Zeit des Erwachens: Daimler und Porsche wollen Tesla Konkurrenz machen


Fahrzeuge von Tesla haben bisher relativ wenige Konkurrenten. Das soll sich schon bald ändern.

Daimler und Porsche planen Elektroautos, die gegen Modelle von Tesla antreten sollen. Doch bis zur Serienreife der deutschen Stromer könnten noch Jahre vergehen. 

Schon 2009 bot Tesla in Deutschland einen Elektroroadster zum Kauf an. 2013 war dann die Sportlimousine Model S erhältlich. Tesla weiß, wie man das Geschäft mit Premium-Elektroautos angeht und umsetzt – und das schon lange. Mit Ausnahme von Kleinserien und Hybridmodellen zur Senkung des durchschnittlichen Flottenverbrauchs versprechen gerade die deutschen Luxusmarken bisher viel, liefern jedoch wenig konkurrenzfähige Ergebnisse aus der ersten Auto-Liga.

Nun sollen Mercedes und Porsche laut einem Bericht des „Manager Magazins“ eigene Elektroautos anbieten, die dem mächtigen Elektroautobauer Konkurrenz machen sollen. Die deutschen Strom-Limousinen sollen mit einer Batterieladung mehr als 400 Kilometer weit kommen.

Akkus für die eigene Konkurrenz

Teslas Model S ist für den US-Konzern ein großer Erfolg, auch außerhalb des Öko-Hypes im Tesla-Mutterland Kalifornien.  Im März 2014 war das Model S in Norwegen beispielsweise das meistverkaufte Auto überhaupt. An diesem Markt wollen nun auch andere teilhaben.

Mit der Reichweite von über 400 Kilometern würden Mercedes und Porsche auf Tesla-Niveau gelangen – allerdings nur auf das der Gegenwart. Denn mehr als 400 Kilometer weit kommt ein Model S schon heute, und die Entwicklung bei Tesla geht ständig weiter. Schon 2017 soll der Mittelklasse-Elektrowagen Model 3 erscheinen und Audis A4 sowie dem Dreier von BMW Kunden abspenstig machen. Im gleichen Jahr will der US-Konzern seine Fabrik für Hochleistungsakkus eröffnen und damit auch die Konkurrenz im großen Stil beliefern.

Daimler kooperiert schon jetzt mit Tesla

Schon jetzt arbeitet Tesla eng mit Daimler zusammen. Der komplette Antriebsstrang der elektrisch betriebenen Mercedes B-Klasse stammt beispielsweise von Tesla.

Auch Porsche könnte so vom US-Konkurrenten Batterien für sein Elektroauto erhalten. Der E-Porsche soll laut „Manager Magazin“ eine Sport-Limousine vom Schlage des Panamera werden – allerdings eine Nummer kleiner. Daimler hingegen plane eine klassische Limousine, die zwischen der E- und der S-Klasse angesiedelt sein soll. Vor allem Konzernchef Zetsche treibe das Projekt voran, der Vorstand müsse darüber allerdings noch endgültig entscheiden.

Unabhängig von Daimlers Elektroplänen und der Kooperation mit Tesla hat der Stuttgarter Konzern am gestrigen Mittwoch seinen Aktien-Anteil an dem Elektroautobauer abgestoßen. Der Verkauf dürfte sich mit etwa 600 Millionen Euro positiv auf das Jahresergebnis auswirken. Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht  sieht im Ausstieg beim Tesla eine positive Weichenstellung für die Zukunft des Konzerns.

„Es hilft uns, dass wir genügend Kapital für das weitere organische Wachstum haben“, sagte Michael Brecht der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch in Stuttgart. „Es tut uns gut für unsere Eigenkapitalstruktur.“ Daimler hat ohnehin keine Eile mit seiner Elektro-Limousine: Laut „Manager Magazin“ soll der Stuttgarter Tesla-Jäger nicht vor 2021 serienreif sein.

Audis Tesla-Jäger soll Q8 heißen

Deutlich früher will Audi auf den Tesla-Zug aufspringen. Laut übereinstimmenden Medienberichten planen die Ingolstädter ein SUV-Coupé mit mehr als 400 Kilometern Reichweite. Der Wagen soll wohl Q8 heißen, und Audi-Chef Rupert Stadler will ihn offensichtlich gegen den SUV-artigen Model X von Tesla positionieren. Der Q8 könnte frühestens zum Jahresende 2017 beim Händler stehen.

2 Antworten zu “Zeit des Erwachens: Daimler und Porsche wollen Tesla Konkurrenz machen

  1. Die Nachzügler werden bald merken, dass die Kunden kein großes Interesse an den eventuellen Projekten haben. Eventuell, Vielleicht, In Naher Zukunft, Spätestens … usw., reichen nicht um mitzuhalten. Der Zug ist schon so sehr in Fahrt gekommen, dass man schon mehr bieten muss, als nur ein Kopie von Anderen.

  2. Da haben die Autokonzerne aber etwas wichtiges vergessen: Die Supercharger! Tesla-Fahrer laden lebenslang gratis an immer mehr Schnellladestationen (genannt Supercharger) die in der Lage sind 120 Kilowatt und mehr in den Akku einzuspeisen. Selbst wenn der Q8 wirklich 400 Kilometer Reichweite hätte fehlt die entsprechende Ladeinfrastuktur.
    Tesla hat schon heute ein Vorsprung von min. 4 Jahren. Tendenz steigend!

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