Kaufprämie für E-Autos?


Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fordern eine Kaufprämie für Elektroautos. Der ADAC steht monetären Zuschüssen jedoch skeptisch gegenüber.

Kaufprämie für Elektroautos

5000 Euro Förderbetrag für E-Autos: Kann dies die Preisdifferenz zu herkömmlichen Antrieben wirklich ausgleichen?

Immer wieder sind Marktanreizprogramme zur Förderung des Absatzes von Elektrofahrzeugen in der Diskussion. Aktuell findet Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Preise für Elektroautos zu hoch, sodass die Marktentwicklung deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibe. Stattdessen brauche es „neben steuerlichen Anreizen eine Kombination aus einer verpflichtenden Quote für E-Fahrzeuge, verbunden mit einem staatlichen Kaufzuschuss“, so Hendricks.

Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel spricht sich für Anreize aus, damit der Preisunterschied zwischen einem E-Auto und einem herkömmlichen Fahrzeug reduziert werde.

5000 Euro Zuschuss

Nach dem Vorschlag von Hendricks sollen Privatpersonen beim Kauf eines Elektroautos 5000 Euro Zuschuss bekommen. Bereits im Juli hatte die Länderkammer die Bundesregierung aufgefordert, eine solche Umweltprämie zu prüfen. Elektrofahrzeuge sollten steuerlich stärker gefördert werden. Derzeit werden sie bei Erstzulassung bis Ende 2015 für die Dauer von zehn Jahren, bei späterer Zulassung fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

ADAC pro Elektromobilität

Grundsätzlich unterstützt der ADAC die Förderung von Elektromobilität. Jedoch steht er einem Marktanreizprogramm mit monetären Zuschüssen skeptisch gegenüber, insbesondere wenn dies durch eine Mehrbelastung der Fahrer von konventionellen Fahrzeugen gegenfinanziert wird. Die Belastung der Autofahrer ist schon jetzt sehr hoch, ein großer Teil der Einnahmen aus dem Straßenverkehr fließt in andere Bereiche des Haushaltes.

Zudem sind für einen absehbaren Zeitraum – so die Bewertung des ADAC – für Elektromobile weiterhin deutlich höhere Preise zu erwarten als für vergleichbare Fahrzeuge mit Benzin und Dieselantrieb. Der diskutierte Förderbetrag erscheint zwar eindrucksvoll, kann aber die Preisdifferenz auch in naher Zukunft bei Weitem nicht ausgleichen.

8 Antworten zu “Kaufprämie für E-Autos?

  1. Der ADAC und Elektromobilität: Das ist wie Feuer und Wasser, leider.

    Ich würde mir einen ADAC wünschen welcher die Elektromobilität ohne wenn und aber fördern würde.

  2. Antwort @ DR:
    Alles vollkommen richtig!!

  3. Wir wollen doch u.A. mehr eAutos, weil Abgase von Verbrennerfahrzeugen, vor allem Städte, Umwelt und Menschen vergiften. Deshalb ist eine Finanzierung durch Verbrennerfahrer nicht falsch (Verursacherprinzip). Lediglich eine 2 Cent zweckgebundene Mineralölsteuererhöhung könnte eine 5000€ Förderung von 1 Mio. eAutos bis 2021 finanzieren.
    Das Fördermaßnahmen wirksam sind, zeigen Länder wie Norwegen oder Niederlande.

    Und über 50% der Deutschen können sich vorstellen auf ein eAuto zu wechseln, wenn es bezuschusst wird, oder die Mehrkosten nicht höher sind. (Umfrage Kaufbereitschaft eAutos de.statistica.com)

    Es stellt sich mir jetzt die Frage: Vertreten Sie (ADAC) ihre Mitglieder oder die Erdöllobby? Ausserdem geht es nicht nur um die finanziellen Belastungen der Verbrennerfahrer – es geht um viel mehr. Ich glaube, der ADAC ist sich seiner Verantwortung nicht bewusst.
    M2C

