Kaufprämie kommt: Das sind die deutschen E-Autos


„Wird das Model 3 zum Erfolg, könnte das der Durchbruch für die Elektromobilität insgesamt bedeuten“, sagte Stefan Bratzel vom Brancheninstitut CAM in Bergisch Gladbach der Nachrichtenagentur dpa, als Tesla seine kommende kleine Limousine vorstellte. Das Problem: Bisher ist die Nachfrage nach Elektroautos generell gering – und auch das Angebot an Modellen.

Ab Mai werden reine Elektroautos mit 4.000 Euro Kaufprämie subventioniert, für Hybrid-Modelle gibt es 3.000 Euro.

Ab Mai werden reine Elektroautos mit 4.000 Euro Kaufprämie subventioniert, für Hybrid-Modelle gibt es 3.000 Euro.

Etwa 30 Elektrofahrzeuge bieten die Autohersteller inzwischen als Serienmodelle an. Das geht aus Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hervor. Allerdings rechnet der VDA in dieser Liste auch Hybridautos mit. Dabei handelt es sich jedoch nur um Teilzeit-Stromer, die Verbrennungsmotor und Stromantrieb kombinieren. Sie können sowohl mit fossilen Brennstoffen – meist Benzin – als auch an der Steckdose betankt werden.Reine Elektroversionen sind noch rar: Allein BMW hat ein Elektroauto im Programm, das ausschließlich als solches konstruiert wurde. Andere deutsche Hersteller haben den E-Motor bislang nur als Variante im Angebot. Bei Volkswagen sind das beispielsweise E-Golf und E-Up, bei Daimler die B-Klasse und eine Version des Smart.

Ein Überblick über Elektroautos deutscher Hersteller:

BMW hat mit dem i3 eines der wenigen E-Fahrzeuge im Programm, die auch ausschließlich als solche konstruiert wurden. Vor allem Pendler sind die Zielgruppe des kompakten Wagens, der flott und handlich vor allem im Stadtverkehr eine gute Figur macht. Sein Motor leistet 125 kW. Das reicht für Tempo 150 und eine Reichweite von 190 Kilometern. BMW verlangt für den Wagen mindestens 34.950 Euro.

Erst musste sich der Escort mit dem Verkaufsschlager VW Golf messen, nun muss es der Ford Focus. Gegen seinen ewigen Rivalen aus Wolfsburg hat Ford den Focus auch als E-Version im Programm. 107 kW reichen für ordentliche Fahrleistungen, der Akku für 160 Kilometer Reichweite und eine Höchstgeschwindigkeit von 137 km/h. Der Preis: mindestens 34.900 Euro.

Der erste Ford Focus electric läuft vom Band

Der erste Ford Focus electric läuft vom Band.

Die B-Klasse von Mercedes hat allgemein ein eher biederes Image: Der Großserien-Van gilt als gediegene Seniorenkutsche. Doch als Elektroauto ist der Benz ein echter Renner im Vergleich zur Konkurrenz: Der Electric Drive beschleunigt auf bis zu 160 km/h. Wer weniger hurtig fährt, soll bis zu 200 Kilometer weit kommen. Die Leistung des Wagens liegt bei 132 kW. 39.151 Euro kostet der Wagen in der Basisvariante.

Der Antrieb ist von Tesla, die Hülle von Mercedes: B-Klasse Electric Drive.

Der Antrieb ist von Tesla, die Hülle von Mercedes: B-Klasse Electric Drive.

Auch aus dem Hause Daimler stammt der Elektro-Smart mit dem Namen fortwo electric drive. Der Kleinstwagen bietet wie seine Brüder mit Verbrennungsmotor zwei Sitzplätze und teilt sich mit ihnen auch die Optik. Allerdings ist die Basis des E-Smart die des Vorgänger-Modell der aktuellen Smart-Baureihe. Der Zwerg kostet immerhin 18.910 Euro, dazu kommt noch die Miete für die Batterie. Der Smart leistet 55 kW. Bei 125 km/h endet der Vortrieb des Smart, maximal 145 Kilometer weit kommt er damit.

Seit Ende 2014 bietet VW den Kleinstwagen e-Up auch als reines Elektroauto. Der Volkswagen entstammt ebenso wie der Smart der Klasse der Kleinstwagen, hat allerdings zwei Sitze mehr, die als Notsitze gelten dürfen. Dieses Plus lässt sich VW teuer bezahlen: Der E-Zwerg ist mit mindestens 26.900 Euro knapp 8.000 Euro teurer als ein E-Smart. Die Leistung ist mir 60 kW etwa gleich, die Höchstgeschwindigkeit mit 130 km/h ein wenig höher, die Reichweite mit 160 Kilometern auch.

