Wasserstoff marsch!


H2-Tankstelle in Berlin. Foto: CEP

H2-Tankstelle in Berlin. Foto: CEP

Bund und Industrie wollen bis zum Jahr 2015 35 neue Wasserstoff-tankstellen errichten. Über dieses Vorhaben wurde jetzt eine Absichtserklärung vorgelegt.

Unterzeichner sind das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie die Industrieunternehmen Air Liquide, Air Products, Daimler, Linde und Total. Das Investitionsvolumen wird auf 40 Millionen Euro geschätzt. Mit den bereits existierenden 15 H2-Tankstellen stünden den prognostizierten 5000 Brennstoffzellenfahrzeugen im Jahr 2015 insgesamt 50 Zapfsäulen zur Verfügung. „Wir brauchen ein Tankstellennetz, das die wichtigsten Ballungsgebiete abdeckt und miteinander verbindet“, so Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer.  Markus Sieverding, Chef der Air Liquide Deutschland ergänzt: „Die Fahrt in einem Wasserstoffauto von München nach Hamburg oder von Aachen nach Potsdam muss zu einer Selbstverständlichkeit werden.“

Zu klären ist noch, ob der Wasserstoff an den Tankstellen mit einem einheitlichen Druck von 350 oder 700 bar bereitgestellt wird. Die meisten Fahrzeuge der Versuchsflotten benötigen  700 bar. Dass beide Varianten vorgehalten werden müssen, sollte in jedem Fall vermieden werden, setzt aber voraus, dass sich alle Fahrzeughersteller auf einen Standard einigen. Des Weiteren sollte sichergestellt werden, dass der Wasserstoff regenerativ erzeugt wird. Auch wenn er dadurch deutlich teurer wird.

5 Antworten zu “Wasserstoff marsch!

  1. Was mich in diesem Kontext auch interessieren würde: Gesetzt den Fall, alle würde plötzlich elektr. fahren, über autarke Insellösungen für Kurzstrecken tanken – sprich eine nachhaltige Vision/Illusion … welche neuen Formen von Steuer würden uns wohl dann alle erwarten? Irgendwoher muß doch der Rubel kommen, der im(/in den) großen Säcklein rollt?
    Mir wird Angst und Bange, wenn ich mir vorstelle, man könnte Fahrzeuge mit Wasser betanken…

  2. Pingback: electrive.net » NPE, H2-Tankstellen, Batteriepreise, Smartlab, Flinkster.

  3. China will zum Vorreiter in der Elektromobilität werden. Und wir bauen Baumhäuser.

    Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken, inwiefern man die oben erwähnten zig Millionen in die bereits vorhandenen Forschungsprojekte einiger Unis sinnstiftend investieren könnte. Denn die haben bereits ein paar sehr gute Ideen für Elektromobilität vorgelegt. Und das dürfte primär erstmal der sinnvollere Weg sein als ein sekundäres Wasserstoffnetz.

  4. Wozu …
    Fuer LKW (oder Schwertransport allgem.) koennte ich’s ja noch verstehen – aber BZ im PKW ist doch nur der Hase beim WIndhundrennen (und die Windhunde (also der potentielle Autokaeufer und die Foerdergeldbewilliger/Politiker) rennen hinterher …
    Alle 5 Jahre kommt mal wieder die Meldung in 5 Jahren in Serie … wobei man
    sicher schon vor 10 Jahren gemerkt hat dass die fuer alle Seiten unwirtschaftlich ist (einzig – der Verbrauche kann alle ALTEN GEWOHNHEITEN beibehalten).
    Wo sind denn serienreife Brenstoffzellenfahrzeug … die ganzen „TEST-Fahrzeuge“ liegen im Bereich 250.000-2Mio Euro … (dann kann man fuer
    die Kosten der BZ. ja gleich mehr Akku-Kapazitaet verbauen – oder halt
    einenen RANGE-EXTENDER-MOTOR ( Stichwort Gas-RE. im Zagato Volpe))
    Übrigens: Elektro-Serienfahrzeuge kann man heute bereits kaufen…

    Wasserstoff ist z.Zt. wesentl. teurer als SPRIT (obwohl die „Erzeuger“ immer was von „Abfallgas“ faseln … wenn wirklich mal Mengen benoetigt werden ist’s doch dann wie beim Benzin – zur Ferienzeit wird’s teuer😉 .

