Stromlinienförmig und demokratisch


Das türkische Unternehmen Toruk Electric Cars wählte einen neuen Ansatz für seine Designstudie. Es befragte 1000 potenzielle Kunden, wie denn ihr E-Auto der Zukunft auszusehen hätte und was es alles können müsste. Das Ergebnis ist spannend, umweltfreundlich und stromlinienförmig.

E-Autos sehen langweilig aus, haben zu wenig Reichweite und unterscheiden sich äußerlich nicht von einer verwandten Version mit herkömmlichem Verbrennungsmotor – so lauten weitläufige Vorurteile von E-Auto-Interessenten. Mehrere Ingenieure und Toruk Electric Cars haben zusammen mit Ugur Sahin Design die Studie eines Elektro-Kleinwagens erstellt, die diese Vorurteile zumindest rein äußerlich vorerst widerlegt. Und umweltfreundlich wäre das noch namenlose E-Auto ebenfalls. Denn käme es zur Produktion, sollen ausschließlich organische, recycelbare Materialien verwendet werden. 

Die E-Auto-Studie ist hauptsächlich für Stadtkunden gedacht. Die befragten 1000 Stadtbewohner gaben an, dass sie im Schnitt 51 Kilometer pro Tag fahren. In der Auswertung wurde zudem festgestellt, dass die Interessenten im Schnitt 1,84 Meter groß sind, 77 Kilogramm wiegen und 70 km/h schnell fahren. Falls sich Investoren finden, will die Toruk Group das Fahrzeug gemäß dieser Vorgaben konzipieren. Zu Antrieb, Reichweite, Batterietyp und weiteren Details gibt es derzeit noch keine Angaben.

Teurer Kraftstoff, geringes Einkommen

Gerade für türkische Kunden wäre ein bezahlbares E-Auto besonders attraktiv. In Metropolen sind die öffentlichen Verkehrssysteme noch nicht so gut ausgebaut wie in Deutschland. Viele Menschen, vor allem auf dem Land, brauchen unbedingt ein eigenes Auto. Der Liter Kraftstoff kostet in der Türkei – aufgrund der hohen Besteuerung – etwa 20 Cent mehr als hierzulande. Gleichzeitig liegt jedoch das Pro-Kopf-Einkommen im Jahresdurchschnitt deutlich unter dem deutschen (kaufkraftbereinigtes Pro-Kopf-Einkommen pro Jahr in D, Stand 2013: etwa 40.000 US-Dollar, in TR: etwa 15.300 US-Dollar).

Neben der Toruk Group forschen auch Universitäten an der Zukunft der E-Mobilität. Türkische Studenten aus Istanbul arbeiten seit Monaten an einem E-Auto. Seit vergangenem September testen sie auf Fahrten kreuz und quer durch die Türkei die Alltagstauglichkeit des Prototyps T-1 mit einer Reichweite von 500 Kilometern.

3 Antworten zu “Stromlinienförmig und demokratisch

  1. „hauptsächlich für Stadtkunden“ … die durchschnittlich 70 km/h fahren ….🙂

  2. Sehr schönes Auto aber:
    Was die Welt schon genug hat sind solche Studien von Elektroautos.
    Die Welt braucht mehr spannende käuflich zu erwerbende Autos wie beispielsweise Opel Ampera, BMW i3 oder Tesla.

  3. Die Klasse “ >70 km weit, >70 km/h schnell“ gab es schon 1993 – in Deutschland: Das Auto „Hotzenblitz“ wurde im Schwarzwald entwickelt, und war später als Gebrauchter so teuer, dass ich ihn mir nicht leisten konnte.
    Inzwischen habe ich einen Smart ed und neuerdings einen Ampera.
    Beides Autos, bei denen sowohl das Fahren Spaß macht, als auch das Sparsamfahren gelernt wird.
    Schade, dass es den Smart Roadster nicht als Elektroversion gab, der hätte dem Elektroauto-Prinzip richtig Vortrieb gegeben, und der wäre vielleicht auch von den Motorsport-Journalisten ernster genommen worden.

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