Förderprämie: Zuschüsse für E-Bikes und Pedelecs


Sie wollen ein E-Auto kaufen? Dann bekommen Sie einen Zuschuss vom Staat. E-Bikes hingegen werden kaum gefördert. Kaufprämien gibt’s wenn überhaupt nur auf kommunaler Ebene. Und auch mit ideeller Förderung hält sich der Bund sehr zurück.

Sauber, flott und flexibel: Pedelecs werden immer beliebter. Ihre Anschaffung fördert der Bund allerdings kaum.

Die Vertreter der Automobilindustrie jubelten fast unisono, als der Bund nach monatelangen Verhandlungen die umstrittene Kaufprämie von 4000 Euro für Elektro- und 3000 Euro für Hybridwagen beschloss. Direkte Zuschüsse – getragen zur Hälfte vom Steuerzahler und von den E-Auto-Anbietern – sollen die Nachfrage anschieben.

Die Branche, die bei ihrer international besonders konkurrenzfähigen Oberklasse sonst auf offene Märkte setzt, ist beim Thema E-Mobilität ganz wild auf öffentliche Gelder. Ein Grund: Deutschland fährt hinterher. Staaten wie China oder Norwegen fördern E-Fahrzeuge schon seit Langem mit üppigen Anreizen.

Indes: Die Förderprämie ist bisher ein Flop. Einen Monat nach dem Start des Angebots am 2. Juli sind beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) 1791 Anträge eingegangen, wie die Behörde Anfang August mitteilte. Die meisten Anträge kamen aus Bayern (468), gefolgt von Baden-Württemberg (357) und Nordrhein-Westfalen (307). BMW-Modelle lagen mit 581 Anträgen vor Renault (444) und Volkswagen (154).

1,2 Milliarden Euro Kaufprämie für E-Autos

Aus dem Topf, der insgesamt mit 1,2 Milliarden Euro gefüllt ist, wurden bisher rund 6,6 Millionen Euro angefordert. Bis zum 4. August wurden 821 der Anträge bewilligt, die ersten Fördergelder sollen bereits ausgezahlt worden sein. Zum Vergleich: Bei der Einführung der Abwrackprämie für Altautos 2009 waren beim Bafa binnen Tagen 150.000 Anträge eingegangen.

Während die E-Auto-Nachfrage nach wie vor verhalten ist, boomen hingegen E-Bikes und Pedelecs. Letztere haben schon vor Jahren die Millionen-Grenze beim Absatz überschritten, sind vor allem bei Pendlern und im urbanen Raum beliebt, in touristischen Regionen ohnehin. Der Bund stellt dafür keine Förderprämie zur Verfügung, wohl weil der Markt sich längst selbst trägt – gerade im Vergleich zum hinkenden Geschäft mit Elektroautos.

Erst im April 2016 bestätigte der deutsche Interessenverband der Zweirad-Industrie (ZIV) bei seiner Mitgliederversammlung in München, wie gut es der Rad-Branche geht. Ein Teilnehmer bezeichnete die Entwicklung im Bereich E-Bike als „geradezu phänomenal“. Doch der Verband fordert eine Gleichberechtigung mit E-Autos. 500 Euro Prämie vom Staat für jedes neu gekaufte E-Bike ist das Ziel des ZIV.

Eine Alternative zu Geldern vom Bund sind regionale Töpfe. Am 1. April 2016 begann beispielsweise das kommunale Förderprogramm für Elektromobilität in München. 22,2 Millionen Euro Zuschuss sind dabei nur für Pedelecs vorgesehen. Die Stadt zahlt Förderungsberechtigten bei zwei- bis dreirädrigen E-Fahrzeugen 25 Prozent des Anschaffungspreises (ohne Mehrwertsteuer). Die maximale Fördersumme liegt bei 1000 Euro für E-Lastenfahrräder und 500 Euro für Pedelecs. 1000 Euro zusätzlich fließen, wenn der Käufer nachweisen kann, dass das Bike ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ersetzt.

Bund fördert meist nur Projekte für E-Autos

Allerdings sind nur gewerbetreibende Unternehmen, Freiberufler und gemeinnützige Organisationen förderungsberechtigt. Ein Sitz oder eine Niederlassung des Antragstellers muss in München sein, die Fahrzeuge zudem in der bayerischen Landeshauptstadt angemeldet werden.

Der Bund hingegen setzt voll aufs Auto: Vier Programme namens „Schaufenster Elektromobilität“ fördern seit 2012 die Entwicklung und Erprobung von Elektrofahrzeugen. Im Projekt-Alltag bedeutet das in aller Regel eine Unterstützung für Automobile, für die etwa 180 Millionen Euro an Gesamt-Fördermitteln fließen. Laut Angaben des Bundesverkehrsministeriums sind Pedelecs in lediglich sieben von insgesamt 90 Verbundprojekten auf regionaler und kommunaler Ebene überhaupt eingebunden. Die gemeinsame Aktion der Bundesländer Sachsen und Bayern mit dem Namen „Elektromobilität verbindet“ steht sinnbildlich für die niedrige Quote: Kein einziges Projekt unterstützt E-Bikes.

Mit Material von dpa

Eine Antwort zu “Förderprämie: Zuschüsse für E-Bikes und Pedelecs

  1. Dies ist so nicht ganz richtig. Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit geschaffen, das Firmen ihren Mitarbeitern Fahrräder (egal ob e, oder normal) als Diensträder anzubieten. Hierzu geht der Unternehmer einen Vertrag mit einem Leasinggeber ein und der Mitarbeiter kann sich dann bei einem lokalen Fahrradhändler ein bis zwei Räder aussuchen. Die Leasingraten werden dann direkt vom Brutto abgezogen und können sich so auch steuerlich vorteilhaft auswirken. Der große Vorteil liegt aber darin das man die MwSt. umgeht, da es ein Geschäft zwischen Unternehmen ist. Nach 3 Jahren Leasingzeit kann man das Rad für einen Restwert von 100-200,- Euro übernehmen. Bei einem e-bike ist der echte Restwert dann noch deutlich höher. Nun kann man sich entweder ein neues Bike holen, oder radelt auf seinem eigenen weiter.

    Grüße
    A. Dempewolf

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