    Da hier ja fröhlich von verschiedenen Seiten das von der
    Mineralölmafia gezeichnete Bild der rosigen Wasserstoffzukunft in den
    Raum gestellt wird, hier mal ein paar Denkanstösse:

    1. H2 fällt nicht vom Himmel, sondern muß zuerst mal hergestellt
    werden. Die mometan wirtschaftlichste und meistgenutzte Methode ist
    nicht etwa via Elektrolyse, sondern die Gewinnung aus Erdgas
    (Methan). Soviel zum Thema „weg von fossilen Brennstoffen“.

    2. H2 ist das kleinste Molekül und kann im gasförmigen Zustand auf
    Dauer durch (fast?) jeden Stoff diffundieren. => dauerhafte Lagerung
    nur mit hohem Energieaufwand (im flüssigen Zustand) möglich.

    3. Aufgrund der Lagerungsproblematik ist eine extrem teurer
    Infrastrukturaufbau notwendig (wobei die H-Tanken meist nur aus
    zwei Euro-Containern bestehen (deren Innenleben aber wohl mehrere Mio. Euro wert ist ???)

    4. Brennstoffzellen sind ziemlich teuer (seltene Metalle) und relativ kurzlebig.
    Und ineffizient … http://www.dges.de/relaunch/23.html
    Die Umwandlung des mitgeführten Wasserstoff in mechanische Energie erfolgt mit einem Wirkungsgrad von circa 42 %, wobei insbesondere der Wirkungsgrad der Brennstoffzelle noch Potential zur Optimierung bietet. Neben den Verlusten im Fahrzeug, entstehen auch bei der Bereitstellung des Wasserstoffs über die Elektrolyse und die Komprimierung hohe Verluste, so dass das Brennstoffzellenfahrzeug einen Gesamtwirkungsgrad „Strom zu Rad“ von lediglich 22 % aufweist. ( Ein DieselMotor soll ja bis 36% schaffen)

    Somit muss man sich grundsätzlich schon die Frage stellen, ob die
    Brenstoffzelle wirklich ein geeigneter Weg für die Zukunft ist.
    Oder spielen bei dem derzeitigen Gehype und Gepushe etwa ganz andere
    Interessen eine Rolle?

    Geht es bei der Mineralölindustries liebster Öko-Technologioe etwa gar nur um die Sicherung zukünftiger Profite?
    Denn wer, außer den üblichen Verdächtigen mit bestens ausgebautem
    Vetriebsnetz sollte die notwendigen Imfrastrukturmasßnahmen zur
    H2-Distribution stemmen, geschweigen denn finazieren, können? Oder
    ist die ganze Geschichte sogar nur eine Nebelkerze, damit die
    etablierten Firmen, ohne Konkurrenz durch evtl. entstehende kleine
    E-Auto-Bauer, Ihre verbrennungsmotorgetriebenen Fahrzeuge und die
    Öl-Multis mit riesigen Profiten den dafür benötigten Treibstoff
    weiterhin verkaufen können?

    • H2 hat doch nur einen einzigen Vorteil gegenüber dem Akkumulator: Das Fahrzeug kann schnell betankt werden. Von H2 hat der Kunde nichts, der Erzeuger und der Staat aber um so mehr.
      Die Abhängigkeit der Masse und damit die Einnahmequellen müssen sichergestellt sein, damit sich unsere Politiker und Besserverdienenden auch weiterhin 2t-Limousinen mit 500PS leisten können.

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