Teslas Model S im Euro-NCAP-Crashtest


Äußerst knapp schrammte das Tesla Model S an einer kleinen Blamage im Euro-NCAP-Crashtest vorbei. Nur einen Prozentpunkt weniger, und Elon Musks Vorzeige-Stromer aus der oberen Mittelklasse hätte sich mit vier von fünf Sternen begnügen müssen. Aktuelle Kompaktwagen (z.B. der jüngst getestete Nissan Pulsar) schneiden da deutlich besser ab – und kosten einen Bruchteil des Tesla-Preises.

Dabei kam das Model S mit jeder Menge Vorschuss-Lorbeeren zum Test des European New Car Assessment Programme (Euro NCAP): Schließlich hatte der Wagen beim Crashversuch der amerikanischen NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) den Prüfstand demoliert, während das Model S ganz blieb. Dass dies offenbar weniger dem Tesla zuzuschreiben war als vielmehr der etwas lascheren US-Prüfanforderung, zeigte sich nun in Europa.

Die Mängelliste des Model S ist nicht wirklich lang, in der Gesamtheit aber bedenklich:

  •  Beim ersten Versuch löste der Beifahrer-Airbag nicht zeitgerecht aus. Tesla versicherte aber, dass die Software bei allen Fahrzeugen nachgebessert wird.
  • Prallt der Tesla mit lediglich 29 km/h auf einen Pfahl, tritt beim Fahrer bereits eine erhöhte Brustbelastung auf.
  • Größter Kritikpunkt ist das fehlende City-Notbremssystem. Gerade in einem Fahrzeug mit der enormen Beschleunigung des Tesla sollte so ein System zwingend zur Serienausstattung gehören.

Von maximal 100 erreichbaren Prozentpunkten erhielt der Tesla in den jeweiligen Unterkategorien folgende Bewertungen:

  •  Insassenschutz: 82 Prozent
  • Kindersicherheit: 77 Prozent
  • Fußgängerschutz: 66 Prozent
  • Aktive Sicherheit: 71 Prozent

Fazit: Von einem Fahrzeug, das in der Grundversion über 70.000 Euro kostet, sollten die Käufer ein Topergebnis erwarten können.

Neu beim Crashtest auch der Skoda Fabia (5 Sterne), der Suzuki Celerio (3 Sterne), Nissan Pulsar (5 Sterne) und BMW 2er Active Tourer (5 Sterne).

Die detaillierten Ergebnisse dieser und weiterer Crashtests finden Sie unter www.adac.de/crashtest.

 Einen ausfühlichen Test des Tesla Model S finden Sie unter www.adac.de/autotest.

16 Antworten zu “Teslas Model S im Euro-NCAP-Crashtest

  1. Warum kann der Bericht nicht so lauten, lieber ADAC?

    Das Tesla Model S, dass man an allen Tesla Stromtanksäulen in Europa sensationell kostenlos tanken kann, hat den Euro-NCAP-Crashtest in Deutschland mit fünf Sternen bestanden. Dieses E-Auto mit Reichweiten von bis zu 560 KM, kostet zudem genauso viel wie ein sehr gutes Mittelklasse-Modell von deutschen Autoherstellern.

  2. wiedereinmal Medienhetzte gegen TESLA, es lebe die deutsche Autolobby, 5 Sterne sind 5 Sterne!

  3. Da ich hier fragen muss, was ein City- Notbremssystem sein soll, hab ich offensichtlich nie eins gehabt oder gebraucht. Wenn das die normale Bremse ist die mir per Signal sagt wann es knallen könnte, hat das wohl nichts mit City zu tun, denn es kann überall passieren. Ist das Ding auf Wild und Gemüse auch einstellbar. Könnte ja sein, dass ich auf einem Acker lande und Möhren fräse.
    An diesem Text merkt man wohl, dass ich im Bus auch kein City Notbremssystem habe. Wenn also bei der Personenbeförderung die neuesten Busse sowas nicht haben, warum dann im PKW?
    Ist ja auch egal! Die Sicherheitstechnik ist immer nur so gut wie der Fahrer. Physik kann man nie austricksen.

    • Es handelt sich dabei um ein Kamera- oder Radarbasiertes System, dass bei einer drohenden Kollision automatisch eine Bremsung einleitet und damit die Folgen des Aufpralls vermindert.
      AFAIK ist es bei LKW am meisten verbreitet. https://www.youtube.com/watch?v=-_tQo8j5uvc

    • Also, ich hab jetzt endlich doch 20 Sekunden investiert und mal nachgeschaut, was das tatsächlich ist:

      Das „City- Notbremssystem“ wirkt nur von 5 km/h bis 30 km/h!
      Verhindert also bestenfalls beim morgendlichen Schläfchen im StopAndGo ein bisschen Blechschaden…

      Und dafür braucht man dann Lasersensoren und erhebliche Eingriffe in´s Brems- und auch Gaspedalsystem.

      Also noch so vollkommen überflüssiges Zeug, das kaputtgegen kann. Denn DAS ist wohl der EINZIGE Sinn und Zweck davon: mit dafür zu sorgen, dass ein Auto nur noch möglichst wenige Jährchen hält…
      Was ja auch der Hauptgrund ist, dass hier keine eAutos gebaut werden.
      Wer´s nicht kapiert, der schaue sich den „Wertverlust“ z.B. eines Twizi mal an…

      Und noch was: wie lange ist es gleich wieder her, dass der tolle Bremsassistenz-Prototyp (der mit dem Stern vorne…) vor versammelten Medienvertretern im wahrsten Sinne des Wortes an die Wand gefahren ist?

