Toyota Mirai: So fährt die Zukunft


Toyotas erstes Brennstoffzellenauto gibt es jetzt auch in Deutschland zu kaufen. Sein Name klingt vielversprechend: Mirai, Japanisch für Zukunft. Wir haben die Wasserstoff-Limousine Probe gefahren.


Der Mirai ist kein Schnäppchen. 1200 Euro Leasinggebühr sind im Monat fällig (inkl. Versicherung und Wartung) – oder wahlweise gut 78.000 Euro. Das Fahrverhalten ist unspektakulär. Wer Elektroautos kennt, wird keinen Unterschied feststellen: einfach den Startknopf drücken, Wählhebel auf „D“, und der Mirai sirrt fast lautlos und flott davon. Von der Arbeit der Brennstoffzelle bekommt der Fahrer nichts mit.

Der Toyota ist nach dem Hyundai iX35 das zweite Elektroauto auf dem Markt, das seinen Strom mithilfe einer Brennstoffzelle generiert und nicht aus einer Batterie bezieht. Das Tanken funktioniert so simpel wie bei einem Gasauto und ist in fünf Minuten erledigt. Und wie weit kommt der Mirai mit seinem 5-Kilo-Tank? Auf unseren ersten Testfahrten in der Stadt und auf der Landstraße haben wir 1,2 Kilo Wasserstoff im Schnitt verbraucht – gut 400 Kilometer dürften also realistisch sein.

Bis Ende 2016 sollen zu den 20 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland 30 weitere dazukommen. Doch ob bis 2023 – wie geplant – 400 Anlaufstellen stehen, bleibt abzuwarten. Schließlich kostet es 800.000 Euro, eine Tankstelle aufzurüsten.

Text: Jochen Wieler

Positiv ist am Toyota Mirai hervorzuheben:
– Zukunftsweisender und geräuscharmer Antrieb
– Guter Federungskomfort
– Simpler Tankvorgang

An Nachteilen bleibt festzuhalten:
– Sehr hoher Preis
– Noch unzureichende Tankstellendichte
– Kleiner, nicht variabler Kofferraum

Herstellerangaben
Leistung: 113 kW/154 PS, 335 Nm bei 1 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,6 Sek.
Verbrauch: 0,76 kg Wasserstoff/100 km, 0 g CO2/km
Maße: Länge 4,89 m/Breite 1,82 m/Höhe 1,54 m
Kofferraum: 361 l
Preis: 78.540 Euro oder Leasing (4 Jahre) 1200 Euro/Monat

15 Antworten zu “Toyota Mirai: So fährt die Zukunft

  1. Wie offensichtlich nicht alle wissen, ist der PKW eigentlich nur ein Elektroauto. Deshalb würde ich es ebenfalls als einen zukunftsweisenden Antrieb bezeichnen. Allein die Energiebereitstellung erfolgt auf andere Weise als beim Elektroauto mit Traktionsbatterie.
    Die Erzeugung von Wasserstoff ist aufwändig und ineffizient. Außerdem werden wir weiterhin abhängig vom Diktat der Wasserstoffhersteller und Vertreiber. Das ist dann nicht viel anders als bei den fossilen Brennstoffen.
    Mit einer reinen Traktionsbatterie als als Energiespeicher ist das mindestens teilweise unabhängiger. Die kann ich zur Not an jeder Steckdose und wenn ich will mit Solarenergie direkt über Solarzellen auf meinem Haus oder Carport aufladen.
    Ich werde solange das sinnvoll möglich ist, die letztere Variante vorziehen.

    Das Schreibt hier einer der seit 2012 45000 km mit einem C-Zero, 5500 Km mit einem Zoe, etwa und ca. 5000 km mit einem BMW C-Evolution zurückgelegt hat. Einer der keinen Verbrenner mehr kaufen wird Einer der nur noch darauf wartet, das die Ladeinfrastruktur gut ausgebaut und die Traktionsbatterieentwicklung weitere Fortschritte machen wird.

  2. „Außerdem verflüchtigt sich durch unvermeidbare Isolationsverluste ein Teil des Wasserstoffes aus den Kryo-Lagertanks, wenn kein kontinuierlicher Verbrauch gesichert ist. So beginnt die Ausgasung beim BMW Hydogen7 mit Flüssigwasserstofftank nach 17 Stunden Standzeit, nach neun Tagen ist ein halbvoller Tank verdampft…“

    • @ Nikopol

      Wasserstoff konnte man früher nur bei sehr tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken (700 bar) lagern.
      Mittlerweile wird der Wasserstoff bei einem Überdruck von nur 20 Bar gelagert.
      Die Drucktanks in den Brennstoffzellen-E-Autos benötigen nicht nur den geringeren Überdruck (20 Bar) sondern zusätzlich nur noch einen wesentlich geringeren Platzbedarf im Fahrzeug. Dieses ist das Resultat eines speziellen inneren Tankaufbaus.
      Der“Kryotank“ mit seinen seinen unvermeidbaren Isolationsverlusten ist somit Geschichte und steht als BMW Hydrogen 7 im Museum.

