Pod Zero: Autonomes Vehikel aus England


Reden, Websurfen, Lesen: Alles problemlos möglich für die Insassen von autonomen Fahrzeugen. Nun präsentiert erstmals eine englische Firma ein derartiges Vehikel, den Pod Zero aus der RDM Group. Und die Briten haben ambitionierte Ziele für das Projekt ausgegeben.

Winzig, britisch – und kein Mini: Die RDM Group baut autonome Fahrzeuge für bis zu acht Passagiere. Im Bild ein Zweisitzer.

Rover? Gibt es in seiner ursprünglichen Form nicht mehr. Mini? Wird noch in England gefertigt, aber die Entwicklung sitzt bei Eigentümer BMW in München. Es stand schon einmal besser um den britischen Fahrzeugbau als in der Gegenwart.

Ein wenig Licht in die Dunkelheit will nun die RDM Gruppe bringen. Die Ingenieure aus dem altehrwürdigen britischen Industriestandort Coventry haben nun ein autonomes E-Fahrzeug vorgestellt, das bis zu acht Personen befördern kann.

Selbstbewusst hat RDM bereits 2015 angekündigt, „Weltmarktführer in der Entwicklung autonomer Fahrzeuge“ werden zu wollen – auf der diesjährigen Automechanika-Ausstellung in der Nähe von Birmingham nun also der sogenannte Pod Zero.

Lahm, aber autonom

Das Fahrzeug wirkt auf den ersten Blick ein wenig seltsam, erinnert am ehesten an eine Kutsche. Die Zielgruppe seien Flughäfen, Freizeitparks und Einkaufszentren, so RDM. Je nach Einsatzzweck soll es das Vehikel in verschiedenen Größen geben: für zwei, vier und acht Personen.

David Keene, CEO des Herstellers, stellte auf der Automechanika in Aussicht, dass jedes Fahrzeug bis zu 60 Meilen weit elektrisch fahren könne. Bei der Konstruktion hätten die Entwickler besonderes Augenmerk auf die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer oder körperlich eingeschränkte Fahrgäste gelegt, so Keene weiter.

Eilig sollten es die Fahrgäste allerdings nicht haben. Denn die Höchstgeschwindigkeit der autonomen Kutsche liegt bei lediglich 15 Meilen pro Stunde. So ist es auch nur konsequent, dass das Haupteinsatzgebiet nicht auf öffentlichen Straßen, sondern eher in Bereichen für Fußgänger liegen soll.

CEO Keene verspricht den Bau von bis zu 200 Exemplaren pro Jahr am Standort Coventry. Eine mutige Ankündigung. Denn während in den USA und vielen anderen Ländern bereits seit Jahren erfolgreiche Fahrversuche mit autonomen Autos stattfinden, begann in Großbritannien ein entsprechendes Programm erst 2015.

Unterwegs ohne Führerschein

Dafür wendet sich das RDM-Projekt an eine größere Zielgruppe: Statt auf Fahrer konzentriert sich die autonome Kutsche hauptsächlich auf die Passagiere. Im Web surfen, Arbeiten oder sich auch womöglich betrunken vom Pub nach Hause fahren lassen, das alles soll gemäß eines Strategiepapiers des britischen Verkehrsministeriums möglich sein. Ein Führerschein ist dafür explizit nicht nötig.

Bisher hätten laut Angaben von Kenne vor allem Flughäfen und Universitäten Interesse an dem Fahrzeug angemeldet. Insgesamt sollen Aufträge im Wert von etwa 15 Millionen Pfund möglich sein.

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