  4. Ich fahre seit ich 18 Jahre alt bin Auto. Das sind inzwischen 41 Jahren mit jährlich deutlich über 10.000 km so, manchmal waren es auch 20.000 km/Jahr
    In dieser Zeit hatte ich Null selbst verschuldete Unfälle. Die nicht verschuldeten Unfälle waren stets ohne Personenschaden. Ein wenig Blech, mehr war es nicht…..
    Die meisten Autos hatten weder ABS noch ESP und was da sonst noch so alles angeboten oder inzwischen sogar zur Pflicht gemacht wurde.
    WIE HABEN die anderen VERKEHRSTEILNEMER und ICH das nur überleben können.
    Möglicherweise war es ja einfach nur vernünftiges vorausschauendes Fahren und GEGENSEITIGE Rücksichtnahme.
    Das Wettrüsten der Autoindustrie führt nur scheinbar zu mehr Sicherheit. Einher geht das vor allem mit steigender Leichtsinnigkeit der Autofahrer, die sich in ihren Kampfpanzer anmutenden SUV´s immer mehr Rücksichtslosigkeit erlauben.
    Weniger Elektronik wäre so manches mal mehr….. darüber hinaus würden PKW´s auch bezahlbar bleiben.

    • Danke für die Beschreibung deines Einzelschicksals. Und jetzt schauen wir mal, wie es statistisch relevant aussieht: http://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrstod#Deutschland

      Die neuen Sicherheitsfeatures sind kein Bullshit. Es ist kein Zufall, dass wir bei steigendem Verkehrsaufkommen immer weniger Tote haben. Die Argumentation „ICH habe das nie gebraucht“ ist halt nicht allgemeingültig.

      • Gegendenstrom

        Hallo Mike
        der von Ihnen geschriebene Text erscheint hier als Antwort auf meinen Beitrag.
        ich habe bewußt weder ein Schimpfwort wie „Bullshit“ noch den Satz „ICH habe das nie gebraucht“ verwendet.
        Bitte also sachlich bleiben!

  5. Typische ADAC Berichterstattung passend zur Grundeinstellung des ADAC zur Elekromobilität, wenn es vor allem keine „Einheimische“ ist
    Er hat also 5 Sterne im Europäischen Crahstest erhalten, was soll also diese negative Berichterstattung?
    Wenn ich eine 1 als Zensur bekäme, würde letztlich die 1 Zählen und nicht das sie knapp war.

  6. Es macht schon durchaus Sinn, bei der Bewertung nicht nur auf den Schutz der Insassen zu achten. Selbst wenn man jetzt mal einen total egoistische Perspektive einnimmt: Verletze ich mit meinem Auto einen anderen Menschen schwer, muss ich unter Umständen mein Leben lang Kompensationszahlungen leisten.

    Ein City-Notbremssystem kann dabei entscheidend sein. Jeder meint, er ist der beste Autofahrer, aber mir ist es trotzdem lieber, wenn die Leute mit so einem System rumfahren, als wenn sie es nicht haben.

  7. Es wäre schön wenn die Crashtest Ergebnisse nur mit anderen Elektroautos verglichen würden.

  8. Der Tesla hat 5 Sterne in USA sowieso und in Deutschland auch!

    Der Versuch hier das negativ darzustellen passt zur Verhinderungsstrategie in den Medien und Politik.

  9. Also mal ehrlich. Die ganzen firlefanz-Assistenten als Maßstab für „Sicherheit“ herzunehmen grenzt schon an Zynismus. Je mehr Assistenten im Auto sind, desto eher verlasse ich mich darauf. Fällt mal einer aus… ja was dann? Verursache ich den Unfall oder mein Auto? Wie wird da die Schuldfrage geklärt?
    Im prinzip wird uns die Kontrolle über das Fahrzeug genommen. Das mag zwar mit zunehmendem Alter nicht wirklich schlecht sein, dann kann auch die Generation 80+ wieder „selbst“ halbwegs sicher Autofahren. Die Kollateralschäden für alle anderen Autofahrer sind aber ein Unding.
    Für mich bedeutet Sicherheit im Auto immer noch, dass ich bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Objekt (Auto, Mauer, LKW, Straßenlaterne, etc.) möglichst unbeschadet überlebe. Und in dieser Hinsicht ist das Model S eines der sichersten Autos.

    • Vielleicht sollte ich noch etwas konkreter bei den „firlefanz-Assistenten“ werden.

      Ich bin nicht gegen aktive Sicherheit. Airbag, ABS, ESP und auch der Gurtwarner sind wichtige Sicherheitssystem, wogegen ich bei Spurhalte-Assistent, Einschlafwarner, Verkehrszeichenerkennung oder dem erwähnten Notbrems-Assistenten doch sehr skeptisch bin. Denn all diese Helferlein vermitteln einem, dass es „das Auto schon richtet“ im Notfall.

      Eine bessere Fahrausbildung, höhere Strafen bei Missachtung der Vorschriften (telefonierem/SMS am Steuer!!!) und nicht zuletzt ein Führerschein mit Ablaufdatum (Auffrischungskurse alle 10 Jahre?), würde sicher einiges bewirken. In Autodeutschland ist das Autofahren und -besitzen kein Gott gegebenes Recht. Das muss man sich schon verdienen.

      • Was nutzen höhere Strafen wenn nicht entsprechend kontrolliert wird , weil das Personal dazu fehlt ? Und wie hoch will man mit den Strafen denn gehen ? Selbst wenn die Strafe für die Handynutzung am Steuer auf 100 € angehoben werden würde, gibt es immer noch welche die Summe garnicht bemerken würden, während es für andere 10 % oder gar 20 % ihres Monateinkommens wären.

  10. Ich brauch kein „City-Notbremssystem“.

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