Note 1,7 im ADAC Autotest: „Die Elektromobilität hat ihre Nachteile, der Golf setzt das Konzept aber bestmöglich um“, so das Urteil der Prüfer. Volkswagen baut mit dem Golf das meist verkaufte Auto Deutschlands, das nun auch als Elektrofahrzeug verfügbar ist. Seine Leistung liegt bei 85 kW. Sie treibt den Wagen auf bis zu 140 km/h. 190 sind maximal möglich. ADAC-Tester Stefan Giuliani kritisiert allerding die hohen Kosten des Wolfsburger von mindestens 34.900 Euro. Den kompletten Test lesen Sie hier.

Elektromobilität, E-Golf, E-Auto, Elektroauto

Bestnote: Der e-Golf ist das derzeit effizienteste Elektroauto.

Andere deutsche Hersteller wollen in den nächsten Jahren mit reinen E-Modelle nachfolgen. Opel will seinen bislang hybriden Ampera 2017 vollelektrisch auf die Straße schicken. Audi plant für 2018 ein Elektro-SUV, auch Daimler will dann ein eigens entwickeltes E-Modell mit einer Reichweite von 400 bis 500 Kilometern bauen. Porsches Elektromodell mit dem Namen „Mission E“ wird erst später kommen – ebenso ist es bei Volkswagen.

Deutschland hinkt im internationalen Vergleich hinterher. Die Liste der absatzstärksten Elektroauto-Hersteller führt nach einer Analyse von Autoexperte Bratzel der japanische Autobauer Nissan an, gefolgt vom chinesischen Konzern BYD, Tesla und dem japanischen Autobauer Mitsubishi. Erst dann folgen die deutschen Autohersteller Volkswagen und BMW.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr nur etwa 12.000 reine Elektroautos und knapp 11.000 Plug-in-Hybride neu zugelassen – das waren gerade einmal 0,7 Prozent der gesamten Neuwagen. Das Ziel der Bundesregierung, dass bis 2020 auf deutschen Straßen eine Million Elektrofahrzeuge fahren sollen, scheint aktuell beinahe unerreichbar.

Mit Material von dpa

12 Antworten zu “Kaufprämie kommt: Das sind die deutschen E-Autos

  1. Ach wie schön. Motorleistung, Höchstgeschwindigkeit, Grundpreis. Und wie immer keinerlei Hinweis, was ausser vier Rädern im (hohen) Grundpreis vorhanden ist.
    Zwar ein Hinweis, dass der i3 als „Elektroauto“ entwickelt wurde, was aber genau dieses Auto so anders macht als alle anderen? Im Artikel kein Hinweis.
    Kein Wort über das wichtigste Thema „Laden“. Hier unterscheiden sich die Autos nun wirklich.
    Im Grunde wieder ein Artikel der Serie „Elektroautos sind blöd, und wir müssen das den Leuten endlich klarmachen“
    Irgendwann lösche ich den Link auf diese Seite.

  2. Soso, jaja:
    „Problem: Bisher ist die Nachfrage nach Elektroautos generell gering – und auch das Angebot an Modellen.“.
    Ob bzw. inwieweit das an dem konstanten eAuto-Bashing von den Grössen, wie hier ADAC, liegt, ist natürlich nicht relevant…

  3. Deutsche EVs …😉

    BMW i3
    eGolf
    eUP (wird z.Zt. ‚wegen Facelift‘ (?) wohl nicht produziert)
    Mercedes B-Klasse (wird z.Zt. nicht produziert)
    Smart-ED (wird schon lange nicht mehr produziert – wohl erst 2017 wieder)
    Ampera (wird ebenso schon nicht mehr produziert)
    Ford EV (in den letzten Jahren wurden insg. <150 Stueck verkauft)

  4. Die deutsche Motorjournalie hebt die deutschen E-Autos in den Himmel, unterschlägt weitgehend die Ausländischen, wenn sie nicht gerade wieder einmal bemüht sind E-Automobile als überflüssig und unsinnig zu erklären.
    Wie kommt es sonst, das ZOE, LEAF und Co. nicht einmal erwähnt werden?
    Möglicher Weise sollten die Schreiberlinge noch einmal die Schulbank vor allem in Physik drücken, dann wüßten sie möglicherweise besser über Maßeinheiten bescheid.
    Ich lese ihre Ergüsse nur noch selten, schon lange jedenfalls nicht mehr Regelmäßig. Statt dessen finden Sie mich regelmäßig draußen bei den Menschen um gerade zu rücken, was sie auch hier verbocken.

