Kabellos laden wie eine elektrische Zahnbürste


Toshiba testet ab sofort ein modernes induktives Ladesystem für E-Mobile im Alltag. Das heißt: keine Stecker, keine Kabel. Innerhalb von 15 Minuten soll die Batterie des Testbusses aufgeladen sein. 

Kantiger Look, futuristische Technologie: Der Toshiba-Bus verfügt über eine weiterentwickelte, kabellose Induktiv-Ladeplatte am Unterboden.

Kantiger Look, futuristische Technologie: Der Toshiba-Bus verfügt über eine weiterentwickelte, kabellose Induktiv-Ladeplatte am Unterboden.

 

Die Idee klingt verlockend: Einfach auf den Parkplatz fahren, abstellen, aktivieren – und die Batterie des E-Autos lädt wie von Geisterhand. Kein anstecken, keine Buchsen, keine Kabel. Mit so einer Ladetechnik – ähnlich wie bei einer elektrischen Zahnbürste – würde sich auch die Frage der weltweiten Stecker-Standards erledigen. Auch von Vorteil: Die Gefahr eines potentiellen Stromschlages reduziert sich somit drastisch. Doch wie alltagstauglich ist das System?

Um diese Frage zu klären, testet Toshiba seit 1. Juli einen E-Bus mit 45 Sitzen, der über ein modernes, kabelloses Ladesystem verfügt. Er fährt zwischen dem Firmengelände von All Nippon Airways in Tonomachi und dem Flughafen Haneda, Tokyo. Die Strecke beträgt etwa elf Kilometer. Mindestens drei Mal täglich soll der Bus zwischen Flughafen und All Nippon Airways pendeln.

Das  Ladesystem entstand aus  einer Kooperation von Toshiba mit der Waseda Universität, unter der Leitung von Professor Yushi Kamiya. Das herkömmliche induktive Ladesystem wurde für die Testzwecke weiterentwickelt zu einem Magnet-Resonanz-Ladesystem, das am Unterboden des Busses angeschraubt ist. Ein weiterer Vorteil: Die Magnet-Resonanz-Platte des Busses muss nicht so exakt über der Ladeplatte im Boden platziert werden wie bei herkömmlicher Technik. Das System toleriert laut Toshiba eine Ungenauigkeit von etwa 20 Zentimeter in der Breite und 10 Zentimeter in der Länge. Der Höhenabstand der beiden Platten darf maximal 10 Zentimeter betragen.

Die Batterie lädt, sobald der Fahrer den Bus korrekt parkt und per Touchscreen auf der linken Seite der Armatur den Vorgang startet. Auf dem Display hat man zudem die volle Kontrolle über den Ladezustand der Lithium-Ionen-Batterie. Es handelt sich um ein Schnellladesystem. Innerhalb von 15 Minuten soll die Batterie vollgeladen sein und somit über genügend Energie verfügen, um die elf Kilometer lange Teststrecke zu bewältigen. Offiziell liegt die Reichweite bei 89 Kilometern.

Daten und Fakten des Bus-Prototyps laut Toshiba:

  • Länge: 8,9 m
  • Breite: 2,3 m
  • Höhe: 3,0 m
  • Gewicht: 8220 kg
  • Batteriekapazität: 52,9 kWh
  • Ladedauer: etwa 15 Minuten
  • Reichweite: bis zu 89 km
  • Höchstgeschwindigkeit: 93 km/h
  • Passagiersitze: 45

5 Antworten zu “Kabellos laden wie eine elektrische Zahnbürste

  1. Liebe Redaktion,
    ich habe bei ihnen nach dem Autobus EMIL gesucht, da dies ein Beispiel für kabel-loses Laden vor der eigenen Haustür ist. Hab ich einen Hinweis darauf übersehen?
    Hier der Link: http://www.deutschlandfunk.de/elektromobilitaet-emil-laedt-an-der-bus-haltestelle.676.de.html?dram:article_id=297404

    Das der ADAC, dem ich natürlich auch als Mitglied verbunden bin sich diesem Thema e-Mobilität widmet finde ich top und bitte treibt das Thema deutschlandweit voran, auch wenn die Technik momentan noch nicht ganz ausgereift und die Nachhaltigkeit bezüglich der Entsorgung der Batterien umstritten ist, aber was man sich angesicht der weiteren Störfaktoren des bisherigen Verkehrs alles erspart, ausser dem Abgas, das ist ein riesen Schritt zu mehr Lebensqualität für alle Bewohner großer Städte.

    • ADAC Motorwelt Blog-Team

      Liebe/r AvSchwerin,

      danke für das Lob und den Link. Sie haben Recht und nichts übersehen, über EMIL haben wir bislang nicht berichtet.

      Viele Grüße
      Ihr Blog-Team

    • Der Artikel, auf den Sie verlinken, stammt vom Juni 2012. Was gibt’s schon seit 15 Jahren? Die elektrische Zahnbürste?

      • Lesen lernen würde helfen:
        „Bereits seit zehn Jahren fahren in den italienischen Städten Turin und Genua insgesamt 30 Elektrobusse…“ steht im ersten Absatz!

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