Sechs Millionen Pfund für den Elektro-Morgan


Morgan baut seit jeher klassische Roadster mit potentem V8-Motor. Doch die englische Edelschmiede will und muss sich neu erfinden. Schon 2012 zeigten die Briten einen Elektro-Prototypen – der nie gebaut wurde. Nun jedoch sollen marktreife Modelle kommen. Dafür hat Morgan eine kräftige Finanzspritze erhalten.

Diese flache Flunder soll Morgan-Fans jede Menge Fahrspaß bereiten – und das mit Elektromotor.

„Das APC hilft denen, die gute Ideen im Bereich innovativer Technologien haben, und bringt sie mit denen zusammen, die sie und ihre Produkte auf den Markt bringen können“. So beschreibt sich das britische Advanced Propulsion Centre (APC) und hilft auch einer englischen Sportwagenlegende: Sechs Millionen Pfund überweist das APC zusammen mit den beiden Firmen Delta Motorsport und Potenza Technology an Morgan.

Das Geld soll in die Fabrikanlagen in Malvern fließen. In der Stadt in den britischen Midlands baut Morgan seit 1910 Autos. Dort soll nach dem Willen der Verantwortlichen der Sportwagenmanufaktur nicht nur das Erbe von Morgan liegen, sondern auch die Zukunft. Darum investiert der Autobauer in den Standort und will dort neue Modelle bauen – mit Elektroantrieb.

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Der Blitz am Heck signalisiert: In dieser Silber-Karosse schlägt ein elektrisches Herz.

Das erste Modell aus dem Hause Morgan mit dem Namen EV3 soll noch 2016 auf den Markt kommen. 2015 präsentierten die Briten einen Prototypen auf dem altehrwürdigen Goodwood Festival of Speed. Das Dreirad schöpfte aus einem Elektromotor 75 kW (102 PS) und brachte damals lediglich 450 Kilogramm auf die Waage.

Morgan: Elektrische Modelloffensive von 2019 an

Die Höchstgeschwindigkeit der Flunder soll bei 245 km/h liegen. Doch abseits der beeindruckenden Spitzengeschwindigkeit verspricht das niedrige Gewicht in Kombination mit der gebotenen Leistung eine sportliche Preformance, die ganz dem dynamischen Erbe des Autobauers entsprechen dürfte.

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Das Dreirad-Konzept des EV3 mutet skurril an. Die Form erinnert an nostalgische Rennwagen.

2019 sollen nun weitere Modelle mit alternativen Antrieben folgen, Elektro- und Hybridwagen sollen es sein, wie Morgan-Manager Steve Morris dem britischen Automagazin „Autocar“ verriet. Er sprach weiter von einem „sehr aufregenden Projekt“. Ziel der Elektro-Offensive von Morgan sei es laut Morris, die Marke breiter aufzustellen und neue Kundenkreise zu erschließen.

Schon zuvor hatte die britische Traditionsfirma mit E-Fahrzeugen Erfahrungen gesammelt. 2012 zeigten die Briten auf dem Genfer Autosalon eine Elektro-Studie auf Basis des Klassikers Morgan Plus 8. Die Studie namens Morgan Plus E hatte einen Elektromotor mit 100 kW (163 PS) unter der Haube und sollte eine rein elektrische Reichweite von 193 Kilometern bieten. Mit etwa 850 Kilo war der barocke Plus E in etwa doppelt so schwer wie Morgans aktueller E-Wurf und bot dabei lediglich eine Spitzengeschwindigkeit von 185 km/h. Gebaut wurde er allerdings nie. Dafür stehen die Chancen des EV3 nun umso besser.

4 Antworten zu “Sechs Millionen Pfund für den Elektro-Morgan

  1. Und warum keinen elektrischen Morgan 4/4 oder Plus 8?
    Besteht da die Gefahr, auch tatsächlich welche zu verkaufen?

    Also irgenwie scheint es sehr gefährlich für die geistige Gesundheit zu sein, Elektroautos bauen zu wollen, da kommen dann entweder 500PS-Monster oder Lachnummern dabei raus.
    Oder ist´s einfach nur ne Verschwörung?
    Also Irgendwas stimmt hier definitiv nicht…

  2. Wer will denn damit fahren ???

    • Ich würde damit fahren. Ich würde mit jedem reinen Elektroauto fahren. Egal wie „schön“ oder „häßlich“ es ist. Bei diesem hier würde ich unbedingt wissen wollen, wie sich die enorme Kraft des Elektroantriebs über 3 Räder verteilt und das handling dabei ist. Beim Nissan Leaf haut es einen in den Sitz, wenn man nur Kurz durchtritt. Wie reagiert aber ein Fahrzeug auf 3 Rädern?

      Und wenn ein Exentriker so ein Auto hat, haben wir jemanden der damit fährt.

  3. Für eine Edelschmiede ist das Design ohnehin nicht maßgebend, weil der Kunde sagt was er haben will und dafür auch gut bezahlt. Da kann Morgan auch eine Zigarre der 1930er Jahre anbieten. Zeppelin freut es garantiert und es gibt bestimmt einen Kunden auf der Welt der das Auto haben will.

    Bleibt also das Konzept mit 3 Rädern und der Elektroantrieb. Nichts davon muss neu erfunde werden und fast alles ist ohne Patente auf dem freien Markt zu bekommen.

    Wenn ich hier jetzt frage wozu die 6 Millionen sein sollen, liegt es nicht daran, dass ich bestimmte Kosten für die Entwürfe und Tests usw. vergessen habe. Ich frage es deshalb, weil man bei so einem gezeichneten Entwurf und dem Tesla, als absolutes Aushängeschild für E- Mobilität, keine 6 Millionen benötigt um die Technik vom Tesla in diesen gefertigten Entwurf zu bauen. Ich würde, als Edelschmiede der Autohersteller, Tesla direkt fragen und mir aus dem vorhandenen Kundestamm jemanden suchen der das Fahrzeug auch so haben will. Dann ist die Sache günstiger und effektiver zu bewerkstelligen. Denn selbst den Managern von Morgan dürfte klar sein, dass dieses Muster nicht viele Kunden erreicht. Eine Modellpalette für den größeren Markt zu erarbeiten braucht auch keine 6 Millionen, weil die Kosten für die Ingenieure ohnehin im laufenden Geschäft anfallen.

    Und wenn eine Firma am Markt, nicht selbst in der Lage ist auf dem Markt zu bleiben und sich nicht behaupten kann, sind das Gelder die im Sand versickern.

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