Hier rast die Formel E 2016 durch Berlin


Monatelang stand auf der Kippe, ob die Formel E 2016 in Berlin überhaupt stattfinden wird, nachdem die Strecke aus dem Jahr 2015 nicht mehr verfügbar war. Nun verkünden Stadt und Veranstalter FIA, dass die Elektro-Boliden am 21. Mai entlang der Karl-Marx-Allee rasen werden. Dabei fehlt offiziell noch die Genehmigung – und auch das Sicherheitskonzept muss noch erarbeitet werden.

Selbe Stadt, andere Strecke: Auch 2016 lenken die Formel-E-Piloten ihre Boliden durch Berlin.

Prost, Senna oder Piquet heißen drei der 20 Fahrer, die am 21. Mai in Berlin in der Formel E gegeneinander antreten werden. Hinter den klangvollen Namen verbergen sich Söhne ehemaliger Formel-1-Weltmeister: Nicolas Prost, Bruna Senna und Nelson Piquet junior. Und nun wissen sie auch, auf welcher Strecke sie genau unterwegs sein werden.

Am vergangenen Freitag verkündete Formel-E-Chef Alejandro Agag im Berliner Roten Rathaus zusammen mit Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) Details zum Rennen entlang der Karl- Marx-Allee.

Die Strecke umfasst die Abschnitte Karl-Marx-Allee, Strausberger Platz und Teile der Lichtenberger Straße. Am Rennwochenende selbst soll der Kurs für etwa 36 Stunden komplett gesperrt sein. Die Stadt will den Ausführungen der Offiziellen zufolge die Strecke am Freitagmorgen, dem 20. Mai, direkt nach dem Berufsverkehr schließen. Am darauffolgenden Samstag gegen 18 Uhr soll der öffentliche Verkehr wieder rollen können. Während des Rennens sei der Rundkurs auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt.

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Rennpiste Karl-Marx-Allee: 180-Grad-Kehre am Alexanderplatz, den Strausberger Platz entlang, dann nach rechts in die Lichtenberger Straße und schließlich zur Neuen Weberstraße.

Bei der Präsentation war zudem ein Fahrer der Rennserie anwesend, Daniel Abt. „Eine Strecke mit Charakter und dicht bei den Fans“, sagte Abt zum Rundkurs mit einer Gesamtlänge von 2,03 Kilometern und insgesamt elf Kurven. Der Innenstadtparcours sei anspruchsvoll, „da muss man auch mit Schlaglöchern oder ähnlichem klarkommen,“ so Abt. Der Tagesspiegel berichtet, dass für das Rennen Teile der Lichtenberger Straße mit FIA-Geldern neu asphaltiert würden.

Schon vor einigen Wochen hatte die Berliner Zeitung (B.Z.) weitere Details zum Rundkurs verraten. Start und Ziel sollen laut B.Z.-Informationen vor dem Kino International direkt auf der Karl-Marx-Allee sein. „Nach bisherigen Planungen werden auf der Nordseite des Boulevards Tribünen mit Steh- und Sitzplätzen für bis zu 14.000 Zuschauer aufgestellt. Auch gesonderte VIP-Bereiche für zahlungskräftige Sponsoren sollen dort entstehen“, schrieb das Blatt. 2015 kamen etwa 20.000 Fans zu dem Rennen, das damals noch auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof stattgefunden hat.

Probleme bei der Formel E in Berlin

Doch es gibt auch Probleme hinsichtlich des Rennwochenendes am 21. Mai. Denn eine offizielle Genehmigung dafür von allerhöchster Stelle, der Verkehrslenkungsbehörde des Berliner Senats, steht noch aus. Auf anderer Ebene wurde das Rennen gar formal abgelehnt: Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte sprach sich gegen das Autorennen aus. Begründung: Rennsport hätte auf öffentlichen Straßen nichts zu suchen. Das Nein auf Bezirksebene wird aber keine Wirkung haben, da die beteiligten Ämter nur fachliche Stellungnahmen abgeben würden, wie Stadtrat Carsten Spallek (CDU) dem Tagesspiegel sagte. In spätestens sechs Wochen soll der Senat seine finale Zustimmung geben.

Die FIA als Veranstalter der Formel E wird laut Informationen der Stadt die Haftung für das Rennen übernehmen. David Gil von der Event-Agentur Gil und Weingärtner sagte dem Tagesspiegel, dass das Sicherheitskonzept mit Polizei und Feuerwehr noch erarbeitet werden müsse. FIA-Sicherheitsxperten würden die Strecke erst am Tag vor dem Rennen abgehen und die endgültige Freigabe erteilen.

Daniel Abt hat keine Bedenken und freut sich auf das Rennen in Berlin. Er sieht die Formel E im Aufwind: „Am Anfang wurde ich noch belächelt, jetzt fragen mich viele, wie man da reinkommt. Die Serie hat eine große Zukunft vor sich,“ heißt es auf den Seiten der Stadt.

Eine Antwort zu “Hier rast die Formel E 2016 durch Berlin

  1. Allein aus Sicherheitsgründen gehören Rennwagen auf eine dafür speziell vorgesehene Rennstrecke.
    Eine provisorische Innenstadtstrecke kann die notwendige Sicherheit kaum bieten. Masse mal Beschleunigung bleibt eben Masse mal Beschleunigung auch wenn es „nur“ E-Autos sind, die dort fahren sollen.
    Zuzüglich ist nicht nachvollziehbar, warum eine der wichtigsten Einfahrtmagistralen in die Stadt auf diese Weise möglicherweise über mehrere Tage blockiert werden soll.
    Wozu gibt es eigentlich den Lausitzring?
    Der wäre doch der richtige Ort zum austragen von Autorennen!

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