      • Ich nehme an Du meinst transkritische Speicherung (cryo compressed)?
        Ob das ein so großer Vorteil gegenüber flüssigen H2 (bei -220°C statt -253°C) ist mir nicht klar…

  3. Der Designer des Miri sollte sich mal um die Verbrennerfahrzeuge kümmern.

    Dann brechen die Verkaufszahlen ein.

  4. Kompatible ETanken, hier Chademo, aber nicht. zwischen F und HD-dossenheim gibt wes keine weitere – zu wenige!
    H2 sollte doch nur mit wind- und/oder solarstrom produziert werden.

  5. @ j.Bordt ..

    E-„Tankstellen“ gibts eigentl. genug => http://www.lemnet.org
    Fuer die Aufbaukosten EINER H-Tanke (so >1.Mio. https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstofftankstelle) kann man seeehhhrrrr vieeeelllleee Strom-Ladestationen bauen …😉

    http://cleanenergypartnership.de/faq/wasserstoffinfrastruktur/?scroll=true
    Das riecht alles nach ENERGIEVERNICHTUNG auf seeeehr hohem Niveau😉

    • Wer von „Energievernichtung“ spricht und schreibt, hat von den Grundlagen der Physik keinen Schimmer.
      „Schlechtreden um jeden Preis“ ist halt bei einigen Leuten angesagt und spiegelt deren Niveau im intoleranten Umgang mit „Andersdenkenden“ wieder.

  6. Pingback: electrive.net » Investment in Tesla, ADAC.

  7. Seltsamerweise (wie eigentlich immer bei diesen Wasserstoff-Lobhudelei-Artikeln) wird in keinem Satz die ENERGIEVERSCHWENDUNG beim Wasserstoff erwawehnt …

    65kWh Elektrolyse-Strom fuer 1kg Wasserstoff (der noch nichtmal fuer 100km reicht) – damit koennte man im EV schon „etwas weiter“ fahren …

    Auf einer Veranstaltung von HyCologne sagte mir ein Honda-Mitarbeiter dass die 9,50Euro fuer 1kg Wasserstoff „mal so festgelegt wurden“ – aber weit unter dem realen Preis (bei Wasserstoff-ERDGAS-Dampf-Reformation) liegen … es fallen wohl „Kosten oberhalb 15Euro an“ …

    Aber Hauptsache man kann (seit Jahrzehnten) von der „Mobilitaet der Zukunft“ schwurbeln …🙂

    • Energie kann man nicht „verschwenden“ sondern man kann nur die Energieform ändern.
      So wird aus elektrischer Energie letztendlich Wärmeenergie aus dem Elektromotor, welche für uns in der heutigen Zeit nicht mehr effizient nutzbar ist.

      • “ wird aus elektrischer Energie letztendlich Wärmeenergie aus dem Elektromotor“ ???

        … es geht doch um die EINGESETZTE ENERGIE >65kWh fuer 100km im BZ-EV … (E-Motoren sind ja auch den BZ-Fahrzeigen) ?!?!?!?!?!😉

        15kWh im BEV vs. ~65kWh im BZ-EV … fuer 100km …

      • @ eDriver

        Jede Umformung eines „Energieform“ führt letztendlich zur Wärmeenergie.

        Diese wird in das Weltall weitergeleitet. Deshalb sprechen die Wissenschaftler
        auch vom „Wärmetod des Weltalls“, auch wenn die Erwärmung des Weltalls
        nicht messbar ist. Entscheident ist aber dabei, dass die in das Weltall gelangte
        Wärmeenergie unwiederruflich „verloren“ ist.

      • @ eDriver

        65 KWh/100KM mit:

        Klimaanlage
        Sitzheizung
        Ausreichender Lüftungsanlage
        Ausreichender Heizungsanlage
        Autarker Standheizung
        Ausreichender Reichweite
        ABS
        EPS

        oder:

        15 KWh/100KM ohne:

        Klimaanlage
        Sitzheizung
        Ausreichende Lüftungsanlage
        Ausreichende Heizungsanlage
        Zumutbarer Reichweite
        Kurze Lebensdauer der Batterie

        Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

  8. Wenn die H2tanken so langsam kommen wie die Etanken, dann wird das wohl nichts mit diesem Antrieb. Ein fall für DOBRINDT – jede Tanke auch muß E + H2 anbieten.

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