Gute Nachrichten (von BMW)


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Wenn es gute Nachrichten zu verkünden gibt, sind Politiker nicht weit – besonders, wenn neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Folglich war damit zu rechnen, dass am letzten Freitag ein Großaufgebot an Politikern das BMW-Werk in Leipzig als wahren Segen für die Region gepriesen und die Kanzlerin nur allzu gern den Startschuss für die Erweiterung des sächsischen Werks gegeben hat. Dort soll nämlich das „Megacity Vehicle“ ab 2013 vom Band laufen und für 800 neue Arbeitsplätze sorgen. Damit ist Leipzig die erste und bislang einzige Produktionsstätte für Elektroautos in Deutschland. Von der Batterie bis zum fertigen E-Auto soll alles in Sachsen produziert werden.

Wer das zukunftsträchtige Stadtmobil sehen wollte, wurde allerdings enttäuscht. BMW will seinen Beitrag zur Elektromobilität erst auf der IAA 2011 enthüllen. Immerhin konnten die Festgäste schon mal ein Seitenteil des Kleinwagens in Augenschein nehmen. Das sieht zwar nicht allzu spektakulär aus, es ist aber so federleicht, dass es von Kindern auf die Bühne getragen werden konnte. So wird das Megacity Vehicle das erste Großserienfahrzeug mit einer Fahrgastzelle aus Carbon sein. Denn: „Weniger Gewicht bedeutet mehr Reichweite“, wie BMW-Chef Reithofer erklärte. Wie groß die sein wird, wollte er aber noch nicht verraten.

Und noch eine Neuigkeit hatten die Bayern in Leipzig im Gepäck. Die spektakuläre Sportwagenstudie „Vision Efficient Dynamics“, die bereits von Messe zu Messe geschoben wurde, soll nun definitiv gebaut werden. Ein Plug-In-Hybrid mit Karbon-Karosserie und zwei Elektromotoren (einer an der Vorderachse, einer an der Hinterachse) und einem Dreizylinder-Dieselmotor an Bord. Mit den Batterien, die platzsparend im Mitteltunnel untergebracht worden sind, kommt der Sportler 50 Kilometer weit (Ladezeit an der Haushaltssteckdose 2,5 Stunden). Geht dem Lithium-Polymer-Akku der Saft aus oder wird viel Leistung abgerufen, schaltet sich der Diesel zu.

Der klingt noch ein wenig rappelig und genauso schwachbrüstig wie ein Smart-Motor, doch auf einer ersten Testrunde mit dem Einzelstück konnten wir uns davon überzeugen, dass das Motoren-Konglomerat funktioniert. Ein fauchender Achtzylinder ist also künftig Schnee von gestern – daran werden sich Sportwagenkunden wohl gewöhnen müssen. Wer von den insgesamt 328 PS Systemleistung in die Schalensitze gepresst wird, dürfte das Relikt aus dem letzten Jahrhundert allerdings nicht vermissen. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit der nur 1400-Kilo-Sportler beschleunigt –4,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 nehmen wir dem nur 1,24 Meter hohen Boliden zweifelsohne ab. BMW verspricht 3,76 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer im EU-Normzyklus (99 Gramm CO2 pro Kilometer). 25 Liter Diesel reichen aus, um den Aktionsradius des Vision Efficient Dynamics auf bis zu 700 Kilometer zu erweitern.

Dass der Sportler nur ein Prototyp ist, merkt man. Die Flügeltüren schwingen noch nicht sehr weit auf und das Einsteigen fällt schwer. Und innen sieht alles noch nach Bastelbude aus, aber das dürfte sich noch bis 2013 ändern. Außerdem könnte dann auch ein Benziner im Heck des BMW arbeiten – denn für den zwar sparsamen, aber rauen Diesel dürften sich die Kunden in USA und Asien nicht sonderlich erwärmen können.

Text: Jochen Wieler

2 Antworten zu “Gute Nachrichten (von BMW)

  1. BMW hat ja Jahre mit seinem unsinnigen Hydrogen-7er verplempert, einem Verbrennungsmotor, der Wasserstoff verheizt – unsinniger kann eine Energiebilanz nicht sein. Auch bei regenerativ erzeugtem Strom.

  2. Wer es mag soll ihn haben. Aber war das Thema der Elektrifizierung nicht Energie sparen mit einer besseren Kosten- Nutzen- Rechnung und neuer ökologischer Antriebstechnik. Dabei sollte doch der Weg in die Regenerative Energierzeugung und bessere Speicherung der gewonnen Energie gehen.
    Irgendwie passt da ein Sportwagen nicht so richtig ins Konzept. Doch warten wir mal ab, was die vielen ewigen Versprechungen einiger Hersteller wirklich Wert sind.
    In der Zwischenzeit sind die anderen schneller als ein Sportwagen durch das Gewinnziel gerast.
    Ich lach mich kaputt, wie die Großen den Markt analysieren. Wenn ich das geld hätte würde ich eher bei tesla, zur unterstützung dieser Firma, einen Sportwagen kaufen als bei BMW oder sonstwem. Schon als Belohnung für den Mut dieser Firma, von der die Anderen doch nur abkupfern wollen.

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