In Europa: 2030 jedes dritte Auto elektrisch?


Zu Ländern wie Österreich, Norwegen und Niederlanden gesellt sich nun auch Deutschland: Der Ruf nach dem Verbot von Verbrennungsmotoren wird immer lauter. Nun zeigt eine Studie von PricewaterhouseCoopers: Es gibt gar keine Alternative.

Elektromobilität, Studie, Umfrage, E-Mobilität

Alternative Antriebe: Die Lösung für die Einhaltung von Klimaschutzzielen?

Passend zur aktuellen Debatte liefert PwC Autofacts, ein Team der Automotive-Sparte der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC), eine interessante Analyse: Bereits 2028 könnten Elektroautos in Europa einen Marktanteil von 30 Prozent haben und damit vor Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren liegen – deren Anteil wäre dann bei 28 Prozent. 2030 wäre damit jeder dritte neu zugelassene Wagen ein E-Auto. Die restlichen gut 40 Prozent würden dann auf Hybrid-Autos unterschiedlicher Bauarten entfallen.

Aktuell sind es gut 97 Prozent aller Neufahrzeuge in der EU, die von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden. Bis 2020 sinke dieser Anteil auf knapp 90 Prozent, 2025 werden es knapp 50 Prozent und 2030 nur noch gut 15 Prozent sein, so die Analyse der Unternehmensberatung.

Keine Alternative zu Elektroautos
Wie kommen die Auto-Experten auf diese Zahlen? Grundlage sind die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens. Denn: Im Dezember 2015  wurde auf der Klimaschutzkonferenz in Paris ein weltweites und rechtsverbindliches Übereinkommen festgelegt – dieses beinhaltet unter anderem auch die Klimaneutralität bis 2050.

Das trifft insbesondere die Autobranche: Um dieses Ziel zu erreichen, ergebe sich bei einem Fahrzeugbestand von 900 Millionen (2015) mindestens eine Zeitspanne von gut 14 Jahren, um alle CO2-intensiven Pkw gegen saubere Modelle auszutauschen. Realistisch seien eher 20 Jahre. Daher müsste die Automobilindustrie ab 2030 in der Lage sein, überwiegend CO2-neutrale Autos anzubieten, erklärt PwC. Hier sei insbesondere die Politik gefordert: Neben der Förderung von Elektroautos und der Einführung von neuen Testzyklen würden auch lokale Verbote von Verbrennungsmotoren Abhilfe schaffen. Vor wenigen Tagen ist Deutschland dem Abkommen offiziell beigetreten. Zu dieser Entwicklung gebe es keine Alternative,  so PwC.

Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030?
Die Debatte um den Antrieb auf Deutschlands Straßen wird derweil immer hitziger: Ende September hatten die Grünen ein Verbot von Verbrennungsmotoren für neue Pkw gefordert – ab 2030 sollen keine mehr zugelassen werden. Ein entsprechender Antrag ist für den Bundesparteitag im November geplant.

Die Forderung stößt auf heftigen Widerstand: Bundesverkehrsminister Dobrindt bezeichnet das ausgegebene Ziel der Grünen als „vollkommen unrealistisch“. Zwar sei es richtig, die Elektromobilität zu fördern, aber das Datum sei „einfach Unsinn“. Bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich die Diskussionen weiter entwickeln werden.

Mit Material von dpa

3 Antworten zu “In Europa: 2030 jedes dritte Auto elektrisch?

  1. Schade, dass für eine allumfassende Beurteilung der Umweltfreundlichkeit verschiedener Antriebskonzepte, entsprechende Studien fehlen. Meist findet man nur Studien die auf den Verbräuchen der Fahrzeuge ausgelegt ist. Dabei wird Umweltfreundlichkeit meist mit dem Grad der Luftverschmutzung gleichgesetzt. Interessant fand ich die viel zitierte Studie von CNW, wonach ein Jeep Wrangler in den USA das umweltfreundlichste Fahrzeug wäre.
    Der Ansatz ist ja schon der richtige, das Thema allumfassend angehen zu wollen. Allerdings ist die Studie wohl mehr als Provokation gedacht da sie etwas zu undurchsichtig ist und dadurch unseriös wirkt.
    Ich finde es schade das dann doch lieber gehetzt wird, als mal etwas mehr Zeit in die Recherche zu investieren um Fakten für sich sprechen zu lassen.
    Aber Atomstrom galt ja auch lange als grüne Energie.

  2. Es wird so kommen, ob jetzt 2030 oder 2035 spielt keine Rolle. Auch nicht für die Verbrennerindustrie.

  3. eCar-Fan & TESLA-Fahrer

    Es wird nicht mehr lange dauern, dass Elektroautos im Preis (Anschaffung inklusive Unterhaltskosten) nicht nur vergleichbar, sondern sogar günstiger als die -umweltpolitisch nicht mehr vertretbaren- Verbrenner sind. Wenn sich dann auch noch herauskristallisiert, dass gebrauchte Verbrenner auf dem Markt aufgrund der dann stark sinkenden Nachfrage immense Verluste mit sich bringen (selbst Autohändler werden dann GW-Preise schlechter kalkulieren) wird es eine Marktbereinigung ohne Gleichen geben. Auch ganz ohne Verbote eines Landes oder Bundesverkehrsministers.
    Wer möchte dann noch das Risiko, einen nicht kalkulierbaren Verlust bei Kauf eines Verbrenner-Neuwagens tragen?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s