Baut VW eine Batteriefabrik in Salzgitter?


Seit 1970 baut VW Motoren in Salzgitter. Doch was bedeutet die schwindende Relevanz des Verbrennungsmotors für den Standort? Die Belegschaft befürchtet Stellenabbau. Doch vielleicht baut VW dort bald Batterien statt Motoren.

VW will sich in naher Zukunft als führender Hersteller von Elektro-Autos etablieren.

Ein Ende der Abgasaffäre ist noch nicht abzusehen: Die Rückrufe bei VW haben gerade erst begonnen und auch andere Hersteller stehen im Verdacht, bei Abgastests geschummelt zu haben. Mitte Mai bestätigte das Bundesverkehrsministerium, dass bei Abgas-Tests 30 von 53 untersuchten Autos zu viel CO2 ausgestoßen haben. Weitere Prüfungen laufen, ein umfassender Bericht soll folgen.

„Dieselgate“ ist ein Skandal für die Kunden und eine Schande für die betroffenen Autobauer. Die Hoffnung der E-Auto-Branche: Die Affäre könnte zusätzlichen Auftrieb für Elektroautos bringen. Zudem stehen die Hersteller im Rahmen des Wandels hin zur E-Mobilität unter Druck gegenüber der Belegschaft. Denn die befürchtet das Aus für bisherige Motorenwerke.

Volkswagen prüft nun offenbar, eine eigene Fabrik zur Produktion von Batteriezellen zu bauen. Bis zu zehn Milliarden Euro könnte ein solches Werk kosten, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete.

Bald Batterien aus Salzgitter?

Und auch einen möglichen Standort nennt die Agentur: Salzgitter soll als möglicher Fertigungsort im Gespräch sein. Bisher produziert VW dort herkömmliche Verbrennungsmotoren. Ein Bau von Batterien wäre auch ein Zukunftssignal für das Werk und die dortigen VW-Mitarbeiter.

Das Handelsblatt hatte zuvor über den Grund dafür spekuliert, warum das VW-Management überhaupt den Bau einer eigenen Batteriefabrik Gedanken mache: Offenbar zieht VW eine eigene Fertigung einem Einkauf vor, um von asiatischen Herstellern unabhängig zu sein.

Ähnliche Überlegungen hatten die US-Firma Tesla dazu bewogen, im US-Bundesstaat Nevada eine riesige Batteriefabrik zu bauen. Die sogenannte Gigafactory soll Tesla in Zukunft einmal profitabel machen, kostet aber zunächst viel Geld, wohl etwa vier bis fünf Milliarden US-Dollar. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll dort noch im Jahr 2016 die Produktion von Akkuzellen beginnen.

Die Relevanz einer entsprechenden Industrieanlage in Deutschland verdeutlicht der mehrmalige gemeinsame Vorstoß der Betriebsratsvorsitzenden von Daimler, Volkswagen und BMW. Sie hatten sich wiederholt für eine Batteriefertigung in Deutschland stark gemacht.

VW: Ambitionierte Elektro-Ziele

Die Autobranche zweifelte bislang an der Wirtschaftlichkeit einer solchen Batteriezellenproduktion. Daimler hatte Ende 2015 seine Zellfertigung im sächsischen Kamenz eingestellt.

VW-Markenchef Herbert Diess hatte bereits im vergangenen November ein Umdenken gefordert. Im Jahr 2025 will der Konzern mit seinen Marken VW, Audi, Porsche & Co. eine Million reine Elektroautos und Hybridfahrzeuge verkaufen. Jedes zehnte verkaufte Auto hätte damit nach heutigem Stand einen Batterieantrieb an Bord. Die Bundesregierung hatte vor Kurzem Kaufprämien für Elektroautos und Hybridfahrzeuge in Deutschland beschlossen. Batteriezellen gelten als Schlüssel für den Durchbruch von Elektroautos, weil sie bislang die Reichweite begrenzen und die Fahrzeuge teuer machen.

Mit Material von dpa

3 Antworten zu “Baut VW eine Batteriefabrik in Salzgitter?

  1. Warum in Salzgitter wenn es im Ausland billiger ist, abwarten was dabei raus kommt.

  2. Hätte, könnte möglich sein…
    Ziemlich lächerlich…

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