichtsstunde am Rande. Der E-Motor, den Robert Bosch zu einem Anlasser umgebaut hat, hat dem Benzinfahrzeug den Weg geebnet und die E-Fahrzeugentwicklung, die übrigens an zu kleinen Batterien litt, gestoppt.

        Ihr Selbstbau E-Motor war wahrscheinlich ein Gleichstrom Motor. Der hat leider einen begrenzten Wirkungsgrad, darum sind im Auto 3-Phasen-Wechselspannungsmaschinen. Die sind halt auch ein wenig komplexer, dafür aber besser.

        Wenn ich zusammen fassen darf, ihre Ansicht ist genau die, die manches Start-Up wieder in die Versenkung geschickt hat. Nicht verstehen wie komplex ein sicheres E-Fahrzeug ist, aber glauben das wäre alles einfach und billig.

  2. Ja die Infrastruktur. In meiner Garage wurde sie nicht gefördert. Und wer sich eine Wallbox installieren lassen will, vor allem in einem älteren Haus, der wird sich umschauen, was da an Kosten zusammen kommt. Wenn ich e-Mobilität ernst meine, sorge ich dafür, dass Privatleute die Infrastruktur dafür bekommen. Wenn das Auto erst mal in der EInfahrt steht, werden die meisten merken, dass es viel besser ist, als alles was sie vorher hatten.

  3. Thema verfehlt: wir brauchen öffentliche Lademöglichkeiten. Die heimische Steckdose taugt nur, wenn sie auch erreichbar ist. Dies setzt eine Garage oder einen privaten Stellplatz voraus, und den gibt es in den Metropolen selten oder er ist sehr teuer. Sollten nicht gerade in den Städten Elektroautos fahren, um ihre ökologischen Vorteile auszuspielen?

    • Wer sich anschaut, was derzeit gefördert wird (die RWE, die ENBW etc) und wie schnell die Ladesäulen in Städten aus dem Boden spriessen, und gleichzeit sieht, dass mit dieser geförderten Infrastruktur eben diese Unternehmen Profit zu generieren versuchen, der kann auch verstehen, warum ich glaube, dass es eben wichtig ist, nicht nur auf einer Spur unterwegs zu sein. Es fehlt einfach an allen Anzeizen für den Kunden. Entweder ich will das, oder mich kann keiner Überzeugen, da die Kosten viel zu hoch sind.

  4. Alle heulen wegen Infrastruktur… für 90-95% der Strecken wird zuhause geladen. Infrastruktur? Steckdose!

    • Richtig, aber zur Infrastruktur gehört in Städten auch die Steckdose Zuhause am Stellplatz, in der Tiefgarage, an der Duplex (alles oft zur Miete) oder am Arbeitsplatz. Hier ist noch viel zu tun. Politik und Gesetzgebung sind hier gefordert – wenn Sie es ernst meinen.

      • Genau das meine ich auch, Politik sollte mehr tun als auf 1 Mio. e-Fahrzeuge zu hoffen, und sicherheitshalber die Hybride mitzählen…
        An den Fernstraßen Schnellladesysteme, zuhause die Basisladung (und wenn es ein Mietshaus ist, sollte der Eigentümer unterstütz werden) am Arbeitsplatz kostenlos durch den Arbeitgeber, und das ohne geldwerten Vorteil versteuern zu müssen etc. Es gibt viel zu tun, aber unsere Regierung mag nicht.

    • Richtig, ABER zur Infrastruktur gehören gerade in Städten auch die fehlenden Steckdosen an Stellplätzen in Tiefgaragen, Duplex (oft nur zur Miete) oder die bei den Arbeitgebern. Hier wäre eine Förderung durch Politik und Behörde hilfreich und nötig.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s