    • Schöne Idee, das mit der Steuererhöhung, da kommt sicher schnell mehr zusammen als an Fördersumme wieder ausgezahlt wird. Ich wäre sogar dafür, dass die nächsten 5 Jahre das Benzin um je 1Cent, Diesel um je 2Cent (Steueranteil) erhöht werden sollte. Auch wenn der ADAC jede Gelegenheit nutzt um von den „ach so teuren PKW-Kosten“ zu jammern, die externen Kosten sind bei weitem nicht gedeckt.
      Das wäre jedenfalls „nachhaltiger“ als den sowieso kaufwilligen Gutverdienern auch noch Geschenke zu machen.
      Positiver Nebeneffekt: Wir können uns das völlig sinnfreie Projekt „PKW-Maut“ sparen. Aber bei der PKW-Maut geht es ja nicht wirklich um Mehreinnahmen, sondern um Macht und Kontrolle und den gläsernen Bürger… (sorry, das war jetzt OT)

  4. Die Bildunterschrift im Artikel hat schon wieder etwas Schieflage:
    „5000 Euro Förderbetrag für E-Autos: Kann dies die Preisdifferenz zu herkömmlichen Antrieben wirklich ausgleichen?“
    Es geht darum, die Autofirmen, deren Modelle bisher immer „dicker, schneller, stärker“ wurden, dazu zu veranlassen, wieder etwas „downsizing“ vorzunehmen. Dieser „herkömmliche Antrieb“ ist um ein Vielfaches komplizierter als ein Elektromotor! Und das Drumherum der heutigen Autos wird zunehmend von der intelligenten (billigen) Elektronik bereitgestellt.
    Übrigens: wenn durch die 5000-€-Prämie auch nur die Hälfte eines evtl. Kaufpreisunterschieds ausgeglichen wird, werden diese E-Autos in kürzester Zeit ein Renner, denn es wird sich bald herumsprechen, wie sehr der Fahrspaß zu Buche schlägt (es gibt Leute, die kaufen für solches Geld Metallic-Lack, bremsende Breitreifen, schwerere Alu-Felgen und ähnliches Unnötiges und bilden sich dadurch einen Fahrspaß ein). Erdöl-Verbrenner wird es natürlich für ausgesprochene Langstrecken noch weiterhin geben müssen…
    Ich bin Elektroingenieur und habe deshalb 2 Autos mit E-Antrieb um echten Fahrspaß zu genießen !! Ich kann’s nur empfehlen!

    • Ein Fahrzeug mit e-Motor KÖNNTE simpler aufgebaut werden als Verbrenner. Wird es aber seitens Industrie nicht und auch Kunde will meist eher nichts simples, sondern etwas gewohntes – und das hat mittlerweile einen hohen Anspruch. Leider…

      • welcher hohe Anspruch?
        Der E-Motor ist simpler, nicht das Fahrzeug!
        Die Fahrdynamik ist außerdem besser als bei jedem Verbrenner. Nicht umsonst konnte Tesla vor kurzem in sein komfortables Auto einfach einen zweiten E-Motor einbauen, für die Vorderachse. Welches deutsche Luxus-Auto kann einfach ein zweites Verbenner-Aggregat einbauen?? Ein solcher Vierrad-Antrieb wird per Elektronik intelligenter angesteuert als jede Getriebelösung für die Lastverteilung vorne/hinten…

      • Antwort @Bernhard: Ein e-Fahrzeug könnte tatsächlich extrem simpel aufgebaut werden. Fahrgestell, 3-4 Räder an entsprechenden Aufhängungen, Energielieferant, Steuerelektronik, Lenkung und Antriebseinheit. Letztere entweder zentral mit Zusatzkomponenten zur Kraftübertragung oder in Form von Radnabenmotoren. Speziell letztere Variante könnte zeitgleich als Bremseinheit agieren. Damit wären alle primär notwendigen Komponenten beisammen. Wesentlich simpler als moderne Verbrenner.

        Wenn ich mir überlege, was ein heutiger moderner PKW – egal ob fossil oder elektrisch angetrieben noch alles über die Straße schleppt. Alles Dinge, die produziert, bezahlt, gewartet, beschleunigt etc. werden müssen.

        Um bezahlbare und umweltfreundliche Individual-Mobilität auf elektrischer Basis vernünftig etablieren zu können, wäre evtl. auch ein – zumindest partielles – Umdenken nicht ganzlich unangebracht. Denn just dann könnte der besagt mögliche simple Aufbau von e-Fahrzeugen so richtig zum Tragen kommen.

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