Nordfriesland hat die höchste E-Auto-Dichte


Die deutschen Metropolregionen geben Millionen zur Förderung von E-Mobilität aus. Doch die meisten Stromer pro Einwohner in Deutschland fahren im Kreis Nordfriesland. Ausschlaggebend dafür sind zwei natürliche Ressourcen: engagierte Bürger und Wind. Eine Erfolgsgeschichte aus dem hohen Norden.

Windstrom für E-Autos: in Nordfriesland keine Seltenheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Berlin, München, Hamburg: All die modernen Großstädte, all die alternativen Ansätze für Mobilität und Verkehr haben nicht gereicht, um den Aufstieg von Nordfriesland nach ganz oben zu verhindern. Die Menschen dort leben nicht nur im nördlichsten Landkreis Deutschlands, sondern auch in dem mit der höchsten Dichte an Elektroautos im ganzen Land. 160 Menschen fahren dort ein E-Mobil, das ist jeder 1120ste Nordfriese. Im gesamtdeutschen Durchschnitt ist nur jeder 4420ste Bürger elektrisch unterwegs.

Die Grundlage für die massenhafte Verbreitung von E-Mobilen in Nordfriesland ist der Windreichtum der Region. Direkt vor der Küste befinden sich zahlreiche Windparks und liefern den Bewohnern jede Menge günstigen Strom.

Und durch die Elektroautos wird der vorhandene Wind-Strom sogar noch effizienter genutzt. Denn die Windräder stehen still, wenn die Netze überlastet sind und zu wenige Nutzer Strom beziehen. Die Ausfälle können so bis zu 40 Prozent betragen. Noch nachhaltiger wird der Strom dadurch, dass er aus der Region stammt und dort auch direkt verbraucht wird.

Windenergie als Quelle

Treibende Kraft hinter der Verbreitung von E-Autos ist eine Genossenschaft mit dem Namen „eE4mobile“. Ihr Ansatz: „Nordfriesland produziert fünfmal mehr Strom, als wir selbst verbrauchen. Daher wollen wir mit Strom aus der Region und nicht mit Öl aus dem Ausland fahren“, schreibt die Initiative auf ihrer Homepage.

Interessenten können für einen Jahresbeitrag von 50 Euro und eine Aufnahmegebühr von 200 Euro der Genossenschaft beitreten. Durch Abkommen mit Herstellern von E-Mobilen erhalten die Mitglieder beim Kauf von Fahrzeugen großzügige Rabatte.

„Strom vom Deich statt Öl vom Scheich“

Mithilfe der aktuell 241 Mitglieder konnte auch der Ausbau von Stromtankstellen enorm vorangetrieben werden. Insgesamt hat der Landkreis 69 Ladestationen für E-Autos – bei nur 45 herkömmlichen Tankstellen. Auch das macht E-Mobilität im hohen Norden so attraktiv.

Das Motto der federführenden Initiative hinter dem Erfolg: „Wir fahren lieber mit dem Strom vom Deich als mit dem Öl vom Scheich.“

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