Hackerangriff auf Tesla Model S


Die Schlagzeilen um gravierende Sicherheitslücken in Software-Systemen von Autoherstellern scheinen kein Ende zu nehmen: Nun traf es auch den Elektropionier Tesla mit seinem Model S. Insgesamt fanden die Hacker an dem Wagen sechs Schwachstellen.

Über die Unterhaltungs-Software des Tesla Model S schafften es die Hacker, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.

Über die Unterhaltungs-Software des Tesla Model S schafften es die Hacker, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.

Wie verschiedene Medien berichten, ist es den amerikanischen Sicherheitsfirmen Lookout und Cloudflare gelungen, ein Tesla Model S zu hacken. Über das Unterhaltungssystem der Elektro-Limousine schafften es die Mitarbeiter mithilfe spezieller Software, das Auto zu starten, die Geschwindigkeit zu verringern und den Wagen aus niedrigem Tempo sogar ganz zu stoppen. Dafür mussten sie sich allerdings erst per Kabel mit dem Fahrzeug verbinden. Bei höherem Tempo wäre es auch nicht möglich gewesen, die Handbremse digital zu betätigen.

Insgesamt sechs Sicherheitslücken, durch die Hacker die Kontrolle über das Fahrzeug erlangen können, entdeckte die Firma nach einer zweijährigen Forschungszeit. Details möchte das Unternehmen auf der Hackermesse DEF CON in Las Vegas (6. bis 9. August 2015) präsentieren.

Software-Update für betroffene Model S

Tesla arbeitete gemeinsam mit den Hackern eine Lösung für das Problem aus und bietet nun sogenannte Patches, also Software-Updates zur Behebung der Sicherheitslücken, an. Dafür müssen die Modelle nicht zurück in die Werkstätten – deren Autobesitzer müssen nur einem Software-Update ihres Wagens zustimmen.

In jüngster Zeit machten Hacker auf Sicherheitslücken bei mehreren Autoherstellern aufmerksam: Der italienisch-amerikanisch Autobauer Fiat Chrysler etwa, dessen Autosteuerung durch das Infotainment-System Uconnect ebenfalls gehackt wurde, rief 1,4 Millionen Fahrzeuge zurück, um Sicherheitsrisiken zu verhindern.  Hier brauchten die Hacker, im Gegensatz zu Tesla, keine Kabelverbindung zu dem Wagen.

Mit Material von dpa

4 Antworten zu “Hackerangriff auf Tesla Model S

  1. Softwareupdates gehen bei Tesla über Nacht ohne Rückrufaktion. Da kann kein anderer Hersteller mithalten. Sicherheitsrisiken sind daher wenn überhaupt nur sehr sehr kurze Zeit vorhanden.

    • Wann immer etwas sehr einfach, schnell und mit kaum Aufwand funktioniert, benötigt es nur jemanden mit den notwendigen Ressourcen und der „falschen“ Motivation, um sehr einfach, schnell und mit kaum Aufwand für eine Handvoll Spaß zu sorgen.

      Oder einen vielleicht simpel gestrickten Fehler durch menschliche Unachtsamkeit, um ein gesamtes System für den Nicht-Absolut-Fachmann unrettbar zu zerschießen.

      Das eine bedingt leider zwangsläufig das andere. Wer A sagt, muß ggf. auch B sagen können😉

  2. Als Informatiker hänge ich mich aus dem Fenster mit folgender Aussage: Gebt mir ausreichend Ressourcen und ich bin sicher, wir werden bald Augen machen, was alles möglich ist mit den ganzen modernen computergestützen Buden. Videos über Tesla, BMW, Chrysler, Prius, etc. belegen dies in beeindruckender respektive erschreckender Art und Weise.

    Absolute Sicherheit in einem Computersystem gibt es nicht. Und erhöht sich die Komplexität, erhöht sich zeitgleich dramatisch die Fehlerwahrscheinlichkeit.

  3. Zwei Jahre Forschungszeit und am Ende nur per Kabel -am fahrenden!!!! und besetzten Tesla- zu hacken….
    Mit dieser Stunt-Show könnte ich leben!

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