Deutsche E-Mobilitätsziele in weiter Ferne


Die Elektromobilität in Deutschland ist längst nicht so weit fortgeschritten, wie die Bundesregierung das geplant hat. Aus Sicht von Industrie und Gewerkschaften ist jedoch das Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen, ohne weitere staatliche Hilfe nicht zu realisieren.

Nur mittelmäßig: Derzeit stehen E-Auto-Fahrern in Deutschland etwa 4800 Stromladesäulen zur Verfügung.

Nur Mittelmaß: Derzeit stehen E-Auto-Fahrern in Deutschland etwa 4800 Stromladesäulen zur Verfügung.

Bislang sind in Deutschland lediglich 24.000 E-Autos zugelassen. Ursprünglich waren für dieses Jahr 100.000 Zulassungen angepeilt. Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) fordert daher mehr staatliche Hilfe, um dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen. Ohne ein Bündel von Maßnahmen würden bis zum Jahr 2020 nur 500.000 statt der geplanten Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen rollen, stellte das Beratungsgremium der Bundesregierung in seinem am 2. Dezember vorgelegten vierten Zwischenbericht fest.

In dem Gremium sind Vertreter aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Gewerkschaften versammelt. Um den schleppenden Absatz anzukurbeln, schlägt es eine Sonderabschreibung für gewerbliche E-Auto-Nutzer vor.

Mit 24.000 zugelassenen Elektroautos und etwa 4800 Stromladesäulen belege Deutschland international „nur einen Platz im Mittelfeld“, sagte der NPE-Vorsitzende Henning Kagermann. Immerhin sei bei den Elektro-Serienmodellen die deutsche Industrie auf dem Weg an die Spitze. Derzeit seien 17 Modelle im Angebot, 12 weitere kämen nächstes Jahr hinzu.

Mit Material von dpa

12 Antworten zu “Deutsche E-Mobilitätsziele in weiter Ferne

  1. Die globalisierte Welt rückt immer mehr zusammen. Da kann eine „Nationale“ Plattform (=Lobbyistenverein) doch nur scheitern. Man sollte global denken und nicht national. Dann hätte es auch kein nationaler Ladestandard (CCS) gegeben. Dann würde es auch keine Batteriezellenförderung mehr geben wenn doch Daimler sein Batteriewerk geschlossen hat mit dem Hinweis dass Batteriezellen besser woanders zu fertigen sind. Dann hätte man vielleicht auch mal einen Blick zu den Nachbarn (Niederlande, Schweiz, Norwegen) riskiert wo die Förderung wesentlich besser funktioniert.

    • Man kann es natürlich kritisieren, dass Deutschland verspätet mit seinem Stecker kommt. Das ist vermutlich der jahrelangen Ignoranz gegenüber Elektroautos geschuldet. Dennoch denke ich nicht, dass DAS die Elektromobilität noch lange zurückhalten wird. Das ärgert zu Recht die Pioniere, die bereits Autos mit anderen Steckern gekauft haben, aber das gehört zum Pionier-sein eben auch dazu. Klingt unfailr, aber in zehn Jahren redet davon keiner mehr… Selbst Menschen, die heute eine Elektroauto kaufen, zahlen noch drauf. Ich fürchte, das wird sich nicht so schnell ändern.

      Entscheidend ist, dass wir heute einen *europaweiten* und *verbindlichen* Ladestecker haben. Das ist eine sehr gute Sache.

      • Ignoranz ist langfristig nicht gut fürs Geschäft. Heute wird Bochum dichtgemacht. Es werden weitere folgen…

  2. Also wenn ich das zu bestimmen hätte – ich würde das Ziel erreichen.

    Dann muß halt gepusht werden, es muß angeschoben werden, es muß mehr oder weniger massiv gefördert werden.
    Für Förderung gibt es ganz viele Möglichkeiten.
    Das wahre Problem ist aber – egal was an Ideen kommt um das Ziel zu erreichen – es wird typisch deutsch zerredet.

    Der einzige dem ich hier vertraue ist TESLA – die werden schon dafür sorgen, daß auch ich zu einem gescheiten Elektroauto komme.

    TESLA = iPhone.

    Nach dem Geländewagen kommt der TESLA für die Breite Masse – aus der weltgrößten Fabrik für Akkus in Nevada.

    Das ist Förderung, und nichts anderes.
    Die Zeit – wird es bringen.

  3. Kann mir bitte einer auf die Sprünge helfen. Man liest über alle von den sagenumwobenen 17 deutschen Serien-eFahrzeugen.
    Spontan fallen mir da nur die folgenden ein:
    Smart ED
    VW e-Golf
    VW e-UP!
    BMW i3
    Mercedes B-Klasse ED
    Mercedes SLS (gibt es den noch zu kaufen? Ist die Stückzahl schon eine Serie?)
    Ford Focus Electric (Deutsch? Eher USA!)

    Kann bitte einer mir die restlichen 10 aufzählen.

    • Das wurde hier vor nicht allzulanger Zeit mal angesprochen. Die zählen die Plug-In-Hybride auch als E-Fahrzeuge, da sie ja an einer Steckdose geladen werden können. Aber auch mit denen wird es kaum möglich sein das angepeilte Ziel zu erreichen.

  4. Kein Wunder, da eAutos nach Strich und Faden sabotiert werden von Merkel und Co…

  5. Statt Hybride mit verbrennertechnik zu foerden, sollten endlich mal Ladesäulen zw. großen Städten, an Autobahnen und Bundesstraßen gebaut werden. Da fast alle Elektroautos mit Schnellladetechnik erhältlich sind, kann so die Reichweite der Autos deutlich vergroessert werden. Die Ladesäulen müssen natürlich für alle problemlos nutzbar sein und mind. 40 kw Leistung für alle 3 Steckerarten bieten. Das aktuelle SLAM Projekt des BMWI trägt deshalb nur zur Verzögerung der Elektromobilitaet in Deutschland bei.
    http://www.goingelectric.de/forum/infrastruktur/superladesaeulen-fuer-deutschland-auto-bild-von-heute-t4221-220.html

    • Falls mit dem dritten Steckertyp hier der von Tesla gemeint ist, muss ich widersprechen. Ich halte es nicht für erstrebenswert, mit deutschen Steuergeldern einen proprietären Standard, der nur für einen US-Autohersteller gilt, zu fördern.

      • SLAM hat grundsätzlich DC-Laden mit CCS 50kW und AC-Laden mit >22kW und Typ 2 Stecker im Blick. der dritte wäre dann der Chademo. Und der muss zwingend dazu, weil es sonst nicht Diskriminierungsfrei ist. Und es fördert m.E keineswegs die Verbreitung der e-Mobilität wenn auf einem Autobahnrasthof 2 Parkplätze für Tesla, 2 für SLAM, 2 für Nissan/Chademo und nochmal 2 für meinetwegen Fastned oder ähnliches reserviert und damit blockiert werden. Am Besten noch vorn neben Behinderten und Frauen, dann ist der Neid der Fossilfahrer gewiss, aber nicht die Verbreitung der e-Mobilität vorangebracht.

  6. Man hätte den Link auf den Bericht der NPE noch angeben können: http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/emob_fortschrifttsbericht_2014_bf.pdf

    Eine weitere wesentliche Aussage des Berichts war, dass Deutschland mittelfristig eine eigene Batteriezellen-Produktion auf die Beine stellen sollte.

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