Tesla-Chef Musk plant Batteriefabrik in Deutschland


Daimler hat gerade das Aus der einzigen Batteriefabrik für Elektroautos in Deutschland angekündigt. Tesla-Chef Elon Musk hält das für einen Fehler — er will hierzulande selbst in einigen Jahren eine Batteriefabrik errichten. Ein bekannter Kooperationspartner beteiligt sich bereits an Musks „Gigafactory“-Batteriefabrik-Projekt in den USA. Er könnte auch in Deutschland investieren. 

Lade-Infrastruktur, Fabriken, Effizienz: Bei der Batterie stellen sich noch die meisten Fragen zum Thema E-Mobilität.

Lade-Infrastruktur, Fabriken, Effizienz: Bei der Batterie stellen sich noch die meisten Fragen zum Thema E-Mobilität.

 

„Ich gehe davon aus, dass Tesla auf lange Sicht eine Batteriefabrik in Deutschland errichten wird“, sagte Tesla-Chef Elon Musk dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Seiner Einschätzung nach könnte das in fünf oder sechs Jahren so weit sein.

Der Autobauer Daimler hatte erst kürzlich das Aus der einzigen deutschen Batteriezellen-Fabrik für Elektroautos in Kamenz bei Dresden bekannt gegeben. Daimler schließt voraussichtlich  zum Jahresende 2015 die Tore des Werkes.

Musk warf den deutschen Autoherstellern in dem Zusammenhang mangelndes technologisches Engagement vor. „Die deutsche Autoindustrie sollte viel mehr Energie in die Entwicklung von Batterien stecken“, sagte er dem Magazin. „Sie hat beste Voraussetzungen.“

Totschlag-Argument: nicht wirtschaftlich

Daimler hatte zuletzt erklärt, dass die Fertigung der Batteriezellen für Elektro- und Hybridautos — wie den Smart — auf lange Sicht nicht wirtschaftlich sei. Das Produkt sei zwar absolut wettbewerbsfähig, werde aber nicht in ausreichend großer Stückzahl nachgefragt, damit sich die Produktion rechne. Elektroautos sind auf deutschen Straßen immer noch eine Seltenheit.

Tesla plant in den USA indes den Bau einer großen Batteriefabrik. Die von Musk als „Gigafactory“ bezeichnete Riesenfabrik soll bis 2020 etwa 6500 Arbeitsplätze bringen. Tesla braucht die Fabrik, um die Kosten für die in den Elektroautos verbauten Batterien durch Massenproduktion zu senken. Bisher sind der vergleichsweise hohe Preis sowie eine geringe Reichweite die Haupthindernisse für Elektroautos.

Ein Batterie-Experte kooperiert mit Tesla

Tesla baut seine Riesenfabrik aber nicht allein: Mit im Boot ist der japanische Lithium-Ionen-Spezialist Panasonic. Tatsächlich haben die Asiaten auf dem Feld die Nase vorn: Hersteller wie der südkoreanische Elektronikkonzern LG, der japanische Panasonic-Konzern oder Toshiba haben inzwischen die Führung in der Akku-Technologie übernommen.

Auch bei den Patenten sind die Asiaten weit vorne. Laut einer Untersuchung der TU München haben asiatische Entwickler nach den neuesten Zahlen im Jahr 2011 rund 2100 Patentfamilien für elektrochemische Energiespeicher angemeldet. Aus Europa kamen nur 530, aus den USA 410.

Wie werden E-Auto-Batterien eigentlich getestet und wie sicher ist die Hochspannungstechnologie? Motorwelt-Redakteur Wolfgang Rudschies hat ein Batterie-Forschungslabor besucht: Seine Eindrücke finden Sie hier.

Quelle: dpa

4 Antworten zu “Tesla-Chef Musk plant Batteriefabrik in Deutschland

  1. Das Elektroauto ist eine wiederkehrende Mode.Es gab in den 90er Jahren schon Flottenversuche, in die man schon viel Begeisterung, Fleiß und Geld gesteckt hat. ( Golf CityStromer). Immer wieder verschwanden diese, weil einfach keiner diese Autos für das Geld gebrauchen konnte. Der Vorwurf, dass hier geschlafen wird, stimmt nicht. Ob Tesla hier mit einem großen Knall pleite geht oder Glück hat, wird man sehen. Das Batterieproblem ist aus meiner Sicht zu grundlegend.

    • Das ist kein grundlegendes Problem, die Batterien von vor 40 Jahren waren halt nicht konkurrenzfähig. Der Citystromer hatte hatte Blei-Gel Akkus, heutige Lithium-Mangan-Cobaltoxid Akkus, haben die vierfache (!!) Energiedichte. Die Akkus von Tesla sogar noch höher (sollen aber nicht so lange halten).

      Dass man unter diesen Gesichtspunkten „es nochmal versucht“, ist doch mehr als logisch. Bist du schon mal ein modernes Elektroauto gefahren, bevor du es totredest? Der Antrieb ist eindeutig überlegen, das kann keiner abstreiten.

  2. Und das ist wirklich mal eine Kopie von DPA wert. Deutlicher kann sich ein Profi in Sachen E- Mobilität zu D nicht ausdrücken. Elon Musk bringt es auf den Punkt. Drei Standbeine sind besser als zwei. Europa, USA und Asien als Absatzmarkt für E- Fahrzeuge, Kooperation mit den Leadern der Akku- Technologie in aller Welt, sparen an Entwicklungskosten wo es geht und keine Konkurenz weit und breit zu befürchten. Herstellung von Akku’s ebenfalls in Europa, Asien und USA. Der Mann hat schon lange den Bogen raus. Denn er sieht die „Mitbewerber?“ in der Deffensive, wenn diese in Asien billig produzieren lassen wollen und dort bereits Elon Musk den Produktionsstandort, den Absatzmarkt und die Entwicklungspotentiale als erster abschöpft. Wer zu Spät kommt…! Außerdem ist die jagt nach Patenten uneffektiv, weil damit noch kein PKW vom Band rollt. Zudem findet wohl schon lange ein reger Austausch von Patenten zwischen Tesla und anderen Herstellern statt. Man will verkaufen und nicht ewig auf dem Testgelände der „Neuigkeiten“ rum hocken. Denn am Markt entscheidet sich, so war es bei allen Erfindungen, welches System am beständigsten und überlebensfähig ist. Die weitere Entwicklung erfogt automatisch während dessen und danach. Schön wenn jemand so einen Zug an den Tag legt, dass andere ins Schleudern kommen.

  3. Typisch Ölmafia: „zu teuer, weil zu wenig eAutos. Zu wenig eAutos, weil zu teuer.“

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