    • In der Überschrift steht „deutsche E-Autos“. Ich interpretiere das mal als „aus deutscher Produktion“. Aber: Was hat der Ford Focus hier verloren? Der wurde in den USA entwicklet und wird m.W. auch dort produziert.

      Ansonsten ist die Liste ein Trauerspiel und zeigt, wie „ernst“ es unseren Autobauern tatsächlich ist. Es wurden übrigens 2 Modelle vergessen. Der Vollständigkeit halber sollten man sie zumindest erwähnen, auch wenn sie absolut keinen Einfluss auf irgendwelche Zulassungsstatistiken haben.
      – Mercedes SLS ED
      – Audi R8 e-tron
      Ersterer kostet so viel wie ein mittelgroßes schlüsselfertiges EFH und beim Zweiten bekommt man den Preis offiziell garnicht genannt.

      Apropos Zulassungszahlen: Während es im Jahr 2015 ganze 12.363 Neuzulassungen gab, waren am Ende des Jahres gerade mal 6.554 E-Autos mehr auf deutschen Straßen also ein Jahr zuvor. Diese Zahl ist viel interessanter als die reinen Neuzulassungen.

      • DerHelmut

        Tatsächlich: Interessante Zahlen…
        Aber was soll das heissen: wo sind denn die 6000 eAutos hin verschwunden?

        Oder: wer bastelt hier schon wieder an welchen Zahlen rum?

      • Zitat: Während es im Jahr 2015 ganze 12.363 Neuzulassungen gab, waren am Ende des Jahres gerade mal 6.554 E-Autos mehr auf deutschen Straßen also ein Jahr zuvor. Diese Zahl ist viel interessanter als die reinen Neuzulassungen. Zitat Ende.

        Fragen Sie mal bei Kia nach, wo die ganzen Neuzulassungen des Soul EV denn hin sind. Solange solche Regelungen gelten, ist Schindluder Tür und Tor geöffnet.

      • Es sind nicht die Autobauer, sondern die Ihnen hörigen politischen Seilschaften. Wir erhalten, was wir/wen wir gewählt haben. So isses!

  5. Offensichtlich gibt es ein Mobbingnetzwerk in Sachen eMobilität. Als langjähriger PRIUSfahrer habe ich einschlägige Erfahrungen damit. So will der ADAC überhaupt nicht einsehen, daß ein Benzinhybrid mindestens so ökologisch wie ein Betrugsdiesel zu betreiben ist.
    Merke: Frankfurt/M. ist laut, dreckig + teuer, u. a. auch wegen der Betrugsdiesel. Hier gibt es weder eTaxen noch eBusse, dafür aber reichlich Feinstaub, NOx und Dieseltote!!!

  6. Wieso beschleicht mich immer das Gefühl, da hat mal ein gestandener Motor-Journalist Literatur-Recherche zu E-Autos betrieben und schreibt dann los? Wäre es denkbar, dass jemand, der kaum Erfahrung mit Benzin- oder Dieselautos hat (sowieso kaum denkbar), sich auch noch fachlich dazu äußert?
    Dann passiert es eben, dass „der Akku 125 kW leistet“. Hm-hm. Der Tank leistet also 170 PS? Donnerwetter!
    Warum wird stets die Höchstgeschwindigkeit, auch noch im Zusammenhang mit der Motorleistung, genannt? Alle E-Autos sind gedrosselt, weil
    a) alle E-Motoren eine vergleichsweise geringe Dauerleistung haben (z.B. Zoe 43 kW) und eine kurzzeitige „Überlastung“, die bei E-Motoren eben keine ist, schadlos tolerieren (Zoe: 65 kW) und
    b) bei einer Entnahme von 125 kW aus dem Akku (Höchstgeschwindigkeit damit geschätzt: 220-230 km/h), dieser in theoretisch 9 Minuten leer wäre, tatsächlich viel früher.
    Fazit: die Höchstgeschwindigkeit spielt in der Praxis so gut wie keine Rolle.

    Warum schreiben Sie nichts über das in Europa meist verkaufte E-Auto, den Renault Zoe? Warum wird so vergleichsweise gut verkauft? Das liegt u.a. daran, dass er an mehrere tausend Ladesäulen in DE schnellladen (22 kW und darüber) kann. Das erfährt man aber nur, wenn man selber mal längere Strecken in verschiedenen E-Autos fährt und unterwegs lädt.
    Dazu rate ich.

  7. Herrschaftszeiten!!! Nach folgender Zeile habe ich nicht mehr weitergelesen:
    „Sein Akku leistet 125 kW.“
    Wann werden endlich Journalisten ihren Stromzähler ablesen können?!
    Es fehlt nur noch die Bezeichung kW/h :))

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