300 Millionen Euro: Bund will Ladesäulen fördern


Eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis zum Jahr 2020 auf deutschen Straßen fahren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Zielvorgabe schon vor Jahren ausgegeben. Eine Kaufprämie ist immer wieder im Gespräch, um E-Autos zu fördern. Nun kündigt CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt weitergehende Maßnahmen an.

Eine lückenhafte Infrastruktur von Ladestellen für Elektroautos ist nach wie vor ein großes Hemmnis für viele potenzielle E-Autofahrer.

Eine Million bis 2020: Die Merkel-Vorgabe für E-Autos in Deutschland wirkt wie ein ewiges Versprechen. Wie ein Kiez, der sich rasant entwickelt und kurz vor dem Durchbruch zum neuen Hotspot der Stadt steht. Doch die Realität ist ernüchternd: Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ist weiter schwach. Im vergangenen Jahr wurden 12.363 E-Autos neu zugelassen – verglichen mit 3,2 Millionen Pkw mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren.

Nun will Verkehrsminister Alexander Dobrindt eine weitere Förderungsmaßnahme durchsetzen: Als Anreiz für den Einsatz von E-Autos will er im großen Stil zusätzliche Elektro-Ladesäulen in ganz Deutschland aufstellen lassen.

„Jetzt müssen wir weitere Anreize schaffen, um der E-Mobilität zusätzlichen Schub zu geben. Der Schlüssel dazu liegt im Aufbau einer Ladeinfrastruktur – und zwar in der Fläche und nicht allein auf allen Autobahnraststätten“, sagte Dobrindt der Bild am Sonntag.

Dobrindt: 15.000 Ladesäulen für 300 Millionen Euro

Dabei nannte der CSU-Minister als Vorschlag , 15.000 zusätzliche Ladesäulen in ganz Deutschland aufzubauen. Dafür sollen 300 Millionen Euro zur Finanzierung dienen. „Eine normale Ladesäule kostet rund 10.000 Euro und lädt die Batterie in etwa vier bis fünf Stunden, eine Schnellladesäule schafft das im Schnitt in rund 20 Minuten, kostet dabei 35.000 Euro“, so Dobrindt weiter.

Der Staat will nach Angaben von Dobrindt den Betrieb der Ladestationen freien Betreibern anbieten. „Für Supermarktketten, Shopping-Center oder Baumärkte kann das ein Geschäftsmodell sein“, so Dobrindt.

Als hemmende Faktoren für die E-Mobilität gelten neben vergleichsweise hohen Preisen für E-Autos die geringere Reichweite und das noch löchrige Netz an Ladestationen. Bisher gibt es nach VDA-Angaben 5600 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland.

Mit Informationen von dpa

7 Antworten zu “300 Millionen Euro: Bund will Ladesäulen fördern

  1. Wo kann man die Förderungen als Gewerbe beantragen?

  2. Pingback: Politischer Fortschritt für Kaufprämie | Das elektrische Fahrtenbuch

  3. Hätte vom ADAC beim Thema LSV eine klare und hörbare Stellungnahme für den Tripple-Charger (Typ2, CCS und CHAdeMO) sowie unabhängige Netze (SC) erwartet. Ich hoffe, der ADAC steht weiterhin zum Tripple-Charger.

  4. Was ist eigentlich der Grund dafür, dass der ADAC die eigenen Ladesäulen abbaut statt das Ladenetz zu erweitern?

  5. Was ist mit den E-Autos mit Brennstoffzelle?

    Die haben auch eine „Ladesäule“.

    Alles andere wäre eine „Wettbewerbsverzerrung“ !

  6. Und noch so´n Firlefanz…
    Ich brauch keine zig Ladesäulen, ich tanke daheim oder in der Arbeit! Und ich fahr doch nicht mit nem eAuto von München nach Hamburg… naja: NOCH nicht, ein Tesla sprengt leider das Budget bei weitem.
    Ein eAuto braucht man für die ganzen Kurzstrecken (bei mir über 90% der Fahrten!), die den Verbrenner viel zu schnell ruinieren und absolut ineffizient machen!
    Das Ziel muss derzeit sein, jeden Zweitwagen durch einen elektrischen zu ersetzen!
    Und wenn die Dinger nicht so hoffnungslos überteuert wären, würde das von ganz alleine passieren.

  7. Aber dann bitte auch Tripple-Charger.

    CCS, Typ2 und Chademo.

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