Norwegen dampft E-Auto-Subventionen massiv ein


Norwegen streicht weite Teile der Fördergelder für Elektroautos. Das hat am gestrigen Mittwoch die Regierungskoalition des skandinavischen Landes beschlossen. Grund dafür ist ausgerechnet der vorangegangene große Erfolg der Subventionen für Stromer. 

Besitzer von Elektroautos zahlen in Norwegen keine Kfz-Steuer. Von Januar 2018 an sollen sie 50 Prozent zahlen, von 2020 an den Standardsatz.

Norwegen fördert Elektroautos – und wie: Wegfall der Kfz-Steuer, Erlass der Mehrwertsteuer beim Kauf, freie Fahrt auf Busspuren und so weiter. Damit soll nun größtenteils Schluss sein. Das hat gestern das norwegische Parlament beschlossen. Die konservative Regierung des Landes wird die Steuervorteile für Fahrer von Elektroautos streichen. Auch sonstige Erleichterungen für Stromer sollen bald der Vergangenheit angehören.

Ursprünglich hatte Norwegen geplant, Elektroautos bis zum Jahr 2018 großzügig zu subventionieren, insgesamt 50.000 Stück. Die Steuererleichterungen zeigten umgehend Erfolg und ermunterten viele Käufer zur Anschaffung eines E-Autos. So wurde Norwegen zum Vorzeigeland für Elektro-Mobilität. Etwa ein Viertel aller Neuzulassungen fahren mit Strom.

Dieser Erfolg sorgt nun für die Streichung der Erleichterungen. Denn schon beim Beschluss der Maßnahmen legte die Regierung fest, dass nach 50.000 verkauften E-Autos das Programm überdacht werden solle. Dabei wurde auch ausdrücklich die Möglichkeit genannt, die Subventionen komplett einzudampfen. Das hat die Regierungskoalition nun beschlossen.

Norwegen: Einige E-Auto-Privilegien bleiben

Doch Fahrer von Elektroautos sollen auch weiterhin Privilegien genießen: Der Staat will anstelle des Erlasses der Mehrwertsteuer eine Prämie als Ersatz zahlen. Weitere Vorteile können die norwegischen Kommunen aussprechen. Sie haben das Recht, die Benutzung der Busspuren zu ermöglichen, Elektroautos von der Maut zu befreien oder die Stromer kostenlos auf öffentlichen Stellplätzen parken zu lassen.

Gerade in den größeren norwegischen Städten wie Oslo oder Bergen dürften die Boni damit wegfallen. In den urbanen Zentren ist der Anteil der schicken und angesagten Stromer besonders hoch.

Die Bundesregierung hat als Ziel für Deutschland ausgegeben, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos zugelassen sein sollen. Das Expertengremium Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) fordert dafür mehr staatliche Hilfe, um dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen. Ohne ein Bündel von Maßnahmen würden bis zum Jahr 2020 nur 500.000 statt der geplanten eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straße rollen, wie die Berater der Bundesregierung erst im Dezember 2014 anmahnten.

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