Zum Sensationspreis: Neues E-Auto aus Aachen


Ein Elektroauto für 12.500 Euro: Die e.GO Mobile AG bringt ein innovatives Konzept auf den Markt. Nach dem Streetscooter für die Deutsche Post ist es das zweite E-Modell aus dem Umkreis der Technischen Hochschule Aachen.

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Der Design-Prototyp und seine Entwickler (von links): Prof. Günther Schuh (CEO), Matthias Kreimeier (Leiter Einkauf) und Alexander Weis (Projektleiter).

Das Ziel des 40-köpfigen Teams um Professor Günther Schuh war von Anfang an, ein besonders günstiges Elektrofahrzeug zu entwickeln. Nun verkündet die universitäre Initiative der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule: „Der Beweis ist geglückt.“

Das Modell „Life“ soll in der Basisausstattung für 12.500 Euro auf den Markt kommen. Die größere Variante „Booster“ mit dreieinhalb Sitzen und zwei Türen ist als vollwertiges und geschlossenes Fahrzeug geplant. Mit zwei Zusatzbatterien ist eine Reichweite von 120 Kilometern angepeilt, der Preis steigt auf 13.900 Euro. Der Wagen bietet auf dem Rücksitz auch Platz für ein Kind oder Einkäufe. Beide Varianten sollen bei einem Unfall genauso sicher sein, wie ein herkömmlicher Pkw.

Keine leeren Versprechungen aus Aachen

Doch wie kann e.Go zu solch vergleichsweise niedrigen Preisen produzieren? Eine Struktur aus Kunststoff reduziert die Herstellungskosten des Fahrzeuges, besonders bei relativ kleinen Stückzahlen. Der 48-Volt-Antrieb wird mit E-Motoren aus Großserien betrieben; hinzu kommt die günstige Modulbauweise. 2017 werden zunächst 100 Prototypen gefertigt, 75 werden an Beta-Tester verkauft. „Wenn unser e.GO Life im Markt ankommt, stellen wir uns eine Serienproduktion von bis zu 10.000 Fahrzeugen pro Jahr im Aachener Industriegebiet vor“, so Professor Schuh.

Dass in Aachen keine leeren Versprechungen gemacht werden, hat schon die Street Scooter GmbH (mehr Informationen hier) bewiesen. Rund 150 Modelle der elektrischen Paketzusteller hat die Post bereits im Einsatz. Bis zu 20.000 der mit einer Lithium-Ionen-Batterie ausgestatteten Gefährte könnten es in den kommenden Jahren werden. Die Deutsche Post DHL ist von dem Projekt so überzeugt, dass sie Ende 2014 die Street Scooter GmbH komplett übernahm.

7 Antworten zu “Zum Sensationspreis: Neues E-Auto aus Aachen

  1. So richtig ist das doch aber auch alles noch gar nicht ausgereift. Tankstellen fehlen. Man ist einfach nicht flexibel genug. Ich würde mir aktuell kein E-Auto kaufen, wenn ich weiss das ich nicht mal von Hamburg nach München fahren kann. Deutschland muss sich noch besser rüsten für E-Autos.

  2. @Matthias Fenner
    Ich denke mal das ein Autofahrer die Gleichen Ansprüche an ein Elektroauto stellt, auch Technisch ist es sicherlich machbar so ein Auto in Serie zu Produzieren.

  3. Das ist das perfekte Auto für Pflegedienste, Pizzaservice, usw. Also für alle, die heute Kleinstwagen für 10.000€ kaufen! Sowas fehlt am Markt bisher, da selbst der kleineste Elektroflitzer bisher rund 20.000€ kostete und unnötig exclusiv ausgestattet ist.

  4. Wir werden die E-Mobilität nicht mit exotisch aussehenden Kleinwagen voran bringen, denen ausserhalb der Stadt der Strom ausgeht und in dessen spartanisch ausgestattem Inneren nur 2 Bierkisten passen.
    Der potentielle Käufer erwartet ansprechendes Design, eine vernünftige Reichweite von mind. 250-300 km und einen Alltagsnutzwert, wie er ihn aktuell beim Golf, Astra oder 3erBMW findet.
    Lasst diesen Quatsch mit Prototypen, die keine Zukunft im Strassenbild haben werden.

    • Ich denke die Zielgruppe sind Pendler oder Singles, die für ihre Zwecke kein Auto der Golf-Größe und schon garnicht einen 3er-BMW benötigen. Dass es einen Bedarf an diesen Fahrzeugen gibt, beweist der Smart. Nur als elektrische Variante ist er mit mind. 24.000€ (inkl. Akku) einfach zu teuer.
      Ob sich dieses Fahrzeug tatsächlich behaupten kann, ist allerdings eine andere Sache. Sofern Sicherheit, Komfort und auch die Leistung stimmen, sehe ich da keine Probleme.

      • Wir müssen doch bedenken, dass E-Autos alternativ zu den Verbrennern auf die Strasse sollen. Da wird sicher nicht jeder deshalb auf eine kleinen 2-Sitzer umsteigen, nur weil der an der Steckdose geladen wird und nicht an der Tankstelle. Da ist auch der Preis zweitrangig. Klar ist kein Anreiz da, sich aktuell ein kleines Auto mit wenig Reichweite für viel Geld zuzulegen, aber letztendlich will „der Autofahrer von heute“, nicht aus ökologischen Gründen allzuviel abstriche machen. Wer jetzt einen 5erBMW fährt, steigt doch nicht auf einen E-Smart um. Es muss bezahlbare sinnvolle E-Autos für alle Klassen geben, sonst wird das nichts mit der E-Mobilität.

      • @ Matthias Fenner:
        genauso wenig wird z.B. ein Smart- oder Fiat-500-Besitzer (Single ohne Kinder) einen Tesla S/X oder auch einen Tesla 3 oder ähnliches größeres und teueres EV kaufen wollen, wenn er nur was kleines haben will. Oder ein noch besseres Beispiel: Gewerbefahrzeug, Einsatz nur in der Stadt, 1-2 Plätze völlig ausreichend, wichtig sind die niedrige Kosten.

        Wichtig ist die Vielfalt, ein Fahrzeug für alle Ansprüche wird es nicht geben.

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