E-Rallye: Metrons Reichweiten-Champion am Start


Hätten Sie’s gewusst: Der Namenspatron des US-Autoherstellers Tesla war ein Wissenschaftler aus dem heutigen Kroatien. Ihm zu Ehren findet auch 2015 eine Rallye für Elektroautos statt. Doch die Rundfahrt verfolgt noch einen anderen Zweck – und hat nebenbei einen echten Hidden Champion im Starterfeld. 

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2014 fand die Rallye zu Ehren von Nikola Telsa zum ersten Mal statt. Im Bild Teilnehmerfahrzeuge des vergangenen Jahres.

Rallyes sind eigentlich Sportveranstaltungen. Mehrere Tage lang tragen die Teilnehmer einen Wettkampf aus. Wer kann am schnellsten durch die Wüste fahren, wer kann mit einer möglichst gleichmäßigen Geschwindigkeit durch die Alpen und so weiter.

Manche Rallyes hingegen dienen weniger dem sportlichen Wettbewerb denn der Werbung. Die „Nikola Tesla EV Rally“ in Kroatien ist so ein Fall. Der Namensgeber der Rallye und auch der US-Elektroautomarke wurde in Kroatien geboren. Nikola Tesla (1856 bis 1943) ist als Erfinder des Wechselstroms in die Geschichte eingegangen – ohne ihn würde es Wechselstrom-Elektromotoren oder Radios in ihrer heutigen Form nicht geben.

2014 fand die Rundfahrt zum ersten Mal statt, 2015 folgt nun die Neuauflage. Die Hauptziele der Rallye durch Italien, Kroatien und Slowenien sind die Förderung des Tourismus, der Infrastruktur und alternativer Antriebstechnologien. Die Veranstalter werben in der Ausschreibung mit „wundervollen Landschaften und viel Spaß“ für die Teilnahme. Die kroatischen E-Mobilisten und Touristiker haben mit der Rallye das Ziel eine „Grüne Magistrale“ zu etablieren.

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Legt mehr als 700 Kilometer mit einer Ladung zurück: der umgebaute Mazda 5 von Metron.

Eines der auffälligsten Fahrzeuge der Tour ist das E-Auto des Metron-Instituts. Der Wagen aus Slowenien fährt bis zu 726 Kilometer ohne Nachladen. Andrej und Jasna Pecjak stecken maßgeblich hinter hinter dem Projekt und haben schon im vergangenen Jahr bewiesen, dass Elektroautos auch Langstrecken zurücklegen können.

Die E-Autobauer betonen, dass die Reichweite im normalen Fahrbetrieb möglich sei – also ohne bewusste Gleichmäßigkeits- oder Schleichetappen, mittels derer die Fahrtstrecke künstlich in die Länge gezogen wird. So fuhren Andrej und Jasna Pecjak schon 2014 mit nur einer Ladung von Bled nach Dubrovnik. Die insgesamt 726 Kilometer führten über insgesamt mehr als 5000 Höhenmeter. Der zum Stromer umgebaute Mazda 5 erreichte so eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 60 km/h.

Metron: E-Motor und Batteriepack stammen aus Slowenien

Andrej Pecjak hat gemeinsam mit den Ingenieuren des Metron-Instituts die Komponenten des Autos entwickelt und mit einem E-Motor aus Slowenien ausgerüstet, der im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts entwickelt wurde. Das Batteriekonzept stammt vom Metron-Institut. Die Akkus liegen in der Bodenplatte und unter den Sitzen. Angenehmer Nebeneffekt: Das Kofferraumvolumen bleibt erhalten, ebenso der Platz für bis zu fünf Personen.

Der bisher weitgehend unbekannte Reichweiten-Champion wird nun auch bei der kommenden Rallye durch Südosteuropa dabei sein. Vom 27. bis zum 31. Mai sind er und die anderen Stromer unterwegs. Der Start erfolg in Ljubljana, der Zieleinlauf schließlich in Zagreb. Für den ADAC ist die Route nicht neu.

Fahrt von Plitvitzer seen Richtung Senj

Fahrt von den Plitvitzer Seen Richtung Senj.

Vorgefahren: Tesla Model S im ADAC Reisemagazin Kroatien

Für eine Reportage im ADAC Reisemagazin Kroatien, das im Februar 2014 erschienen ist, haben wir einen Teil der Strecke bereits im September 2013 abgefahren, und zwar mit der Elektro-Limousine Tesla Model S (hier die Ergebnisse des ADAC Autotests im pdf). Damals ging es auf der landschaftlich reizvollen Strecke von Opatija nach Smiljan. Die Fahrt über die Küstenstraße ist ein Genuss – von den steilen Klippen hat man einen atemberaubenden Blick auf das türkisfarbene Wasser der Adria.

2 Antworten zu “E-Rallye: Metrons Reichweiten-Champion am Start

  1. Wenn solche Reichweiten bei angeblich normaler Fahrweise möglich sind, frage ich mich natürlich, warum es auf dem Markt praktisch nichts – von Exoten wie Tesla S abgesehen – gibt, das auch nur 1/3 schafft…

    • Wie üblich keine Angaben zur Haltbarkeit, Sicherheit, Gewicht oder Kosten der Batterie. Daher nicht vergleichbar mit einer Serienbatterie wie im Tesla.

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